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Fotos: Heimo Ruschitz

Die steirische Breite der Milchwirtschaft (v.l.): Jakob Karner (Obmann Obersteirische Molkerei), Hans Loibner (Vorstand Berglandmilch und Obmann Steirermilch), Präsident Franz Titschenbacher, Milchbäuerin Elisabeth Hörmann, Landesrat Johann Seitinger, Hermann Schachner (Obmann Landgenossenschaft Ennstal).

Die steirische Breite der Milchwirtschaft (v.l.): Jakob Karner (Obmann Obersteirische Molkerei), Hans Loibner (Vorstand Berglandmilch und Obmann Steirermilch), Präsident Franz Titschenbacher, Milchbäuerin Elisabeth Hörmann, Landesrat Johann Seitinger, Hermann Schachner (Obmann Landgenossenschaft Ennstal).

Präsident Franz Titschenbacher: „Unsere Milchbauern setzen auf Tierwohl, Tiergesundheit und hochwertige Produktqualität im Einklang mit einem sinnvoll-notwendigen Fortschritt und den Konsumentenwünschen. Das muss über den Produktpreis honoriert werden.“

Präsident Franz Titschenbacher: „Unsere Milchbauern setzen auf Tierwohl, Tiergesundheit und hochwertige Produktqualität im Einklang mit einem sinnvoll-notwendigen Fortschritt und den Konsumentenwünschen. Das muss über den Produktpreis honoriert werden.“

Landesrat Johann Seitinger: „Milch ist und bleibt ein wahres Meisterstück der Evolution. Kein anderes Produkt bindet so viele Emotionen. Die Milcherzeugung ist aber auch mit viel Arbeit, Wissen und Verantwortung verbunden. Daher gebührt allen Bauernfamilien, die sich der Milcherzeugung widmen, höchste Wertschätzung. Unsere heimische Milcherzeugung, insbesondere im Berggebiet, ist im Wettbewerb mit den großen Milchländern Europas nur dann aufrecht zu erhalten, wenn wir weiterhin so innovative Qualitätsprodukte erzeugen und für die erschwerten Arbeitsbedingungen im Berggebiet einen fairen Bewirtschaftungsausgleich erhalten.“

Landesrat Johann Seitinger: „Milch ist und bleibt ein wahres Meisterstück der Evolution. Kein anderes Produkt bindet so viele Emotionen. Die Milcherzeugung ist aber auch mit viel Arbeit, Wissen und Verantwortung verbunden. Daher gebührt allen Bauernfamilien, die sich der Milcherzeugung widmen, höchste Wertschätzung. Unsere heimische Milcherzeugung, insbesondere im Berggebiet, ist im Wettbewerb mit den großen Milchländern Europas nur dann aufrecht zu erhalten, wenn wir weiterhin so innovative Qualitätsprodukte erzeugen und für die erschwerten Arbeitsbedingungen im Berggebiet einen fairen Bewirtschaftungsausgleich erhalten.“

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Bauern bekommen für ihre Milch zu wenig

Montag, 27. Mai 2019

Weltmilchtag: Bauern-Appell für einen fairen Preis im Handel

Die Bauern als Milchproduzenten nicht – alle anderen können sich die Kosten bei Milchprodukten vom Konsumenten abgelten lassen: die Molkereien, die an den Handel und ihre sonstigen Abnehmer ihre Milchprodukte liefern; der Handel, der den Konsumenten zur Kasse bittet, mit Milchprodukten viel Werbung macht und damit den Konsumenten zum Griff ins Regal verlocken möchte. Und die Rechnung geht auf, wie sich aus den „Erlösbilanzen“ der Molkereien und der Handelsketten ablesen lässt.

Völlig eingezwängt in dieses Marktkonzept ist der Milchproduzent – sprich: sind die heimischen Milchbauern. Er kann, nein, er muss an 365 Tagen seine Milch an die Molkerei liefern – außer er verfügt auch über eine Mutterkuh-Haltung in seinem Betrieb. Dabei wird die Milch an das Kalb verfüttert. Im Handel kostet ein Liter Milch knapp 1 Euro für Standardware und steigt dann bis zu 1,30 Euro. Der Bauer als Milchproduzent erhält zwischen 32 und maximal 40 Cent pro Liter. Zu wenig, um damit seine Produktionskosten zu decken, wie Milchbäuerin Elisabeth Hörmann aus Bruck an der Mur berichtet: „Wir stellen höchste Qualität und als einzige zu hundert Prozent gentechnikfreie Milch her. Um die gesellschaftlichen Erwartungen zu erfüllen, haben wir uns höhere Standards bei Tierwohl und Fütterung auferlegt. Trotz dieser nachhaltigen Bemühungen und Mehrkosten spüren wir vom Handel kein Zeichen, diese Höherqualifizierung auch zu schätzen und entsprechend abzugelten. Die Konsumenten fordern es, wir Bauern liefern es, der Handel zahlt es nicht.“

Der Kostendruck führt dazu, dass in der Steiermark in den letzten 20 Jahren die Zahl der Milchlieferanten von 10.314 auf 4.229 zurück gegangen ist und die Tendenz ist weiter fallend. Die Bauernfunktioniere Hans Seitinger (Landesrat) und Franz Titschenbacher (Landwirtschaftskammer-Präsident) erläutern Problematik kostendeckender Produktionspreise. So werde ein Milchproduzent in Dänemark, Norddeutschland mit hunderten Kühen mit 20 Cent Kostendeckung pro Liter möglicherweise das Auslangen finden. Ein heimischer Bergbauer könnte aber mit selbst mit 60 Cent pro Liter nur knapp, wenn überhaupt, das Auslangen finden. Die Möglichkeiten aus der Sicht der heimischen Agrarfunktionäre: Der Handel müsse höhere Produktpreise bei Milch zulassen und die Förderung der heimischen Milchbauern auch als Erhalter der Kulturlandschaft – ganz wichtig für den Tourismus – sei ein unabdingbares Gebot für die Politik. Nur dann habe nachhaltige Milchwirtschaft in Österreich auch eine Zukunft.

Um die Dimension der heimischen Produktion einordnen zu können: In Österreich werden zwei Prozent des Weltmilchverbrauchs produziert. Die Landwirtschaftskammer berät und unterstützt die Milchbauern zu Fragen der Tiergesundheit, des Tierwohls, zur Produktqualität, der Betriebsentwicklung und unterstützt sie bei der Weiterbildung. Die Milchwirtschaft ist die größte Sparte der heimischen Landwirtschaft. Diese sichert 11.200 Arbeitsplätze. Die drei größten Molkereien im Lande – die Landgenossenschaft Ennstal/Ennstal Milch, die Obersteirische Molkerei und die Bergland Milch – sind nur deshalb erfolgreich, weil sie mit ihren Milch- und Käseprodukten im Export erfolgreich sind.

Um die Bevölkerung auf heimische Milch und Milchprodukte aufmerksam zu machen, verteilen Stainzer Milch und Landwirtschaftskammer anlässlich des Weltmilchtages am 1. Juni auf dem Grazer Hauptplatz heimische und Milch und Milchprodukte.