Wirtschaftsbarometer-klein

„Die steirische Konjunktur ist zwar nach wie vor solide gut, hat aber an Dynamik verloren“, fassen Präsident Josef Herk (r.) und Direktor Karl-Heinz Dernoscheg die Ergebnisse zusammen. Foto: Fischer

Steirische Konjunktur-Dynamik verlangsamt sich

Montag, 03. Dezember 2018

Wirtschaftsbarometer

Traditionell zwei Mal im Jahr gibt es die Konjunkturumfrage, werden von der steirischen Wirtschaftskammer insgesamt 768 steirische Unternehmerinnen und Unternehmer befragt. Sie spiegelt sämtliche Branchen, Regionen und Betriebsgrößen wider und lässt darüber hinaus auch einen Vergleich mit bundesweiten Daten zu“, erklären WKO-Steiermark-Präsident Josef Herk und Karl-Heinz Dernoscheg, Direktor der WKO Steiermark bei der Präsentation der Umfrage-Ergebnisse. Für sie zeigen die Daten ein klares Bild: „Auch wenn sich die Wirtschaftsdynamik im kommenden Jahr verlangsamen dürfte, ist zum jetzigen Zeitpunkt keine Krisenstimmung zu spüren.“

Ob Umsatz, Auftragslage, Preisniveau, Investitionen oder Beschäftigung – sämtliche Konjunkturdaten liegen im aktuellen Wirtschaftsbarometer der WKO Steiermark deutlich im positiven Saldobereich, haben allerdings an Dynamik verloren. Und zwar sowohl was die Einschätzung der bisherigen Entwicklung als auch was die künftigen Geschäftserwartungen betrifft.

Beim bisherigen Umsatz wie auch bei der Auftragslage beträgt der Positivsaldo +46,8 Prozentpunkte, beim Preisniveau +31,4Prozentpunkte, bei den Investitionen +23,9 Prozentpunkte und bei der Beschäftigung +30,6 Prozentpunkte. „Alles in allem solide Konjunkturdaten, die aber von einer abgeschwächten Dynamik zeugen“, erläutert Josef Herk. Das zeige sich auch bei der Bewertung des wirtschaftlichen Gesamtklimas: Konkret beurteilen 51,4% die wirtschaftliche Entwicklung der letzten 12 Monate positiv und 9,5% negativ, das entspricht einemguten Saldowert von +41,9 Prozentpunkten – zuletzt lag dieser aber bei +52,7 Prozentpunkten.

Die wirtschaftliche Dynamik hat sich verlangsamt. Damit aus dieser Verlangsamung mittel- und langfristig keine konjunkturelle Vollbremsung wird, brauche es Entlastung und Reformen, stellt Josef Herk klar: „Die Regierung hat für 2020 eine Steuerreform angekündigt. Diese muss zu einer deutlichen Senkung der Unternehmensbesteuerung führen, etwa was Abschreibungen oder Steuer-Pauschalierungen von Kleinbetrieben, aber auch die Einkommens- und Körperschaftssteuer betrifft. Hier erwarten wir uns eine Reduktion.“ Große Sorgen bereitet Herk zudem der Fachkräftemangel, der sich mittlerweile quer durch alle Branchen und Regionen zieht. „Auch wenn die Konjunktur jetzt etwas an Fahrt verliert, der Mangel an Fachkräften wird allein schon wegen der demographischen Entwicklung in unserem Land akut bleiben. Aus diesem Grund plädieren wir zum einen für mehr Flexibilität am Arbeitsmarkt, speziell was die innerösterreichische Vermittlung betrifft, und zum anderen für eine Regionalisierung der Mangelberufsliste und eine Öffnung unseres Arbeitsmarkts für Kroatien.“