v.l.n.r. Bürgermeister Michael Wallmann, Nationalratsabgeordneter Jörg Leichtfried, Geschäftsführer Johann Kleinhofer, Harald Schmid (JUFAS), Bauplaner Dipl.-Ing. Christian Ziegler, Gernot Fischer (Doppelmayer)

Bürgermeister Michael Wallmann, Nationalratsabgeordneter Jörg Leichtfried, Geschäftsführer Johann Kleinhofer, Harald Schmid (JUFAS), Bauplaner Christian Ziegler und Gernot Fischer von Doppelmayer (v.l.). Fotos: Anna Scherfler

Geschäftsführer Johann Kleinhofer, Harald Schmid (JUFAS) und Bauplaner Christian Ziegler (v.l.).

Geschäftsführer Johann Kleinhofer, Harald Schmid (JUFAS) und Bauplaner Christian Ziegler (v.l.).

Geschäftsführer Johann Kleinhofer kürzlich bei der Besichtigung der Baustelle mit Medienleuten

Geschäftsführer Johann Kleinhofer kürzlich bei der Besichtigung der Baustelle mit Medienleuten

Neue Seilbahn nimmt langsam Fahrt auf …

Dienstag, 10. September 2019

Von Helmut Dietl

Am Mariazeller Hausberg wird derzeit eine neue Umlaufseilbahn errichtet – das Tourismus- und Freizeitangebot wird erweitert. Anfang Dezember sollen die ersten Gäste mit dem „Bürgeralpe Express“ transportiert werden können.

„Es liegt noch reichlich Arbeit vor uns, aber wir befinden uns im Zeitplan“, so beschreibt Chefplaner Christian Ziegler den baulichen Verlauf des Millionenprojekts „Bürgeralpe Express.“ Über viele Jahrzehnte diente eine alte Schwebebahn als Hauptransportmittel auf den Hausberg der Mariazeller. Durch stetige Erweiterungen des Freizeitangebots reichte deren Kapazität – speziell bei Events – aber kaum noch aus. Ab kommenden Winter soll sich das ändern.

Die neue Hightech-Umlaufbahn wird zugleich auch das Herzstück einer Tourismusoffensive zur Neupositionierung des Mariazeller Landes darstellen. Kürzlich konnte man sich bei einer öffentlichen „Visite“ ein Bild darüber machen. Genauer gesagt über den Verlauf der Bauarbeiten. „Jetzt erkenne ich langsam, dass hier eine Talstation entstehen soll“, äußerte sich einer der vielen Besucher. Die baulichen Herausforderungen haben es tatsächlich in sich. „Denn inmitten der Innenstadt von Mariazell herrschen nur limitierte Platzverhältnisse“, erläutert Ziegler. Schwierigkeiten und Aufwand werden sich dennoch lohnen: „800 Personen pro Stunde sollen nämlich hier künftige auf´s Bergareal befördert werden können und darüber hinaus soll die Bahn besonders bedienerfreundlich, barrierefrei und lärmschützend sein.“

Von den insgesamt 22 vorgesehenen Gondeln werden 21 im Regelverkehr stehen. Die Nummer 22 ist eine sogenannte Hochzeitsgondel und wird nur anlassbezogen fahren. An der Talstation ist natürlich auch eine Verleihstelle für Räder im Sommer, sowie Ski im Winter vorgesehen. Die Wintersportler gelangen direkt von der Piste – anhand einer schmalen Abfahrt, bzw. der Rodelbahn – bergseitig auf eine Art Bahnsteig an der Station.

In der Gesamtbudgetierung enthalten sind auch eine Pistengerätehalle und eine Verstärkung zur Beschneiung. Hingegen mussten die ursprünglichen Pläne für die Bergarena und der Teilumbau des Berggasthofs verworfen werden, da das alte Gebäude angeblich unter Denkmalschutz gestellt wurde. Der Bau einer großen Sitzterrasse und Riesenschaukel wird indes weiterhin angepeilt. Was die Investitionshöhe angeht, beläuft sich die Erbauung der Umlaufbahn auf rund acht Millionen Euro. Zusätzlich sollen drei Millionen Euro in die Intensivierung der genannten Beschneiungsanlage, in die Gerätehalle sowie in zusätzliche Berg-Attraktionen fließen.

Die ausgehandelte Drittel-Finanzierung wurde durch das Land Steiermark und die Volksbank aufgebracht, sowie über die Gesellschafter samt örtlicher Wirtschaft. Weitere 650.000 Euro sind für einen neu zu errichtenden Parkplatz nahe der Talstation notwendig. Das Gesamtvolumen erreicht somit knapp 20 Millionen Euro – inklusive geplanter Umbauten der beiden im Ort ansässigen JUFA-Häuser. Durch die gezielten Investitionen wird sich der Wallfahrtsort nun noch besser als Sommer- und Freizeitdestination positionieren.

Was den Wintertourismus betrifft: Im Vorfeld des jetzigen Projekts stand auch eine Alternativ-Variante im Raum. Sprich eine Neuerrichtung des alten Ski-Sesselliftes im 1,5 Km entfernten St. Sebastian – einhergehend mit einer Art Adaption, sprich Aufpeppen, der alten Schwebebahn. Die vorhandene Ski-Infrastruktur mit den Liftanlagen ist in die Jahre gekommen. Will man im Wintergeschäft – als Familienskiberg in der Region – weiterhin konkurrenzfähig sein, sind auch in diesem Bereich Investitionen in der Zukunft zu forcieren.