218_19 am 30.07.2019

Bürgermeister Siegfried Nagl (li.) und sein Vize Mario Eustacchio. Foto: Stadt Graz / Fischer

Freude bei Stadträtin Elke Kahr (KPÖ): "Widerstand zahlt sich aus."

Freude bei Stadträtin Elke Kahr (KPÖ): "Widerstand zahlt sich aus."

"Grünes Aufatmen über späte Einsicht des Bürgermeisters" bei Stadträtin Judith Schwentner. Foto: Stadt Graz/Fischer

"Grünes Aufatmen über späte Einsicht des Bürgermeisters" bei Stadträtin Judith Schwentner. Foto: Stadt Graz/Fischer

Auch SPÖ-Graz-Vorsitzender Michael Ehmann begrüßt Schwenk bei Plabutschgondel.

Auch SPÖ-Graz-Vorsitzender Michael Ehmann begrüßt Schwenk bei Plabutschgondel.

Plabutschgondel wird dem Klimaschutz geopfert

Mittwoch, 04. September 2019

Der Gegenwind betreffend Plabutschgondel-Projekt hat in den letzten Monaten massiv zugenommen. Nicht zuletzt die Front der Umweltschützer – angeführt von der KPÖ und den Grünen – hat dagegen mobilisiert. Siegfried Nagl und Mario Eustacchio, die beiden Koalitionspartner, haben heute eine überraschende Lösung präsentiert. Nagls „Lieblingsprojekt“, die Plabutschgondel, werde in diese Periode nicht realisiert. Das Gondelprojekt sei damit nicht gestorben, so Nagl. Dafür werde in Graz ein Klimaschutzfonds installiert und mit 30 Millionen Euro gefüllt.

Das Freizeitprojekt Thalersee und der Plabutsch werden vorerst ohne Gondel realisiert. Hier hat das Koalitionsduo Ideen, die es auch Menschen mit Gehbehinderungen und älteren Personen ermöglichen, ihre Freizeit in dieser Grünoase zu verbringen: „Wir werden elektro- oder wasserstoffbetriebene Busse einsetzen, um die Leute auf den Plabutsch zu befördern.“ Auch die Pläne für die Neugestaltung des Restaurants bleiben bestehen, dessen Umsetzung unangetastet. Insgesamt soll das Naherholungsgebiet ähnlich beliebt werden, wie der Schöckl.

Nagl und Eustacchio „verkaufen“ den geplanten Klimaschutzfonds als DAS Paradeprojekt für Graz schlechthin. Details sollen in den nächsten Monaten bekannt gegeben werden. Plakativ formuliert, wie das Nagl eben gerne tut. „Ich kenne keine andere Stadt, die so viel Geld für die Erreichung der Klimaschutzziele in die Hand nimmt“, erklärt er gemeinsam mit Eustacchio und verriet damit auch schon das Ziel des Fonds: Die Stadt Graz will ihren Beitrag zum Klimaschutz leisten und sich damit ganz klar ihrer Verantwortung stellen. Mehr noch, betont Nagl: „Jede und jeder einzelne von uns ist gefordert. Wir seitens der Politik aber auch jeder Bürger soll in seinem persönlichen Alltag an kleinen und größeren Rädchen drehen.“

Erfreut zeigt sich Stadträtin Elke Kahr darüber, dass Bürgermeister Nagl in Sachen Plabutschgondel einen Rückzieher macht. „Bei der Plabutschgondel waren wir sicher, dass das Projekt nicht der Grazer Bevölkerung und der Umwelt dient“, sagt Kahr. „Deshalb hat die KPÖ dieses Vorhaben von Beginn an abgelehnt und eine Volksbefragung eingefordert.“ Und auch bei den Grünen atmet man auf: „Wir sind erleichtert über die späte Einsicht des Bürgermeisters, unser Widerstand hat ein Umdenken bewirkt,“ so Grünen-Chefin Judith Schwentner. „Dieses Event-Projekt war weder durchdacht, noch nachhaltig, noch von den GrazerInnen gewollt.“ Der Vorsitzende der SPÖ Graz, Michael Ehmann, begrüßt auch den Schritt von Nagl: „Wir sind diesem Projekt stets kritisch gegenübergestanden, haben unseren Standpunkt von Beginn an klargemacht und in dieser Frage nicht lockergelassen. Durch unseren Druck ist es nun gelungen, ein finanziell unberechenbares Projekt abzusetzen. Es ist erfreulich, dass bei der Stadtregierung die Vernunft eingekehrt ist.“