Musterklage WKO gegen Land Stmk 18.03.2019 
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Experte Günther Bitzer-Gavornik, Fachgruppenobmann Andreas Herz und Rechtsanwalt Thomas Neger präsentieren den bereits mehr als 1.000 Seiten umfassenden Prozessakt (v.l.). Foto: Fischer

Musterklage gegen Land Steiermark

Dienstag, 19. März 2019

Diskriminierung von Sozial- und Lebensberatern

Wenn beispielsweise Jugend am Werk oder das Rote Kreuz einen Supervisor sucht, der die Mitarbeiter hinsichtlich des Umgangs mit Behinderten oder Jugendlichen „berät“, schließt das Land Steiermark die Sozial- und Lebensberater als Supervisor aus. Das heißt, es gibt in diesem Fall an Jugend am Werk bzw. das Rote Kreuz keine finanzielle Zuzahlung durch das Land Steiermark. Gegen diese Regelung führt nun die Fachgruppe in der WKO mit Obmann Andreas Herz und vertreten durch die Kanzlei Neger/Ulm eine Musterklage. „Gesundheitspsychologen und Psychotherapeuten hingegen werden hierbei bevorzugt. Aufgrund dieser Diskriminierung haben wir diese Klage eingereicht und werden den Fall vor den Obersten Gerichtshof bringen“, so Andreas Herz.

Die Hintergründe

Die Behindertenhilfe – und damit auch die Supervision in der Behindertenhilfe – wird in Österreich insbesondere durch die Lebenshilfe Österreich als Verein und deren Unterorganisationen erbracht. Die Bundesländer, in diesem Fall das Land Steiermark, finanzieren die Behindertenhilfe durch Förderungen. Als „Mindeststandard“ für Supervisionstätigkeiten verlangte das Land bis dato die Eintragung in gewisse „Listen“. Mangels Eintragung in eine dieser Listen wurde die Durchführung von Supervisionen durch Lebens- und Sozialberater in der Behindertenhilfe abgelehnt und der Lebenshilfe auch keine Finanzierung für solche Leistungen gewährt.

„Im Zuge des laufenden Verfahrens versucht sich das Land hier nun mit juristischen Winkelzügen aus der Affäre zu ziehen“, kritisiert Herz. „Es geht nicht an, dass hierbei Berufsgruppen bevorzugt oder benachteiligt werden. Das schädigt unsere Mitglieder. Es geht darum, dass das Land für alle drei Berufsgruppen – Gesundheitspsychologen, Psychotherapeuten und Lebens- und Sozialberater – eine Weiterbildung für Supervision genau definiert“, unterstreicht Herz. Die Liste des Magistrats Graz beinhaltet vorbildhaft alle drei Berufsgruppen. Letztendlich ist es freie Entscheidung des Trägers, ob beispielsweise Volkshilfe, Rotes Kreuz oder Jugend am Werk, wen es auswählt“, so Experte Bitzer-Gavornik abschließend.