IV-Studie

v.l.: Studien-Co-Autor Thomas Krautzer (Professor für wirtschaftliche Standortfragen und Standortentwicklung, Leiter des Instituts für Wirtschafts-, Sozial- und Unternehmensgeschichte der Universität Graz), IV-Steiermark-Präsident und Vorsitzender innoregio styria Georg Knill und IV-Steiermark-Geschäftsführer Gernot Pagger.

Österreichweit liegt der Anteil des produzierenden Sektors an der gesamten Wertschöpfung bei 28,3 Prozent. Im Schnitt der EU-28 rangiert er bei 25 Prozent, Großbritannien erreicht 20,9 Prozent, die USA 20 Prozent. Die Steiermark ist mit einem Industrie-Wertschöpfungsanteil von 33,2 Prozent eine der industrie-intensivsten Regionen Europas. Inklusive der industrienahen Dienstleistungen (8,8 Prozent der steirischen Wertschöpfung), steigt der Anteil auf 42 Prozent. Im Bundesländervergleich teilt sich die Steiermark die Österreichspitze mit Oberösterreich und Vorarlberg, gefolgt von Kärnten, Niederösterreich und Tirol. Foto: Fischer

Österreichweit liegt der Anteil des produzierenden Sektors an der gesamten Wertschöpfung bei 28,3 Prozent. Im Schnitt der EU-28 rangiert er bei 25 Prozent, Großbritannien erreicht 20,9 Prozent, die USA 20 Prozent. Die Steiermark ist mit einem Industrie-Wertschöpfungsanteil von 33,2 Prozent eine der industrie-intensivsten Regionen Europas. Inklusive der industrienahen Dienstleistungen (8,8 Prozent der steirischen Wertschöpfung), steigt der Anteil auf 42 Prozent. Im Bundesländervergleich teilt sich die Steiermark die Österreichspitze mit Oberösterreich und Vorarlberg, gefolgt von Kärnten, Niederösterreich und Tirol. Foto: Fischer

Qualifizierung als Instrument moderner Standort- und Sozialpolitik

Mittwoch, 28. November 2018

„Der Weg zu mehr Wohlstand führt nur über höhere Qualifikation – so die vereinfachte Formel, um die Steiermark weiter auf Kurs zu halten bzw. einen besseren Kurs zu führen “, fasst IV-Steiermark-Präsident und Vorsitzender von innoregio styria Georg Knill zusammen. Gemeinsam mit IV-Steiermark-Geschäftsführer Gernot Pagger und Thomas Krautzer, Leiter des Instituts für Wirtschafts-, Sozial- und Unternehmensgeschichte an der Uni Graz, präsentierte er heute die Studie „Stärkefeldmatrix Steiermark 2018 – Wie können wir unsere Potenziale nützen?“

Beauftragt wurde die Studie von innoregio styria gemeinsam mit der Industriellenvereinigung (IV-Steiermark). Durchgeführt haben sie Joanneum Research (JR Policies) und Universität Graz (Zentrum für Entrepreneurship und angewandte BWL, Institut für Wirtschafts-, Sozial- und Unternehmensgeschichte). „Ziel der Studie ist es, Grundlagen für Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit des Standortes zu schaffen, genau zu analysieren, wo die Steiermark heute steht und wie sie sich erfolgreich weiterentwickeln kann“, erklärt IV-Steiermark-Geschäftsführer Gernot Pagger.

Diese belegt, dass die Steiermark den Weg von einer effizienz- zu einer innovationsgetriebenen Ökonomie erfolgreich beschritten hat. Es gelte, Standortfaktoren, die über Innovationskraft und Exzellenz entscheiden, zu stärken, so Georg Knill. „Um den Vorsprung zu halten, ist die Landespolitik gefordert, forschungs- und technologieorientierte Leitbetriebe in der Steiermark zu unterstützen.“

Laut Studie bildet der produzierende Sektor mit einer ausgeprägten Technologie- und Innovationsorientierung, gepaart mit einer wachsenden Gruppe unternehmensnaher, wissensorientierter Dienstleister, das starke Zentrum der steirischen Wirtschaft. Die stärksten Branchen kommen dabei aus den klassischen Bereichen: Metallerzeugung und -verarbeitung, Maschinen- und Fahrzeugbau, Elektrotechnik und Elektronik sowie Nahrungsmittel und der Bausektor.

Österreichweit liegt der Anteil des produzierenden Sektors an der gesamten Wertschöpfung bei 28,3 Prozent. Im Schnitt der EU-28 rangiert er bei 25 Prozent, Großbritannien erreicht 20,9 Prozent, die USA 20 Prozent. Die Steiermark ist mit einem Industrie-Wertschöpfungsanteil von 33,2 Prozent eine der industrie-intensivsten Regionen Europas. Inklusive der industrienahen Dienstleistungen (8,8 Prozent der steirischen Wertschöpfung), steigt der Anteil auf 42 Prozent. Im Bundesländervergleich teilt sich die Steiermark die Österreichspitze mit Oberösterreich und Vorarlberg, gefolgt von Kärnten, Niederösterreich und Tirol.

Studien-Coautor Thomas Krautzer fasst zusammen: „Das größte Stärkepotential der Steiermark liegt in einem stark F&E-getriebenen technologieorientierten produzierenden Sektor (begleitet von einem wachsenden Anteil wissensbasierter Dienstleistungen), der sich mit einer breiten Forschungslandschaft vernetzt und sich in den letzten Jahren durch ein hohes Innovationspotential ausgezeichnet hat. Auf die künftigen Entwicklungen rund um die sogenannte Digitalisierung sind die Unternehmen eingestellt und haben entsprechende technologische und strategische Anpassungen vorgenommen. Die großen Zukunftstechnologien – Stichworte Automatisierung, Sensorik und Regelungstechnik, Elektronik, Software-Technologie oder neue Werkstoffe – sind dabei von branchenübergreifender Bedeutung.“

Eine besondere Herausforderung stelle in diesem Zusammenhang die Verfügbarkeit qualifizierter Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dar – gelingt es nicht, das vielschichtige Problem zu lösen, wird es zum massiven Hemmschuh für die Zukunft des Standortes.

„Wir müssen die Bildungs- und Qualifikationsbasis der Steirerinnen und Steirer weiterentwickeln“, fordert Georg Knill und warnt: Eine noch so ambitionierte Technologie-, Forschungs- und Innovationspolitik ohne begleitende Bildung- und Qualifizierungsstrategie gehe ins Leere. „Zeitgemäße Berufsorientierungs-, Ausbildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen sind als Instrument moderner Standort- und Sozialpolitik zu verstehen und einzusetzen.“