06.11.2018, AUT, Steiermärkischer Landtag, Graz, Festakt "100 Jahre Beitritt der Steiermark zur Republik Österreich" ; FOTOCREDIT: ERWIN SCHERIAU

Fotos: Erwin Scheriau

LH-Stv. Michael Schickhofer, Landtagspräsidentin Bettina Vollath, Bundespräsident a.D. Heinz Fischer, LH Hermann Schützenhöfer und Historiker Helmut Konrad (v.l.)

LH-Stv. Michael Schickhofer, Landtagspräsidentin Bettina Vollath, Bundespräsident a.D. Heinz Fischer, LH Hermann Schützenhöfer und Historiker Helmut Konrad (v.l.)

Festakt "100 Jahre Beitritt der Steiermark zur Republik Österreich"

Landtagspräsidentin Bettina Vollath

Landtagspräsidentin Bettina Vollath

Festakt "100 Jahre Beitritt der Steiermark zur Republik Österreich"

Land feierte historischen Tag

Mittwoch, 07. November 2018

Der 6. November 1918 – also gestern vor 100 Jahren – war der bedeutsamste, historische Tag in der neuen Geschichte der Steiermark. Die provisorische Landesversammlung hatte in der Landstube des Grazer Landhauses den Beitritt des Landes Steiermark zum damals sich in Gründung befindenden Staat Deutschösterreich, der heutigen Republik Österreich, beschlossen.

Aus diesem feierlichen Anlass und Gedenktag gab es gestern eine Sitzung im Grazer Landhaus. In wenigen Tagen, am 12. November 2018, begeht Österreich den 100. Jahrestag der Gründung der Republik, an der die damals sieben Bundesländer einen maßgeblichen Anteil hatten. Darauf verwies Bundespräsident a.D. Heinz Fischer in seiner Botschaft. Weil mit der Zustimmung der Länder damals gleichsam erst die Gründung der Republik möglich geworden ist.

Auch Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer sprach die zentrale Rolle der Länder bei der Republik-Gründung an: „Ehe die Republik proklamiert wurde, beschlossen die Länder, sich in diese Republik einzugliedern. Nur durch den lebendigen Föderalismus ist es möglich, dass die Steiermark als Land der Reformen und der Wissenschaft Akzente setzt.“ Neben der Bedeutung der Länder für die Republik betonte Schützenhöfer die Bedeutung des Miteinanders in der Gesellschaft: „Erst nach den Schrecken des Zweiten Weltkrieges besann man sich auf das Gemeinsame, auf das Miteinander und die Kraft der Mitte – nur so konnte die große Erfolgsgeschichte Zweite Republik ihren Lauf nehmen. Sehen wir das Verbindende und nicht das Trennende. Dann wird die Erfolgsgeschichte dieses Landes und der Republik auch weiterhin geschrieben werden können.“

Die wohl wichtigste Frage in der Gründungsphase war die, ob Österreich in dieser Form – als Rest der Habsburg-Monarchie – überlebensfähig sein werde und in Zukunft bestehen könne. Landeshauptmann-Stellvertreter Michael Schickhofer dazu: „Nach hundert Jahren, in denen sowohl die Steiermark als auch ganz Österreich Höhen und Tiefen, Licht und Schatten erlebt haben, können wir stolz sagen: Wir haben es geschafft! Österreich ist erfolgreich und gehört heute zu den fortschrittlichsten und wohlhabendsten Ländern der Welt. Gelungen ist das insbesondere dadurch, dass die Nachkriegsgeneration das Gemeinsame vor das Trennende und das Wohl Aller vor das Wohl Einzelner gestellt hat. Es gibt so viel, worauf wir stolz sein können und dessen wir uns erinnern sollen. Allen voran unsere gemeinsam getragene Wertehaltung, dass die Menschenrechte unteilbar sind und alle Menschen das Recht auf ein würdevolles Leben haben.“

Der Historiker Helmut Konrad als Festredner hob in seinen Ausführungen hervor, dass am Tag der einstimmigen Beschlussfassung für den Beitritt der Steiermark zu Deutschösterreich die Rahmenbedingungen noch unklar gewesen seien. „Weder war die Staatsform für (Deutsch-)Österreich entschieden, denn der Kaiser hatte noch nicht auf seinen Anteil an den Regierungsgeschäften verzichtet. Noch waren die Grenzen klar, denn der entstehende Staat beanspruchte ein Territorium mit 9 Millionen Einwohnern. Dennoch, der Beschluss war richtungsweisend. Nur mit dem Votum der Länder war der Staat auf eine breit akzeptierte Basis zu stellen.“