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Gratulieren zu Neo-Auftrag und Jubiläum: ACstyria-Geschäftsführerin Christa Zengerer, WK-Präsident Josef Herk und Hannes Tieber, Bürgermeister von Peggau, mit AMES-Gründer Walter Starzacher (l., sitzend) und AMES-Geschäftsführer Daniel Maier (v. l.). Fotos: AMES/Priesch

In dieser Boeing 737 steckt AMES-Know-how: Innenraumkomponenten wie die Trennwände zwischen Economy und Business Class stammen aus Peggau. (Credit: Icelandair)

In dieser Boeing 737 steckt AMES-Know-how: Innenraumkomponenten wie die Trennwände zwischen Economy und Business Class stammen aus Peggau. (Credit: Icelandair)

Produzieren für den Weltmarkt und über 400 Airlines: AMES-Gründer Walter Starzacher und AMES-Geschäftsführer Daniel Maier

Produzieren für den Weltmarkt und über 400 Airlines: AMES-Gründer Walter Starzacher und AMES-Geschäftsführer Daniel Maier

Über 100 verschiedene Kabinenprodukte wurden von AMES bereits entwickelt. Die jüngste Entwicklung ist das „Smart Glass“, eine Hightech-Trennscheibe.

Über 100 verschiedene Kabinenprodukte wurden von AMES bereits entwickelt. Die jüngste Entwicklung ist das „Smart Glass“, eine Hightech-Trennscheibe.

Erfolgreich in der Luftfahrt

Freitag, 13. September 2019

Unternehmen AMES aus Peggau

Es ist eine der internationalen Erfolgsgeschichten eines steirischen Unternehmens, die aufhorchen lässt. Wenn Sie als Passagier in einem Flugzeug sitzen, dessen Kabinenraum bereits einmal modifiziert – erneuert – worden ist, dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass zumindest Teile davon und hochwertige Komponenten von der Firma AMES aus Peggau kommen. Ja, Sie haben richtig gelesen, denn praktisch alle namhaften Fluglinien vertrauen auf die Flexibilität, Kreativität und Kompetenz des 2004 gegründeten Unternehmens.

Über 100 verschiedene Kabinenprodukte wurden dabei entwickelt, das jüngste Peggauer Innenraum-Bauteil landet nun in 200 Flugzeugen einer südamerikanischen Airline. Die Wirtschaftskammer Steiermark und der Mobilitätscluster ACstyria betonen die Vorreiterrolle des Unternehmens.

Wenn AMES-Gründer Walter Starzacher an die Anfänge seines Unternehmens AMES denkt, huscht ein Ausdruck des Lächelns dicht gefolgt von einem ernsten Blick über seine Miene: „Wir konnten in keine Schublade eingeordnet werden. Die entsprechenden Formulare und bürokratischen Vorgänge konnten nicht auf unseren Unternehmensgegenstand umgelegt werden. Bis zur Gründung von AMES gab es das hierzulande nicht“, sagt Starzacher. Der Unternehmensgegenstand ist mittlerweile – dank der Vorreiterrolle des in Peggau beheimateten Flugzeugzulieferers – geläufig: das Umrüsten von Flugzeugkabinen, der sogenannte Retrofitmarkt. Stauschränke, Teppiche, In-Flight-Entertainment-Systeme und vieles mehr werden von AMES getauscht. Ein stark wachsendes Geschäft: Zuletzt wies der Retrofitmarkt ein Marktvolumen von 16,8 Milliarden Euro aus – bei einer Steigung von mehr als 8,1 Prozent. Bei AMES hatte man diese Entwicklung bereits 2004 prognostiziert: Zunächst als Entwicklungsbetrieb in der Luftfahrtindustrie, zwei Jahre später auch als eine der ersten europäischen Luftfahrt-Zertifizierungsstellen. Seit zehn Jahren produziert man am Firmenstandort in Peggau auch – von der der Europäischen Flugsicherheitsbehörde EASA – zertifizierte Kabinenbauteile. „Konkret können wir durch unsere EASA-Zulassungen den gesamten Lebenszyklus von Innenraum-Komponenten für alle Luftfahrzeugtypen abdecken – von der Entwicklung über die Produktion bis hin zur finalen Zulassung inklusive Instandhaltungsmanagement. Das macht uns zu einem One-Stop-Shop“, erklärt Starzacher.

