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Puppy Love - Mallard Fifty Pence gives Terrier Skip a kiss. 
A dog and duck have struck up an unlikely friendship after being introduced at an animal rehab centre.
Skip the terrier and Fifty Pence the mallard have become inseparable since they met - with the duck even snuggling up in bed with her new best friend.
Annette Pyrah, who took in the duck, says Fifty Pence believes she's a dog and preens Skip's ears and even tries to join in when Skip and collie Holly play football.
They were introduced two months ago when Annette, of Barlby, North Yorks., who runs the Selby Wildlife Rehabilitation Centre for wounded animals, was given the day-old duckling and took it under her wing.
Annette, 49, said: "Someone brought in the duck when she was just a day old, they had found her in nearby woods where a fox was circling her, so she's had a very lucky escape.

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Der Terrier und das Entchen

Dienstag, 08. Januar 2019

Angesichts all des Streits und Unfriedens in der Welt scheinen Geschichten von Tieren, die fürsorglich zueinander sind, ein Bedürfnis nach Freude und Hoffnung zu erfüllen. Aber kann man denn, wenn gar kein menschliches Wesen im Spiel ist, überhaupt von Liebe reden? – fragt Autorin Jennifer Holland. Einige Verhaltensforscher zucken wegen des Buchtitels zusammen. Ungleiche Paare in der Tierwelt zeigen aber, dass Zuneigung und Vertrautheit wundersame Wege nehmen können. Ihre Geschichten sind so warmherzig wie verblüffend.

Wird eine Ente, die sich im Wald verirrt, wohl einen Laut von sich geben? Und falls ja, kommt dann jemand, um nachzusehen, was all das Gequake soll? Die Antwort in dieser Geschichte lautet: ja und nochmals ja. Zum Glück für die kleine Fifty Pence, die auf einem Waldpfad drauflos quietschte und deren Leben mit Sicherheit ein rasches Ende gefunden hätte, hätten Fremde sich nicht ihrer erbarmt.

Außerdem gehört zu unserer Geschichte Skip, die Terrierhündin, die als Sprössling von Arbeitshunden (daher ihr „Biss“- und Killerinstinkt) eigentlich zum Jagen abgerichtet war. Dennoch brachte die Hündin dem gefiederten Häppchen, das ebenso hübsch in ihr Maul gepasst hätte, wie an ihre Seite gekuschelt, nichts als Zuneigung entgegen. Trotzdem würde man wohl kaum erwarten, dass eine Terrierhündin zur Ersatzmama und besten Freundin einer Ente wird.

Das Stockentenküken war erst einen Tag alt, als ein Paar, das in einem Wäldchen nahe Eggborough (Yorkshire) mit seinen Hunden spazieren ging, es allein auf dem Waldboden kauernd entdeckte. Auf ihrem Rückweg bemerkten sie, dass der winzige Federball immer noch  da hockte – und diesmal bereits Gefahr lief, von einem Fuchs zum Mittagessen verspeist zu werden. Das Paar wollte der kleinen Ente das Leben retten, verscheuchte den    Räuber und nahm sie mit zu einer Dorfbewohnerin, die verlassene Wildtiere aufzog.

Weil das Vögelchen klein war wie eine Münze, taufte die Tierschützerin Annette Pyrah es Fifty Pence.

„Damit es sich bei mir wohlfühlte, verwendete ich einen Staubwedel und einen Mopp. Mit dem ich in meinem Gewächshaus ein Nest herrichtete und es so warmhielt, wie es eine Entenmutter getan hätte“, erzählte sie. „Ein Trick, den ich bei verlassenen Vögeln häufig anwende.“

Unterdessen hatte ihr Hund Skip bereits ein wachsames Auge auf das Waisenkind geworfen.

Schon bald nach dem Schlüpfen beginnen Entenküken dem größeren Tier, welches sie als Erstes erblicken, zu folgen und von ihm zu lernen. Fifty Pence hatte nur Augen für Skip, genau wie umgekehrt der Hund für das Küken. Die Faszination war offenbar gegenseitig. Das Küken begann Skip herumzujagen, nach dem Schwanz zu schnappen. Und als es ein wenig größer wurde, „versuchte es sogar Dinge zu fangen“, erzählt Annette. „Ich warf einen Ball in die Höhe, und es startete eine Art Flatterlauf, schlug so mit den Flügeln, dass es den Ball vor Skip erreichte. Natürlich konnte es ihn mit seinem Schnabel nicht aufheben.“ Auch an Skips Bett fand das Küken Gefallen: Die beiden teilten es miteinander und kuschelten sich gemeinsam hinein, während Fifty Pence dem Hund vorsichtig schnäbelnd und pickend das Fell pflegte. Skip schien diese Aufmerksamkeit zu genießen und blieb seinerseits behutsam, obwohl ihm das Picken offenbar allmählich etwas lästig wurde, meint Annette.

„Was mich am meisten berührte, war das Vertrauen, das dieses kleine Entchen an den Tag legte“, erzählte sie. „Da ist dieses winzige verletzliche Ding, und es setzt sein ganzes Vertrauen in ein Tier, das durchaus sein Feind hätte sein können – das ist ein bisschen, als suche man Liebe bei einem Löwen! Und aus irgendeinem Grund beschloss die Hündin, trotz ihres angeborenen Angriffsinstinkts , nicht anzugreifen und  stattdessen liebevoll zu sein.“

Ihr Plan, erzählt Annette, sei es letztendlich gewesen, Fifty Pence zu einem nahe gelegenen Weiher, einem Sammelplatz anderer Stockenten, zu bringen, in der Hoffnung, die Ente werde ihre eigene Spezies erkennen, sich ihr anschließen und, ja, vielleicht sogar einen Gefährten finden. Annette hatte der Ente Teichalgen zum Fressen mitgebracht, damit sie sich an natürliches Futter gewöhnen konnte.

Doch dann, etwa drei Monate nach der Ankunft des Entchens, kam ein Tag, der alle ihr Pläne zunichte machte.

„Ich war einkaufen gegangen und hatte die Tiere ballspielend im Hof zurückgelassen“, erinnert sich Annette. „Als ich wieder zurückkam, war Fifty Pence verschwunden. Später erfuhr ich, dass ein paar halbwüchsige Jungs bei uns gewesen sind, die sie aufgescheucht und erschreckt hatten, so dass sie davongeflogen war. Sowohl sie als auch Skip machten sich sofort auf die Suche nach ihrer Ente.

„Es ist sehr verstörend, nicht zu wissen, ob es ihr gut geht, aber wir hoffen, dass alles in Ordnung ist und sie im Frühling zurückkehrt. Ich habe hier ja einen großen Teich, also wird sie vielleicht zurückkommen.“

Bis dahin werden Annette und ganz sicher auch Skip – letzterer mit gespitzten Ohren und emporgereckter Schnauze – zum Himmel blicken und Ausschau halten; nach einem vertrauten Umriss und einem zärtlichen Quaken, wenn Fifty Pence zu ihrer geliebten Familie heimkehrt.