Die Bürgermeister der beteiligten Gemeinden in Graz-Umgebung. Fotos: Scheriau

Die Bürgermeister der beteiligten Gemeinden in Graz-Umgebung. Fotos: Scheriau

Präsentierten das Pilotprojekt: Manfred Grubbauer (FCC), Daniela Müller-Mezin (Müllex), Umweltlandesrat Hans Seitinger, Obmann Bgm. Markus Windisch (v.l.).

Präsentierten das Pilotprojekt: Manfred Grubbauer (FCC), Daniela Müller-Mezin (Müllex), Umweltlandesrat Hans Seitinger, Obmann Bgm. Markus Windisch (v.l.).

Restmüll „versaut“ – Pilotprojekt kommt

Freitag, 15. März 2019

Abfall-Entsorger und Land Steiermark schlagen Alarm

In der Restmülltonne landen zunehmend Abfälle, die dort nicht hinein gehören. Der Anteil beträgt nach Erhebungen und Analysen der Abfall-Entsorger bereits 60 Prozent. So landen zum Beispiel Plastik, Bioabfall, Elektrogeräte usw. in der Restmülltonne. Klarerweise muss dieser Müll dann neuerlich getrennt werden und verteuert damit die Müllgebühren für jeden Haushalt – nachzurechnen dann in den steigenden Betriebskosten.

Ein Beispiel: Achtlos in die Restmülltonne geworfene Plastikverpackung oder Plastikflaschen werden doppelt bezahlt. Was heißt das: Bereits beim Kauf einer Plastikflasche ist im Preis die Entsorgung enthalten. Muss sie nun über die Restmülltonne neuerlich getrennt werden, so sind das dann doppelte Kosten. Umweltlandesrat Johann Seitinger ersucht die Steirer daher: „Die Mülltrennung ist das Rückgrat der Ressourcenwirtschaft – das heißt, dass das Bewusstsein dahingehend ständig zu schärfen ist. Zweitens stehen uns Rohstoffe nicht endlos zur Verfügung. Umso wichtiger ist es, dass diese in einen intelligenten Kreislauf zu führen. Daher begrüße ich diese umfangreiche Initiative des Abfallwirtschaftsverbandes für eine nachhaltige Ressourcenwirtschaft.“

Die teuerste Fraktion für die Gesellschaft ist aufgrund hoher Verwertungs- bzw. Entsorgungskosten der Restmüll. Durchschnittlich wandern allein im Bezirk Graz-Umgebung jährlich 94 kg pro Einwohner in den Restmüllbehälter – mit insgesamt rund 14.000 Tonnen die größte Abfallgruppe. Vor 20 Jahren waren es jährlich nur 77 kg Restmüll pro Einwohner, das sind 18% weniger. Um die Restmülltonnen zukünftig „schlanker“ zu halten, werden nun im Pilotprojekt OST gezielt Maßnahmen in sieben östlichen Gemeinden – Eggersdorf bei Graz, Kainbach bei Graz, Kumberg, Laßnitzhöhe, Nestelbach bei Graz, St. Marein bei Graz, St. Radegund bei Graz – gestartet.

Mit drei ausgewählten Pilot-Maßnahmen soll die richtige Trennung des Abfalles forciert, die Trennqualität unter Einbindung der Bürger und Gemeinden gesteigert und eine bürgernahe Sammlung entwickelt werden. Die Projektträger sind neben dem Abfallwirtschaftsverband Graz- Umgebung, die sieben Gemeinden der Pilotregion OST und die Entsorgungsunternehmen FCC Austria Abfall Service AG und Müllex Umwelt Säuberung GmbH.

Ein Ziel des Projektes ist es, mit einer Sammlungsstrategie, die die Haushalte und Bürger viel stärker einbindet, die Fehlwurfquote zu senken. Besonders schwach fällt die Trennmoral in Mehrparteienwohnhäusern aus. Daher gibt es zum Beispiel das Vorhaben, die Vorsammelsäcke für den Restmüll zu personalisieren, um so das Bewusstsein für die richtige und daher kostengünstigste Abfallentsorgung zu schärfen.