kleinWohnstudie

v.l.: Gerhard Fabisch (Vorstandsvorsitzender Steiermärkische Sparkasse), Architektin Veronika Hofrichter-Ritter (Hofrichter-Ritter Architekten ZT GmbH), Roland Jagersbacher(Geschäftsführer s REAL Steiermark) und René Vertnik (wohn² Center Steiermärkische Sparkasse). Foto: Margit Kundigraber

Was bedeutet leistbares Wohnen?

Mittwoch, 25. September 2019

Gut zu wohnen und das auch noch preiswert – das will jeder von uns. Egal, ob als Single oder mit Familie ist „leistbares Wohnen“ ein zentrales Anliegen. Aufgrund der unterschiedlichen Einkommensverhältnisse bedeutet „leistbar“ für jeden etwas Anderes. Prinzipiell gilt als Daumenregel: Mehr als 30 Prozent des (Familien-)Einkommens sollten monatlich nicht für Wohnaufwand ausgegeben werden. Aufgrund dieser Tatsache sind die Vorstellungen naturgemäß äußerst unterschiedlich. Die Steiermärkische Sparkassae präsentierte diese unter dem Motto „Zukunft des Wohnens: Ist wohnen noch leistbar?“ Im Mittelpunkt der Wohnstudie steht die Tatsache, dass die Preise für Wohnraum weit stärker steigen als die Inflation und die Nachfrage ungebrochen ist.

Gerhard Fabisch, Vorstandsvorsitzender der Steiermärkischen Sparkasse: „Eine schnell wachsende Bevölkerung und ein ausbaubares Angebot an leistbarem Wohnraum führen zu rasant steigenden Immobilienpreisen. Das spüren auch die Menschen. Knapp die Hälfte der Steirer halten Wohnen für nicht mehr leistbar. Auch die Prognose für die Zukunft ist düster, denn drei Viertel der steirischen Bevölkerung gehen davon aus, dass Wohnen im Jahr 2030 kaum mehr bezahlbar sein wird. Da die Mieten und Immobilienpreise stärker steigen als das Einkommen. Eine Möglichkeit den stetig steigenden Mieten zu entgehen, besteht darin, sich eine Immobilie zu kaufen. Zugute kommt der Bevölkerung dabei die aktuelle Niedrigzinsphase. Wir gehen davon aus, dass sie noch länger anhalten wird, wodurch sich Kredite sehr günstig finanzieren lassen.“

Nicht zuletzt bedingt durch das niedrige Zinsniveau, betont Roland Jagersbacher, Geschäftsführer s REAL Steiermark: „Bei der Suche nach einem neuen Zuhause steht für die steirische Bevölkerung in den meisten Fällen der Wunsch nach Eigentum an erster Stelle. Der Trend geht weg von Miete – hin zu Eigentumslösungen.“

Die Gretchenfrage ist aber – egal, ob Miete oder Eigentum – immer: Wie viel Geld hat man dafür zur Verfügung. René Vertnik, wohn²Beratung der Steiermärkischen Sparkasse: „Der Erwerb einer Wohnimmobilie stellt für unsere Kunden eine der größten finanziellen Herausforderungen dar. Wir betrachten es als unsere besondere Verantwortung, mit ihnen gemeinsam, den für die Anschaffung notwendigen finanziellen Gesamtbedarf zu ermitteln. Bei der Berechnung des Finanzierungsbedarfs legen wir großes Augenmerk darauf, dass die zukünftigen Ratenverpflichtungen für unsere Kundinnen und Kunden nachhaltig leistbar bleiben.“

Teure Versäumnisse mit langfristigen Wirkungen passieren in der Anfangsphase – beim Bau oder Erwerb eines Hauses. Architektin Veronika Hofrichter-Ritter spricht davon, dass nachhaltiges Planen und Bauen schon mit einer umweltbewussten Grundhaltung erfolgen muss. Diese gehe über eine optimierte Abstimmung aller Rahmenbedingungen, gesetzlichen Vorgaben und Anforderungen der Bauherrenschaft und mündet in einem verantwortungsvollen Gesamtkonzept, das hinsichtlich Lebensdauer, Betrieb und letztlich Entsorgung und Wiederverwertung unser aller Lebensraum schont und aufwertet.

Die aktuellen Studien zeigen, dass neun von zehn Steirer der Meinung sind, die Mieten steigen stärker als das Einkommen. Durchschnittlich werden in der Steiermark ungefähr 5,40 Euro als leistbare Mietkosten pro Quadratmeter eingeschätzt. Die Teuerung beim Wohnen ergibt sich aus vier Gründen: Die Preise für Baugründe steigen. Die technische Ausstattung wird umfangreicher (Heizung, Klima- und Solaranlagen). Die Bevölkerung wächst vor allem in den Ballungszentren. Gebaut wird vor allem im frei finanzierten Bereich und zu wenig im geförderten Segment. Weiters steigen die Einkommen nicht im selben Ausmaß wie die Mieten und Wohnungspreise.

Beispiel der Leistbarkeit für Ankauf einer Eigentumswohnung
Bei einem Familieneinkommen von 3.500 Euro monatlich gilt folgende Durchschnittsrechnung: Der Kaufpreis der Eigentumswohnung beträgt 300.000 Euro. Verfügt man über Eigenmittel in der Höhe von 230.000 Euro, dann beträgt die monatliche Rate auf 25 Jahre gerechnet „nur“ 425 Euro. Das ist ein sehr optimistisches Beispiel. Bei entsprechend geringeren Eigenmitteln erhöhen sich die monatlichen Raten dramatisch.

Weitere Infos: www.wohnnet.at