PK_Plabutsch_Swatek_Kahr_Schwentner_Ehmann_1

Fotos: beigestellt

Gemeinderat Niko Swatek (Neos), Elke Kahr (KPÖ), Stadträtin Judith Schwentner (Grüne) und Klubobmann Michael Ehmann von der SPÖ (v.l.).

Gemeinderat Niko Swatek (Neos), Elke Kahr (KPÖ), Stadträtin Judith Schwentner (Grüne) und Klubobmann Michael Ehmann von der SPÖ (v.l.).

Opposition zur Plabutsch-Gondel: Bürger werden hinters Licht geführt

Donnerstag, 04. April 2019

Vor Journalisten deponierte die Opposition im Grazer Rathaus mit Stadträtin Elke Kahr (KPÖ), Stadträtin Judith Schwentner (Grüne), Klubobmann Michael Ehmann (SPÖ) und Gemeinderat Niko Swatek (Neos) weiterhin ihr Nein gegen die geplante Gondelseilbahn am Plabutsch.

Wegen der massiven Kritik willigten bekanntlich Bürgermeister Nagl und Bürgermeisterstellvertreter Eustaccio ein, dass es diesbezüglich eine Volksabstimmung geben wird. Diese soll im Frühjahr 2020 stattfinden. KPÖ, SPÖ, die Grünen und die Neos fordern aber einen früheren Termin.

Im September 2017, wurden als Grundlage für die Planung der Gondelbahn 500.000 Euro für eine Machbarkeitsstudie aus dem Investitionsfond freigeben und weitere 500.000 im November 2018.

Diese Studie wurde bis dato zwar nicht von den Verantwortlichen veröffentlicht, ist aber wesentlich für das Projekt und auch für die geplante Volksabstimmung. Den Bürgern muss das Projekt erst zugänglich gemacht werden, bevor darüber abgestimmt werden kann und das bezweckt unter anderem diese Studie.

Die Holding Graz schrieb vor wenigen Wochen die Generalplanung für das Projekt Plabutsch-Seilbahn inklusive eines architektonischen Gestaltungswettbewerbes für Berg- und Talstation aus.

Bei der Pressekonferenz verweist Elke Kahr auf die Erholungsfunktion der Waldflächen in Graz und auf die negativen Auswirkungen bezüglich einer Verringerung dieser um 184.012 Quadratmeter.

Des Weiteren kritisiert die Opposition die nicht vorhandene Transparenz, bezüglich der Machbarkeitsstudie und der damit verbundenen Kosten, kritisiert. „Die Bürgerinnen und Bürger werden hinters Licht geführt“, so Judith Schwentner. Auf Grund dessen haben die beteiligten Parteien gestern den Antrag für eine Prüfung des Vorhabens beim Stadtrechnungshof eingereicht.

Der Stadtrechnungshof soll mehrere Aspekte rund um das Gondelprojekt hinterfragen. Ein Punkt davon ist der Deal zwischen der Stadt Graz (GBG) und Dr. Helmut Marko. Dieser hat umfangreiche Grundflächen am Plabutsch. Ein Teil davon erstreckt sich auch über den Bereich der geplanten Trasse.

„Die Stadt gibt rund 20 Hektar Wald aus Ihrer Hand. Das ist eine Fläche, die so beinahe so groß ist wie der Schlossberg und der Augarten zusammen“, erklärt Stadträtin Elke Kahr (KPÖ). „Die Befürchtung liegt nahe, dass die Stadt hier doppelt zum Handkuss kommt: einmal mit dem Verlust von 200.000 m² Wald und dann darf sie eine Entschädigung dafür zahlen, dass Dr. Marko die Gondel über die neuerworbenen Flächen verlaufen lässt“, so Kahr.

Die KPÖ, SPÖ Neos und die Grünen gehen davon aus, dass der Stadtrechnungshof die Ergebnisse im Herbst präsentieren wird.