LINAC_c KAGes

Bei der Strahlentherapie werden die Krebszellen mithilfe ionisierender Strahlung oder Teilchenstrahlung zerstört. Die Strahlung schädigt die Erbsubstanz der Zellen, sodass die Zellteilung aufhört und die Zellen untergehen. Die Tumore werden kleiner oder verschwinden sogar. Der Linearbeschleuniger ist das Gerät, mit welchem die Bestrahlung ausgeführt wird. Er ist ein Teilchenbeschleuniger, der geladene Teilchen wie Elektronen, Positronen oder Ionen in gerader Linie beschleunigt. Am Ende der Beschleunigungsstrecke treten sie dann entweder als Therapiestrahl aus dem Gerät aus oder treffen auf eine Wolframplatte im Gerät. Durch diesen Aufprall entstehen sogenannte Photonen, die sich durch ihre physikalischen Eigenschaften hervorragend dazu eignen, Regionen zu behandeln, die tiefer unter der Haut liegen. Während man also mit Elektronen oberflächliche Erkrankungen behandelt, nutzt man für die Therapie der meisten Erkrankungen die Photonen.

Fotos: KAGes

Fotos: KAGes

Strahlen, die Tumore heilen

Mittwoch, 26. Juni 2019

Zwei zusätzliche Hochleistungs-Linearbeschleuniger am LKH-Univ. Klinikum Graz

„Messer, Medikamente und Strahlung bekämpfen den Krebs. Und es ist eine Kombination aus diesen drei Therapiemöglichkeiten, welche den Patienten helfen“, so KAGes Vorstandsvorsitzender Karlheinz Tscheliessnigg anlässlich der feierlichen Eröffnung der Erweiterung des Strahlentherapiezentrums am LKH-Univ. Klinikum Graz mit zwei Linearbeschleunigern.

Linearbeschleuniger sind topmoderne Hightech-Geräte, die im Idealfall lokal begrenzte Krebsarten wie beispielsweise Kehlkopfkrebs oder Prostatakrebs allein durch Bestrahlung heilen können. Im Gegensatz zur medikamentösen, im ganzen Körper wirkenden („systemischen“) Chemotherapie ist die Strahlenbehandlung eine rein lokale Maßnahme – die tumorzerstörende Wirkung tritt also nur innerhalb des Bestrahlungsfeldes auf. Darüber hinaus kann eine Strahlentherapie in der Krebsbehandlung eingesetzt werden, um Beschwerden zu lindern oder vorzubeugen.

Mit den beiden zusätzlichen Hochleistungs-Linearbeschleunigern verbessern sich die Möglichkeiten zur Behandlung steirischer Krebspatienten am LKH-Univ. Klinikum Graz wesentlich. Die LINACs (LINear ACcelerator) sind medizintechnische Großgeräte, die gezielt zur Behandlung von Tumoren eingesetzt werden. „Die vorhandene Anzahl von Linearbeschleunigern in der Steiermark, bezogen auf die Einwohnerzahl, lag bislang unter dem österreichischen Versorgungsdurchschnitt. 2008 wurde die Anzahl der Linearbeschleuniger am Strahlentherapiezentrum von drei auf fünf erweitert“, erläutert Wolfgang Köle, Ärztlicher Direktor des LKH-Univ. Klinikum Graz. Dennoch mussten die Patienten im Schichtbetrieb bis ca. 22.00 Uhr behandelt werden. Dies führte oftmals zu belastenden Situationen und Unannehmlichkeiten für die PatientInnen. Im Juli 2017 wurde im LKH Hochsteiermark, Standort Leoben eine zusätzliche Strahlentherapie mit einem LINAC in Betrieb genommen. Dies brachte den obersteirischen Patienten wesentliche Erleichterungen und Verbesserungen, wobei Bestrahlungs-Spezialtechniken weiter in Graz durchgeführt wurden und werden.

Der Erweiterungsbau mit den beiden LINACs 6 und 7 bedeutet einen weiteren Qualitätsschub für die südost-österreichische Krebsmedizin mit einer weiteren Verkürzung der Wartezeiten und durch den Wegfall des Schichtbetriebes auch weniger belastende Behandlungen.