kl PK Starthilfe

v.l. ÄK-Präsident Herwig Lindner, STGKK-Generaldirektorin Andrea Hirschenberger, ÄK-Steiermark-Vizepräsident Norbert Meindl und STGKK-Obmann Josef Harb Foto: Schiffer

Starthilfe für schwer besetzbare Kassenpraxen

Donnerstag, 24. Januar 2019

Die Steiermärkische Gebietskrankenkasse und Ärztekammer haben ein in Österreich bisher einzigartiges Konzept entwickelt, um die medizinische Versorgung zu sichern. Ärzte, die eine schwer zu besetzende Kassenstelle übernehmen, erhalten eine attraktive Starthilfe: 70.000 Euro für eine Einzelpraxis und sogar 105.000 Euro für eine Gruppenpraxis – insgesamt nimmt die steirische GKK für die Stärkung der ärztlichen Versorgung 3,85 Millionen Euro in die Hand.

Das Projekt startet, die Zustimmung des Ministeriums vorausgesetzt, im März 2019 und läuft vorerst bis 2021. „Sollte wider Erwarten die Zustimmung nicht kommen, machen wir es trotzdem“, versichert STGKK-Obmann Josef Harb.

STGKK-Obmann Josef Harb: „Wir wissen, dass es immer schwieriger wird, Ärzte für die Arbeit in ländlichen oder strukturschwachen Regionenzu begeistern. Unser gemeinsam mit der Ärztekammer erarbeitetes Paket sieht erstmals attraktive finanzielle Anreize für interessierte Ärzte vor, eine Kassenstelle zu übernehmen.“

Der steirische Ärztekammerpräsident Herwig Lindner: „Vor allem junge Ärzte brauchen Impulse, um sich für Kassenpraxen zu bewerben. Diese Starthilfe ist ein wichtiger Beitrag, um die
Bereitschaft der Ärzte, in die Kassenpraxis zu gehen, zu erhöhen.“

Andrea Hirschenberger, Generaldirektorin der STGKK, erläutert die Details: „In einer ersten Phase werden 16 Planstellen ausgeschrieben, die bislang trotz intensiver Bemühungen nicht zu besetzen waren. Die Höhe der Förderung beläuft sich auf 70.000 Euro für Einzelordinationen und Jobsharing-Gruppenpraxen, 35.000 Euro für eine Übergabepraxis und 105.000 Euro für eine neu gegründete Gruppenpraxis.“

Der Obmann der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte, Ärztekammer-Vizepräsident Norbert Meindl: „Diese Startprämie ergänzt das Maßnahmenpaket, das wir bereits entwickelt haben, um die Attraktivität von kassenärztlichen Stellen zu erhöhen. Da ist einmal die Verbesserung des Kassenvertrages vor allem in den sensiblen Bereichen Allgemeinmedizin, Kinder- und Jugendheilkunde sowie Gynäkologie. Da ist die Möglichkeit, Kassenstellen zu teilen, das sogenannte Jobsharing. Und da ist die Freiwilligkeit bei Bereitschaftsdiensten, die es ab April geben wird.“