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v.l. LR Johann Seitinger, Landesbäuerin Gusti Maier und LK-Steiermark Präsident Franz Titschenbacher Foto: Alexander Danner/LK

Wandel und neue Herausforderungen in der Landwirtschaft

Dienstag, 22. Januar 2019

1960 betrug der Anteil der Landwirte in der Bevölkerung 30 %, heute sind es nur noch nur 4%. In der Steiermark gibt es etwa 27.000 Land- und Forstwirte.

„40 Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe der Steiermark werden heute von Frauen geführt, die mit einigen guten Innovationen und Ideen auftreten“, berichtet Landesbäuerin Gusti Maier bei der heutigen Pressekonferenz in der Landwirtschaftskammer in Graz. Eine mögliche Ursache: Die Sicherung der bäuerlichen Existenz erfordert, dass der männliche Partner einer Arbeit außerhalb der Landwirtschaft nachgehen muss.

Die Erhaltung der bäuerlichen Struktur als Familienbetrieb ist auch im Sinne von Agrarlandesrat Johann Seitinger: „Wir setzen eindeutig auf den nachhaltigen, transparenten und qualitätsbewussten Weg mit unseren heimischen Familienbetrieben.“ Und: „Wir richten unsere Landwirtschaft nicht nach den gegenwärtigen großen Trends der Branche aus, die heißen: große Einheiten für den aggressiven Käufermarkt mit zum Teil prekären Bedingungen in der Pflanzen- und Tierproduktion. Wir brauchen eine Grüne Revolution. Das bedeutet eine sukzessive ökologische Steuerreform, einen notwendigen Bonus für klimafreundliche Lebens- und Unternehmensführung sowie ein gesteigertes Bewusstsein für dieses Thema im Allgemeinen.

Auch muss die Lehre und der Beruf eines Landwirtes  wieder attraktiver gemacht werden und die Breite der Einkommensmöglichkeiten ausgeschöpft werden, ob im Tourismus, Gastronomie, als Spezialitätenproduzent, Energieproduzent, Nahversorger, Sozialdienstleister oder Kulturträger.“

Digitalisierung und Klimawandel

Landwirtschaftskammer-Präsident Franz Titschenbacher erinnert in diesem Zusammenhang an eine aktuelle Forderung der Bauernschaft: „Es muss künftig wieder mehr vom Endverbraucherpreis bei den Betrieben ankommen, damit unsere Höfe zukunftsfit bewirtschaftet werden können.“ Vorangetrieben wird auch die (Online-)Vermarktung von regionalen und saisonalen Lebensmitteln als Antwort auf die Globalisierung. Wir werden die Entwicklung trendiger Lebensmittel unterstützen, die den Wünschen der zunehmend urbanen, gesundheits- und freizeitbewussten Bevölkerung entsprechen. Die Webshops von „Gutes vom Bauernhof“ oder von Weinbauern sind Beispiele dafür.“

Landwirtschaft 4.0

Weitere große Herausforderungen bringen der Klimawandel, technische Innovationen und die Digitalisierung mit sich. „Der Aufbau von Datennetzwerken oder der Einsatz von Sensortechnik, Drohnen und Robotern sind große Themen in der Land- und Forstwirtschaft. Mit unserem ambitionierten Zukunftsprojekt ‚Land- und Forstwirtschaft 2030‘ und unserer in Umsetzung befindlichen Strukturreform haben wir als Landwirtschaftskammer die Weichen für die bestmögliche Unterstützung und Begleitung der Bäuerinnen und Bauern gestellt, so Titschenbacher zuversichtlich.“