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Alles „made im Almenland“: Zimtnudeln, Bandnudeln, Spinatnudeln, Kürbiskernnudeln, ... Fotos: beigestellt

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Da lachen auch die Hühner

Montag, 31. Dezember 2018

Was aus Langeweile alles werden kann. „Wir machen einfach g‘scheite Nudeln“, so das Ehepaar Schrenk.

Umgeben von grünen Hügeln gelangen wir zum Bauernhof Moarhofhechtl in Passail. Wir werden von Hühnern, Katzen und Rindern begrüßt. Urkundlich 1383 das erste Mal erwähnt, befindet sich das Anwesen seit 1792 (!) im Besitz der Familie Schrenk. Ursprünglich gab es hier Milchviehhaltung, doch sind wir nicht hier, um uns über Milch- oder Fleischproduktion oder Hühnerhaltung zu informieren. Nein, es geht um Nudelproduktion. Nudeln aus dem Almenland? Über ein Nebengebäude gelangen wir in den Hofladen. Und tatsächlich, die Regale sind voll mit verschiedenen Nudelsorten. Robert Schrenk begrüßt uns freundlich und entschuldigt, dass seine Frau heute nicht im Geschäft ist. „Die Petra macht die Nudeln und ich schaue nach den Rindern und Hühnern“, erzählt Schrenk. „Milchvieh haben wir nicht mehr, aber noch 50 ALMO-Almochsen. Seit 2001 haben wir etwa 2.500 Freilandhühner, weil es in Passail keinen Eierproduzenten gab.“

Auf die Frage, wie die Schrenks auf die Idee kamen, Nudeln zu produzieren: „Meiner Frau Petra ist in der Karenz im Jahr 2001 bei unserem ersten Kind langweilig geworden. So fing Sie an, mit einer kleinen Maschine Nudeln zu machen. Als wir merkten, dass es ganz gut funktioniert, investierten wir in eine größere Maschine und verkauften die Nudeln zunächst auf dem Bauernmarkt in Passail.“ Die Nachfrage stieg. Über 30 verschiedene Nudeln gibt es jetzt im Angebot – darunter Bandnudeln, Gnocchi, Spinatnudeln, Kürbiskernnudeln, Buchweizen- und Maisnudeln, Spaghetti,Suppennudeln oder auch Zimtnudeln für Süßspeisen. Schrenk zeigt uns zwei moderne hochwertige Nudelmaschinen im Nebenraum. „Wir verwenden österreichischen Hartweizengrieß und 32 Prozent Eianteil von freilaufenden Hühnern. Wir machen zwei bis drei Mal pro Woche mit jeweils 1400 Eiern etwa 200 kg Nudeln. Die Nudeln müssen je nach Sorte 22 bis 28 Stunden getrocknet werden.“ Verkauft werden die Nudeln im Hofladen, an Wirte, in regionalen Läden, online und in steirischen Merkur-Filialen. „Mir ist wichtig, dass ein Produkt sinnvoll produziert wird und alles aus der Region kommt, damit auch das Geld in der Region bleibt und Arbeitsplätze gesichert werden. Wir produzieren einfach g´scheite Nudeln.“

Von Damijan Kranc