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Fotos: FCG Steiermark

Franz Gosch (li.) und Günter Nebel (Sanlas)

Franz Gosch (li.) und Günter Nebel (Sanlas)

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Franz Gosch Burn ist out

Mit Prävention direkt in die Betriebe

Donnerstag, 07. Februar 2019

FCG startet Aufklärungsoffensive BURNistOUT

Während im Jahr 2000 auf 1.000 Erwerbstätige 17 Krankenstände aufgrund psychischer Erkrankungen kamen, waren es 2017 bereits 32. „Nicht zuletzt diese bedenklichen Zahlen schreien nach Konsequenzen und Maßnahmen“, so listet AK-Vizepräsident und FCG-Landesvorsitzender Franz Gosch im Rahmen eines Symposiums an der Grazer Universität. Dieses war der Start einer der breit angelegten Aufklärungsoffensive der Fraktion Christlicher Gewerkschafter (FCG) „Mehr Prävention statt Frühpension“ unter dem Motto „BURNistOUT“.

Ärztekammer-Vizepräsident Dietmar Bayer kritisierte, dass Burnout „noch immer ein Tabuthema ist“. Seine Erfahrung sei, dass der Burnout-Erkrankte der letzte sei, der erfährt, dass er ein Burnout habe: „Die ganze Umgebung erkennt bereits, dass er in der Arbeitsleistung nachlässt, dass er zerstreut ist, gereizt ist.“ In den Praxen sehe man dann leider schon sehr späte Stadien der Burnout-Erkrankung, wo man schon viel früher etwas machen hätte können. Deshalb soll die neue Präventionsoffensive direkt in den Betrieben ansetzen, so Psychiater Bayer, „um rechtzeitig einen Gang zurückschalten zu können und zu sagen, ‚Achtung, die eine oder andere Person ist Burnout-gefährdet‘.“

Schließlich müsse – abgesehen von der menschlichen Komponente – allein aus wirtschaftlichen Überlegungen jeder Betrieb alles daran setzen, Burnout zu vermeiden, assistiert Wirtschaftspsychologe Paul Jimenez: „Die Wirtschaft heutzutage hat sehr viele Möglichkeiten, beginnend von der Arbeitsplatzüberlegung bis hin zur betrieblichen Gesundheitsförderung. Und jeder Euro, der investiert wird, kommt wirklich mehrfach zurück.“

Franz Gosch abschließend: Unsere Kampagne macht Sinn, denn die gesamtwirtschaftlichen Kosten für Krankenstände aufgrund arbeitsbedingter psychischer Belastungen belaufen sich jährlich auf rund 3,3 Milliarden Euro.