Gewinner 2019 Stadtgemeinde Weiz

LR Anton Lang überreichte Vertretern der Stadtgemeinde Weiz den VCÖ-Mobilitätspreis 2019 für deren Projekt „City Walk“. Foto: Frankl

Foto: Stadtgemeinde Weiz

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Donnerstag, 29. August 2019

VCÖ-Mobilitätspreis Steiermark 2019 hat gleich vier Gewinner

„City Walk“ nennt sich das EU-weite Projekt, für das die Stadtgemeinde Weiz von Verkehrslandesrat Anton Lang, dem VCÖ und der ÖBB den Mobilitätspreis Steiermark 2019 überreicht bekam. Mittels einer 3D-Kamera und einer intelligenten Software werden an einer stark frequentierten Fußgänger- und Radfahrerbrücke im Eingangsbereich zur Innenstadt eben Fußgänger und Radfahrer getrennt erfasst. In den letzten drei Monaten verzeichnete man 157.000 Fußgänger und knapp 19.000 Fahrradfahrer. „Eine Zahl, die uns alle völlig überrascht hat“, so Bürgermeister Erwin Eggenreich bei der Preisverleihung in Graz. Weiters sind in der Innenstadt Bereiche in Form von konzentrischen Kreisen dargestellt, die man innerhalb von fünf bzw. zehn Minuten fußläufig erreicht. „Wir haben im Rahmen des Projekts ,CityWalk‘ einen Masterplan Gehen erarbeitet und konkrete Maßnahmen für eine fußgängerfreundliche Straßengestaltung umgesetzt. Das Wegenetz wurde ausgebaut und Bewusstseinskampagnen in Kooperation mit den Weizer Schulen umgesetzt.“

Als vorbildliche Projekte wurden zudem das Mobilitätsmanagement der Med Uni Graz, die klimaverträgliche Güterlogistik des Transportunternehmens Wenzel Logistics sowie eine umfassende Radnetzstudie ausgezeichnet.

Die Medizinische Universität Graz erhielt im Jahr 2018 569 Öffi-Jobtickets, mit diesen können Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kostenlos mit dem Öffentlichen Verkehr zur Arbeit fahren. Für alle, die mit dem Fahrrad zur Arbeit kommen gibt es 125 Euro pro Jahr in Form von Gutscheinen für ein Fahrradfachgeschäft ihrer Wahl. 87 dieser Fahrradgutscheine wurden vergeben.

Die Verbesserung der Klimabilanz des Güterverkehrs ist eine besonders große Herausforderung. Das Transportunternehmen Wenzel Logistics aus Premstätten hat im Rahmen des EU-Projekts „Nextrust“ Lösungen erarbeitet. Es ist gelungen, durch Kooperation mit anderen Transportunternehmen Fahrten zu bündeln, Leerfahrten zu vermeiden und viele Transporte auf die Schiene zu verlagern. Wenzel Logistics wurde ebenfalls als vorbildliches Projekt beim VCÖ-Mobilitätspreis Steiermark prämiert.

Viele Autofahrten sind in Radfahrdistanz. Die vorhandene Infrastruktur entscheidet ganz wesentlich über das Mobilitätsverhalten. Die Radnetzstudie für den steirischen Kernballungsraum zeigt auf, wo der Bedarf für den Ausbau des Radwegnetzes besteht. Für die Bedarfserhebung wurden die Radverkehrsdaten der BikeCitizens App verwendet. Das Projekt wurde vom Start-Up BikeCitizens gemeinsam mit der TU Graz, dem Land Steiermark und dem Planungsbüro Fallast Tischler & Partner durchgeführt und beim VCÖ-Mobilitätspreis ausgezeichnet.

Auch Dietmar Schubel von der ÖBB-Infrastruktur gratuliert allen PreisträgerInnen und betont: „Als größtes Klimaschutzunternehmen Österreichs gehört es zu den Kernaufgaben der ÖBB, klimafreundliche Mobilität anzubieten. Zudem arbeiten wir daran, das Streckennetz im Sinne unserer Kunden zu erhalten, zu modernisieren und auszubauen. In der Steiermark sind bereits 100 Prozent der Koralmbahn in Bau. Nach Inbetriebnahme der Koralmbahn im Dezember 2025 wird die Fahrzeit von Graz nach Klagenfurt nur mehr 45 Minuten betragen.“

„Den Verkehr auf Klimakurs zu bringen ist eine besonders große Herausforderung. Um die Klimaziele erreichen zu können, müssen wir jedes Klimaschutz-Potenzial nutzen. Die vier Projekte, die wir heute beim VCÖ-Mobilitätspreis Steiermark 2019 auszeichnen zeigen, wie die Klimabilanz des Verkehrs verbessert werden kann“, gratuliert VCÖ-Expertin Ulla Rasmussen den Gewinnerinnen und Gewinnern. „Sämtliche Preisträgerinnen und Preisträger haben das diesjährige Motto `Mobilitätswende voranbringen´ mit ihren Projekten perfekt in die Realität umgesetzt und damit wesentliche Beiträge dafür geleistet, dass die Steiermark ihre Klimaziele erreichen kann“, freut sich der zuständige Landesrat Anton Lang.