100. Produkt landet in Südamerika
Es ist ein Sonderstatus über den Wolken, den sich AMES erarbeitet hat: „Weltweit gibt es kein vergleichbares Unternehmen wie uns, was die hohe Anzahl an Zertifizierungen in dieser Unternehmensgröße angeht“, betont der AMES-Gründer. Nahezu jede große Airline oder Leasinggesellschaft macht sich dieses Know-how zunutze – aktuell etwa eine südamerikanische Airline: AMES zeichnet dabei von der Entwicklung bis zur besonders zertifizierungskritischen Integration von rund 200 neuartigen Hightech-Trennwänden. Das sogenannte „Smart Glass“, das klassische Vorhänge ersetzt, ist bereits in rund 100 Airbus A320-Modellen verbaut, 100 weitere sollen in den nächsten Monaten folgen. „Bei Start und im Landeanflug wird der Sichtschutz innerhalb der Flugkabine elektrisch ausgeschaltet, um aus Sicherheitsgründen einen Überblick über sämtliche Passagiere gewährleisten zu können“, sagt Starzacher. Erst im März hatte das Unternehmen das Innenraum-Produkt, die insgesamt bereits 100. Innovation des Unternehmens, auf der Hamburger Fachmesse für Flugzeuginterieur vorgestellt. Als Anhaltspunkt: Die Kosten für die Zulassung beliefen sich auf eine halbe Million Euro.

Rasche Reaktionen auf Neo-Regelungen
Das Unternehmen hat damit auf eine erst unlängst durch die Europäische Flugsicherheitsbehörde eingeführte Regelung reagiert: „Die Stärke von AMES ist es, auf neue Regelungen in der Luftfahrt sehr rasch reagieren zu können und so den Kunden innovative Lösungen anzubieten. Fundament für diese Flexibilität ist unser hochkompetentes Team aus Luftfahrtingenieuren. Wir haben schon vor vielen Jahren erkannt, wie wichtig gut ausgebildete, zufriedene und hochmotivierte Mitarbeiter sind, daher unterstützen wir diese mit sämtlichen Möglichkeiten der Aus- und Weiterbildung“, betont Daniel Maier, Geschäftsführer von AMES. Diese Innovationsfreudigkeit von AMES sei „wesentlicher Treiber für die gesamte Luftfahrtbranche in der Steiermark“, betont Christa Zengerer, Geschäftsführerin des Mobilitätscluster ACstyria. Mehr als 80 steirische Unternehmen seien in der Luftfahrt tätig, dem Peggauer Betrieb komme dabei eine Vorreiterrolle zu. Denn: „Insbesondere im Bereich Zulassung und Kabineninterieur ist das Unternehmen ein wichtiger strategischer Partner für den Mobilitätscluster und zahlreiche steirische Betriebe“, erklärt die ACstyria-Geschäftsführerin.

Hohe Wertschöpfung durch AMES
Wirtschaftskammer-Präsident Josef Herk, der gemeinsam mit Walter Starzacher – und Antemo-Geschäftsführer Herbert Brunner – einst die Integration der Luftfahrt in den Mobilitätscluster ACstyria initiierte, betont: „Führende Innovationsunternehmen wie AMES tragen zu einer deutlichen Wertschöpfungssteigerung in der gesamten Steiermark bei. Jeder Arbeitsplatz von AMES führt zu vier weiteren in der Region.“ Allein der aktuelle Auftrag habe „zu 90 Prozent steirische Wertschöpfung“, betont Herk. Ins selbe Horn stößt Peggaus Bürgermeister Hannes Tieber: „Direkt gegenüber dem – mit regionalen Partnern erbauten Hauptquartier des Unternehmens – sind beispielsweise neue Arbeitsplätze in einer Schneiderei und in einer speziellen Luftfahrt-Druckerei entstanden. Diese produzieren für AMES unterschiedliche Vorhänge sowie spezielle Klebefolien für die Flugzeugkabine aber auch für die Luftfahrzeug-Außenhaut.“