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v.l.: Georg Pfeifer (Leiter des Verbindungsbüros des Europäischen Parlaments), LR Barbara Eibinger-Miedl, Bgm. Gottfried Reiger (Semriach), Paul Schmidt von der Österreichischen Gesellschaft für Europapolitik (ÖGfE) und Bürgermeister Hannes Kogler (St. Radegund).

Fotos: Wolfgang Machreich

Fotos: Wolfgang Machreich

EU-Gipfelgespräch am Schöckl

Montag, 18. Februar 2019

„Steiermark wäre von hartem Brexit am stärksten betroffen“

Zum EU-Gipfelgespräch am Grazer Hausberg Schöckl trafen sich kürzlich die Europalandesrätin der Steiermark, Barbara Eibinger-Miedl und die Bürgermeister der Schöckl-Gemeinden, Hannes Kogler aus St. Radegund und Gottfried Rieger aus Semriach, mit Paul Schmidt von der Österreichischen Gesellschaft für Europapolitik (ÖGfE) und Georg Pfeifer, dem Leiter des Verbindungsbüros des Europäischen Parlaments.

Die EU-Gipfelgespräche-Tournee von Verbindungsbüro des Europäischen Parlaments und der Österreichischen Gesellschaft für Europapolitik (ÖGfE) führt durch alle Bundesländer und bietet Politik, Zivilgesellschaft bzw. MedienvertreterInnen Gelegenheit auch über diesen Draht ihre europäischen Ideen, Vorschläge, Anliegen etc. in die Diskussion im Vorfeld der EU-Wahlen einfließen zu lassen.

Landesrätin Eibinger-Miedl sagte in der Diskussion auf dem Schöckl: „Der Schöckl ist ein idealer Ort für dieses EU-Gipfelgespräch. Man sieht weit ins Land und über die Grenzen bis nach Ungarn und Slowenien. Das ist auch ein gutes Symbol für die europäische und internationale Ausrichtung der Steiermark. Die Steiermark hat sich immer schon als Tor nach Südosteuropa verstanden. Umgekehrt hat die Steiermark viele wertvolle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus unseren Nachbarstaaten gewonnen, die zur Arbeit in unser Land pendeln.“

Mehr als andere Bundesländer wäre die Steiermark von einem ungeordneten Brexit betroffen, sagte Eibinger-Miedl: „Großbritannien ist für die Steiermark das viertwichtigste Exportland. Unser Automobilsektor aber auch zahlreiche Forschungseinrichtungen sind mit Großbritannien sehr stark verzahnt. Um unsere heimischen Unternehmen bestmöglich über aktuelle Entwicklungen zu informieren, hat das Land Steiermark eine eigene Brexit-Hotline eingerichtet.“

Hannes Kogler, der als Bürgermeister von St. Radegund auch gleichzeitig EU-Gemeinderat ist, erzählte vom jahrhundertelangen europäischen Bezug seiner Gemeinde: Ende des 19., Anfang des 20. Jahrhunderts war St. Radegund ein beliebter Ferien- und Kurort für Gäste aus dem gesamten südosteuropäischen Raum. Kogler: „Seit der Öffnung der Grenzen knüpfen wir an diese Zeit an.“ Kogler berichtete auch von Projekten, die mit EU-Geldern umgesetzt werden konnten und ohne diese Förderungen nicht möglich gewesen wären. Als konkretes Beispiel nannte der Bürgermeister den sogenannten „Doktorteich“, dessen Revitalisierung zu 70 Prozent mit EU-Geldern finanziert wurde. Richtung Land Steiermark bemängelte er die teilweise langwierige und bürokratische Abwicklung von Förderansuchen.

Gottfried Rieger, der Bürgermeister von Semriach, nannte als weiteres Beispiel für eine gelungene EU-Förderung das Wasserprojekt Lurgrotte, die größte aktive Wasserhöhle Österreichs. Dieses Projekt hat auch die beiden Gemeinden Semriach und St. Radegund zusammengeführt, was am Schöckl-Gipfel mit einem symbolischen Handshake über Gemeindegrenzen hinweg besiegelt wurde.