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IV-Steiermark-Geschäftsführer Gernot Pagger (li) und IV-Steiermark-Präsident Georg Knill.. Foto: Marija Kanizaj

Hochkonjunkturphase wird verlassen Digitalisierung als Investitionstreiber

Donnerstag, 31. Januar 2019

Die steirische Konjunkturdynamik nimmt ab – unbeeindruckt davon bleiben weitgehend die Personalstrategien, die nach wie vor vom Fachkräftemangel geprägt sind. Globalen Trends gilt es mit Entlastung und erhöhter Planungssicherheit am Standort entgegenzutreten. Rekordinvestitionen der steirischen Industrie sollen Vorbildwirkung für Landespolitik haben.

Das zeigt eine Konjunkturumfrage der Industriellenvereinigung unter 50 Betrieben mit 31.000 Beschäftigten für das vierte Quartal 2018 bestätigt die prognostizierte internationale Abschwächung der wirtschaftlichen Entwicklung auch für die Steiermark. Zwar wurde die Geschäftslage zum Jahreswechsel mehrheitlich als gut bewertet, das Niveau des ersten Halbjahres 2018 kann jedoch nicht gehalten werden (Index von +71 zur Jahresmitte auf +52). Ähnlich das Bild der Exporte: „Der Index der Auftragsbestände, die für den Export bestimmt sind, fällt von zuletzt +63 auf nunmehr +48. Das ist der niedrigste Wert seit zwei Jahren und ein Indikator für das schwieriger werdende globale Umfeld, in dem sich die exportorientierte steirische Industrie zu bewegen hat“, betont Gernot Pagger, Geschäftsführer der IV-Steiermark.

Dynamik nimmt ab, Personalstand weiter zu
Der Blick auf die kommenden drei Monate zeigt, dass sich das Konjunkturtempo weiter verlangsamen wird. Für die geplante Produktionstätigkeit im ersten Quartal 2018 berechnet sich auf Basis der Umfrage ein Index von + 15, vor einem Jahr lag er noch bei +43. Der Rückgang der Dynamik in der Industrie führt jedoch nicht zu einem Personalabbau. Im Gegenteil: Mehr als ein Viertel (28 Prozent) der befragten Betriebe plant den Personalstand auszuweiten. 12 Prozent gehen von geringeren Personalzahlen in den kommenden Monaten aus. Für die IV-Steiermark ist die steigende Zahl an Unternehmen, die trotz schwierigerem Umfeld ihren Beschäftigtenstand ausbauen wollen (im Vorquartal waren es noch 22 Prozent) Beleg für den Mangel an Fachkräften in der steirischen Industrie.

Halbjahresausblick trübt sich ein
„Während die Auswirkungen der konjunkturellen Entwicklungen kurzfristig noch gut abgefedert werden können, ist die mittelfristige Prognose für das erste Halbjahr deutlich verhaltener.“, hebt Pagger hervor. Erstmals seit 2015 dreht der Index zur Bewertung der erwarteten Geschäftslage in sechs Monaten in den negativen Bereich (von zuletzt +13 auf nunmehr -8). Auch die Ertragssituation in sechs Monaten dreht deutlich und wird mit einem Index von -1 (zuletzt +22) negativ beurteilt.