KPÖ-LAbg. Werner Murgg. (Foto: Karl Gruber / Wikimedia Commons/CC BY-SA 3.0)

Fernwärmeversorgung ab 2020 in Graz nicht gesichert

Dienstag, 28. Mai 2019

KPÖ fordert neuen Vertrag ein

Aufgrund auslaufender Verträge zwischen Energie Steiermark, dem Verbund und der APG AG droht ab Juni 2020 ein Engpass bei der Versorgung mit Fernwärme, warnt KPÖ-LAbg. Werner Murgg beim Pressegespräch. Michael Schickhofer, Landeshauptmann-Stv. streitet ab, dass die Fernwärmeversorgung in Gefahr sei und nannte zwar alternative Fernwärmequellen, konnte aber nicht sagen, zu welchen Preisen dort produziert werden könnte.Bleibt die Regierung weiter untätig, droht eine starke Erhöhung des Energiepreises. Die KPÖ drängt auf eine Einigung mit dem Verbund, damit die Haushalte auch nach Mai 2020 mit umweltfreundlicher Fernwärme zu sozial verträglichen Preisen versorgt werden.

Die KPÖ befürchtet, dass die Landesregierung fahrlässig die Fernwärmeversorgung der Stadt Graz aufs Spiel setzt. Wir haben mehrere Vorschläge gemacht, wie das Land ab 2020 die Fernwärmeversorgung sichern kann, ohne dass es zu einer enormen Teuerung kommt. Während eine MWh in Mellach 19 Euro kostet, liegt der Preis der Fernwärme aus der Puchstraße bei 29 Euro / MWh und bei Sappi bereits bei 38 Euro. Will man bei der Fernwärmeversorgung im Großraum Graz nicht auf teure und unsichere Quellen setzen, braucht man langfristige Verträge. Tatsache ist, dass es derzeit keine über das Jahr 2020 hinausgehende Vereinbarungen gibt und alternative Versorger bei weitem nicht über ausreichend Kapazitäten verfügen, um den Bedarf zu decken klagt Murgg.

Derzeit wird der Bedarf vor allem durch das Verbund-Kraftwerk in Mellach gedeckt. Weitere Einspeiser sind das Fernheizkraftwerk Puchstraße „alt und neu“, Sappi in Gratkorn, die Marienhütte und kleinere Fernwärme-Erzeuger. Eine der Anlagen in der Puchstraße dient lediglich der Spitzenabdeckung, ein Dauerbetrieb wäre ökologisch und wirtschaftlich unsinnig und würde wesentlich mehr Schadstoffe und Feinstaub produzieren.

Die Stadt Graz, Land und Energie Steiermark haben in den vergangenen Jahren zig Millionen Euro in die Versorgungssicherheit investiert. Die Versorgungsleitung von Sappi, welche allein 15 Prozent des Fernwärmebedarfs in Graz deckt, ist neu. Das Fernheizwerk Puchstraße wurde ebenso ausgebaut. 110 Millionen Euro wurden in Graz von 2007 bis 2017 investiert – weitere 60 Millionen Euro sollen bis 2023 folgen.

Das Auslaufen der Verträge rückt jedoch immer näher und Alternativen, wie das Projekt „Big Solar“, werden immer ungewisser. Das Land Steiermark wird mit dem Verbund über das Jahr 2020 hinaus einen Vertrag abschließen müssen.Die KPÖ drängt deshalb auf eine Einigung der Energie Steiermark, die zu 75 % dem Land Steiermark gehört, mit dem Verbund einen neuen Vertrag auszuhandeln.