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PVA-Chefarzt Martin Skoumal, PVA-Obmann Manfred Anderle, Landesstellenvorsitzender Christian Supper, ärztlicher Leiter des PVA ZAR Graz Andreas Spary und die Neurologin des Zentrums Petra Pühringer (v.l.). Foto: beigestellt

Graz: Erste ambulante Rehab bei Multipler Sklerose

Freitag, 26. April 2019

Multiple Sklerose ist die häufigste Erkrankung des Nervensystems bei jungen Erwachsenen.Betroffene leiden unter Schädigungen im Gehirn und Rückenmark sowie einer Entzündung der „Isolierschicht“ der Nerven und Herden mit Funktionsminderungen wobei sich verschiedene Mechanismen im Krankheitsverlauf ändern. Betroffene kämpfen unter anderem mit Gleichgewichts,- Sensibilitätsstörungen, Müdigkeit, Lähmungen und emotionalen Problemen. Rund 13.500 Menschen in Österreich leiden unter dieser Erkrankung.

Eine medizinische Rehabilitation ist ein wichtiger Beitrag in der Therapie und in der Langzeitvorsorge. Im Gegensatz zu Maßnahmen der ambulanten Rehabilitation bei anderen Krankheitsbildern muss für die ambulante MS Rehabilitation keine stationäre Rehabilitation vor der ambulanten Rehabilitation durchgeführt werden.

Nun stellte die PVA (Pensionsversicherungsanstalt) in Graz Österreichs erste ambulante Rehabilitation für Multiple-Sklerose-Patienten vor. Das ZAR (Zentrum für ambulante Rehabilitation) Graz wurde bereits 2010 eröffnet und betreut und therapiert seit damals Patienten mit unterschiedlichen Krankheitsbildern. Im Jahr 2018 waren das insgesamt 1.500.

PVA-Obmann Manfred Anderle, PVA-Chefarzt Martin Skoumal, Primar des ZAR-Graz Andreas Spary sowie die Neurologin des ZAR Graz Petra Pühringer erläuterten die Hintergründe und den Nutzen für Multiple-Sklerose-Patienten: Eine stationäre Rehabilitation bedeutete bisher jedoch ein längeres Fernbleiben von seinem persönlichen Lebensumfeld sowie eine Trennung von Familie und der Arbeitsstelle. Aus diesem Grund hat die Pensionsversicherungsanstalt (PVA) die österreichweit erste ambulante Rehabilitation „speziell für Multiple Sklerose (MS)“ erarbeitet, bei der Patienten in ihren häuslichen und beruflichen Umfeld verbleiben können. Die Rehabilitation am ZAR Graz ist für Menschen vorgesehen die durch ihre MS-Erkrankung beeinträchtigt sind oder ihren beruflichen und privaten Tätigkeiten nicht mehr im gewohnten Ausmaß nachgehen können. Ziele der Rehabilitation sind eine Verminderung der körperlichen Beschwerden, Förderung der Selbständigkeit, eine Verbesserung der Lebensqualitätals auch eine bestmögliche Integration im sozialen Umfeld. Eine Zuweisung kann über eine behandelnde Ärztin bzw. einen behandelnden Arzt erfolgen.