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Foto: Heimo Ruschitz

Bangen bei SPÖ und FPÖ

Sonntag, 29. September 2019

965.659 Steirer sind heute zur Stimmabgabe aufgerufen

Wenn heute kurz nach 17 Uhr die ersten Hochrechnungen veröffentlicht werden, dann wird es kurz davor bange Gesichter bei den Anhängern der SPÖ, aber auch bei jenen der FPÖ geben. Auslöser sind nicht zuletzt die zum Teil unterschiedlichen Prognosen der letzten Umfragen. Die ÖVP mit Sebastian Kurz dürfte mit 30+ % als klarer Sieger feststehen. Aber um Platz zwei gibt es ein Wettrennen zwischen FPÖ und SPÖ. Das OGM-Umfrageergebnis im Auftrag der „Kleinen Zeitung“ sieht die FPÖ mit 24 Prozent voran, dahinter soll die SPÖ mit 20 Prozent folgen. Doch niemand wagt offiziell einzuschätzen, wie viele Stimmen der Spesenskandal von Heinz-Christian Strache die FPÖ kosten wird. Laut Meinungsforschern entscheidet sich nämlich ein hoher Prozentanteil von FPÖ-Wählern erst in der Wahlkabine, wem sie dann tatsächlich ihre Kreuzerl geben. Die Grünen werden auch in der Steiermark einen Zuwachs vermelden können, wie auch die Neos. Als eher unwahrscheinlich gilt, dass die Liste Jetzt (Pilz) ihr gutes Ergebnis aus dem Jahr 2017 halten wird können. Damals schaffte sie in der Steiermark 3,9 %, in Graz-Stadt sogar 7,3 %.

Bei der Nationalratswahl 2017 sah das Ergebnis folgendermaßen aus: ÖVP – Steiermark 31,5 %, Graz 27,2 %, SPÖ – Steiermark 25,1 % Graz 27,4 %, FPÖ – Steiermark 29,4 % Graz 19,4 %, Grüne – Steiermark 2,8 % Graz 6,3 % Neos – Steiermark 5,0 % Graz 8,6 %.

Die Steiermark ist ein schwieriges Feld für die Politologen und Meinungsforscher. Kaum woanders sind das Spannungsfeld und die Bandbreite zwischen Stadt und Land so groß wie hier. Graz ragt da als „Stadt der Wechselwähler“ besonders heraus. Im Jahr 2015 gal Hermann Schützenhöfer bereits als Wahlsieger, gab als solcher schon erste Stellungnahmen ab, bis das Endergebnis von Graz kam. Dieses sah Franz Voves knapp voran, rettete das Ergebnis der SPÖ in der Landeshauptstadt Franz Voves den Sieg.

Nach der Wahl ist heute Abend vor der Wahl. Am 24. November 2019 gibt es in der Steiermark bekanntlich die vorgezogenen Landtagswahlen. Schon im Vorfeld wird darüber wild spekuliert und diskutiert, ob im Sog des Sieges von Sebastian Kurz auch Hermann Schützenhöfer als Spitzenkandidat der ÖVP davon profitieren und die 30-Prozent-Marke überspringen wird. Sollte die SPÖ mit Michael Schickhofer heute hinter der FPÖ bleiben, könnte ihr in den nächsten Wochen nur ein Umstand nützen: Dass der Konflikt um Heinz-Christian Strache zu einer Zerreißprobe in der FPÖ führt und sie damit auch bei der Landtagswahl in der Steiermark Wähler verliert.