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Kulturlandesrat Christopher Drexler, Miroslava Svolikova, Stadtrat Günter Riegler, Alfred Kolleritsch, Marie Gamillscheg und Hans Roth. (v.l.). Fotos: Saubermacher

Miroslava Svolikova, Hans Roth und Marie Gamillscheg (v.l.).

Miroslava Svolikova, Hans Roth und Marie Gamillscheg (v.l.).

ROTAHORN für Marie Gamillscheg und Miroslava Svolikova

Donnerstag, 13. Dezember 2018

Die Preisträgerinnen des Hans Roth Literaturpreises „rotahorn“ stehen fest. Heuer werden erstmals zwei Hauptpreise vergeben: Marie Gamillscheg und Miroslava Svolikova wurden aus einer hochklassigen Shortlist talentierter Lyrik- und Prosa-Autoren ermittelt, die bereits ein Naheverhältnis zu den „manuskripten“ pflegen und deren bisher gezeigte Leistungen noch viel erwarten lassen. Die feierliche Überreichung nahm Kulturlandesrat Christopher Drexler im Veranstaltungssaal der Steiermärkischen Landesbibliothek vor.

Der als Förderpreis konzipierte „rotahorn“ ist mit 6.000 Euro dotiert – zweimal 3.000 Euro für den ersten Preis. Die Jury nominiert Preisträger aus dem Pool der Autoren, die in den manuskripten publizieren bzw. sich für eine Publikation bewerben.

Die Fachjury, bestehend aus Barbara Frischmuth, Reinhard P. Gruber, Alfred Kolleritsch, Werner Krause und Christoph Hartner, lobte in ihrer Begründung die literarischen Leistungen von Marie Gamillscheg, die in Berlin lebt und als freie Journalistin und Autorin tätig ist: „Wie kaum jemandem in ihrer Generation gelingt es ihr, sich in ihrer Prosa wirklicher Themen anzunehmen und spürbar zu machen. Ohne großes Getöse, sondern durch Reduktion stellt sie in ihrem Debütroman Alles, was glänzt Menschen mit ihren berechtigten Ängsten in einer zunehmend gefährdeten Welt dar. Tatsächlich gelingen ihr nichts weniger als Allegorien für die Endlichkeit von Ressourcen, auf die man sich zu lange verlassen hat.“ Im aktuellen manuskripte-Heft 221 findet sich Marie Gamillschegs erste Veröffentlichung in den manuskripten, eine literarische Reportage über Lemberg.

Auch für die Leistungen von Miroslava Svolikova gibt es viel Lob von der Jury: „Sie befasst sich mit dem Studium der Philosophie in Wien und Paris, der bildenden Kunst in Wien und dem Lehrgang für Szenisches Schreiben bei uniT Graz. Bei Miroslava Svolikova wird Sprachzweifel auf spielerische und ungewöhnliche Weise zum Teil von Literatur. Cleverer Humor und genaue Beobachtungsgabe verbinden sich zu prägnanten Bildern der politischen wie subjektiven Gegenwart.“ Als eine der wichtigsten Nachwuchsdramatikerinnen Österreichs vielfach ausgezeichnet und gespielt, überraschte Miroslava Svolikova in zwei der jüngsten manuskripte-Ausgaben (219 und 221) mit ebenso exzellenter Prosa wie Lyrik.