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Fotos: SPÖ Steiermark/Neves

LPR-LH-Stv-Michael-Schickhofer

„Schichtwechsel“ – knackiger, aber riskanter SPÖ-Slogan

Samstag, 12. Oktober 2019

Michael Schickhofer mit 90,13 Prozent als Spitzenkandidat für LT-Wahl am 24.11.2019 bestätigt

Für Michael Schickhofer war der Wahlkampfauftakt am Samstag im Kunsthaus in Weiz ein Heimspiel. Er kommt ja aus Weiz und wohnt auch jetzt noch mit seiner Familie dort. Die Stimmung unter den 400 Delegierten und Gästen – zum Ausklang gab es Sturm und Maroni – war nicht überraschend, fast euphorisch. Vergleichbar mit jener, die beim Wahlkampfauftakt mit Pamela Rendi-Wagner am Thalerhof in Graz zu spüren war. Gut inszeniert durch eine Liveband und Songs wie „Steiermark“ von STS oder „Du entschuldige, i kenn di“ von Peter Cornelius – bestens geeignet zum Mitsingen und Einklatschen des Spitzenkandidaten Michael Schickhofer. Und er legte sich in seiner Rede gleich fest: „Vollziehen wir jetzt den Schichtwechsel. Ich bin bereit, ein anpackender Landeshauptmann zu werden. Ich bin bereit, die Nummer 1 im Land zu werden. Ohne ambitionierte Ziele sollte niemand das höchste Amt im Land anstreben.“ Er wolle das Land mit ruhiger Hand und nicht mit eingeschlafenen Händen – offensichtlich eine Anspielung auf Hermann Schützenhöfer – führen.

Mit „Schichtwechsel“ wählte die Schickhofer-SPÖ für die kommenden sechs Wochen Wahlkampf einen zwar knackigen, aber riskanten und zweischneidigen Slogan. Aufgrund der derzeitigen Prognosen von Meinungsforschern könnte die erste Reporterfrage am Wahlabend lauten: „Schichtwechsel misslungen, Herr Schickhofer?“ Oder: „Also kein Schichtwechsel?“ Denn er liegt mit der steirischen SPÖ auch in aktuellen Umfragen klar und deutlich hinter der Schützenhöfer-ÖVP. Diese profitiert vom allgemeinen Trend zu Türkis-Schwarz. Da es bis zum Wahltag keine Koalition auf Bundesebene geben wird, kann Schützenhöfer auch nicht von den Konservativen im schwarzen und blauen Wählerteich dafür „abgestraft“ werden, sollte es zu einer nicht nur von den Medien favorisierten schwarzgrünen Koalition zwischen Kurz und Kogler kommen. Auch die Zustimmung der Österreicher zu diesem neuen Regierungsmodell ist stark angestiegen.

Inwieweit am Wahlsonntag, den 24. November 2019, in der Steiermark der Umstand noch eine Rolle spielt, dass Hermann Schützenhöfer den Termin der Landtagswahl nur aus parteitaktischen Gründen um sieben Monate vorverlegt hat, wagt niemand konkret zu beantworten. Nach der Verkündung der Vorverlegung des Wahltermins zeigte sich die Mehrheit der Steirer in Umfragen damit nicht einverstanden.

„Wir haben diese Wahl nicht gewollt. Es ist jetzt so und unser Blick geht nach vorne und wir wollen diese Chance für einen Neuanfang nutzen“, rief Schickhofer den Delegierten zu. „Vollziehen wir jetzt den Schichtwechsel.“ Auf den Wahlplakaten der SPÖ findet sich auch die Erklärung: „Eine Wahl zwischen dem Gestern, dem Morgen und dem Übermorgen.“ Schickhofer wiederholte seine Vorstellungen, die Steiermark zum sichersten Bundesland zu machen, zum Klimaschutzland Nummer 1 und man wolle, dass die „Lebensqualität steigt und nicht die Miete“. Er ließ dabei auch mit einem Projekt aufhorchen: „Die Steiermark soll ein Land sein, in dem eine junge Familie um 499 Euro gut wohnen kann und wir werden zeigen, wie das geht.“

Zurück zu seinem „Schichtwechsel“-Appell an die steirischen Wähler: Erst der Wahlsonntag wird logischerweise zeigen, ob die Zeit reif dafür ist. Die Fakten: Franz Voves erreichte mit der SPÖ 2015 29,29 % – und trat zurück. Pamela Rendi-Wagner schaffte bei der Nationalratswahl am 29. September 2019 21,2 % – und trat nicht zurück.