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Foto: krentschker.at

Krentschker-Vorstandsduo Georg Wolf-Schönach (li.) und Alexander Eberan. Foto: Krentschker

Krentschker-Vorstandsduo Georg Wolf-Schönach (li.) und Alexander Eberan. Foto: Krentschker

Das Vorstandsteam der Steiermärkischen Sparkassen (v.l.): Georg Bucher, Walburga Seidl, Vorstandsvorsitzender Gerhard Fabisch und Oliver Kröpfl. Foto: Fischer

Das Vorstandsteam der Steiermärkischen Sparkassen (v.l.): Georg Bucher, Walburga Seidl, Vorstandsvorsitzender Gerhard Fabisch und Oliver Kröpfl. Foto: Fischer

Steiermärkische will Bankhaus Krentschker fusionieren

Dienstag, 29. Oktober 2019

Es ist der „alten Dame“, der Bankhaus Krentschker AG, mit Hauptsitz am Eisernen Tor in Graz am Opernring, offensichtlich nicht gegönnt, 100 Jahre alt zu werden. First Class Banking mit einem besonderen persönlichen Service für ihre nicht mehr ganz jungen, aber eher wohlhabenden Kunden ist der Langzeit-Leitspruch der 96-jährigen „Bankendame“.

1923 vom Privatbankier Moritz Krentschker gemeinsam mit zwei weiteren Gesellschaftern gegründet, steht die Bankhaus Krentschker & Co. Aktiengesellschaft heute zu 100 Prozent im Eigentum der Steiermärkischen Sparkasse. Als eigen-ständiges Tochterunternehmen der Steiermärkischen Bank und Sparkassen AG ist sie Teil der Solidität der größten südösterreichischen Bankengruppe.

Sie tritt aber seit Jahrzehnten als die älteste Privatbank der Steiermark auf, mit ihren Standorten in Graz und Wien. Nun soll sie mit der Steiermärkischen Sparkasse fusioniert werden und damit, so ist es gedacht, als eigenständige Marke vom Markt genommen werden. Überlegungen dazu hat es in der Konzernmutter schon seit Jahren gegeben. Im Umfeld des Geldinstituts gibt es Kritik und Bedenken ob dieses Schrittes und der Strategie dazu. Die Bank mit einer Bilanzsumme (2018) von 1.118.588.000 und knapp 90 Mitarbeitern ist hochprofitabel und lieferte pro Jahr in den letzten beiden Jahrzehnten durchschnittlich fünf Millionen Euro an Dividende an die Konzernmutter ab. Ein nicht in Bilanzkennziffern auszudrückender Bonus: Die langjährigen Kunden des Bankhauses Krentschker schätzen die raschen Entscheidungswege bei Anliegen und den damit verbundenen persönlichen Service.

Wie schon erwähnt hat es wiederholt Fusionsüberlegungen in der Vergangenheit gegeben. Auslöser für die nunmehrige Umsetzung ist auch, dass Georg Wolf-Schönach, der Vorstandssprecher des Zweiervorstandes, nach über 20 Jahren, im kommenden Jahr in Pension geht. Auch der Vorstandsvertrag mit seinem Kollegen Alexander Eberan läuft aus und wird damit nicht mehr verlängert.

Gerhard Fabisch, Chef der Steiermärkischen, ist auch Aufsichtsratsvorsitzender der Bankhaus Krentschker AG. Das Bankhaus greift seit Jahren auf Dienstleistungen der Konzernmutter zu, nicht zuletzt mangels eigener Ressourcen. Es war offensichtlich auch nicht die Absicht der Konzernmutter, die Tochterbank weiterhin eigenständig wachsen zu lassen, was das Kreditvolumen und die Primärmittel betrifft. Aus Sicht der Steiermärkischen sind Geldinstitute in der Größenordnung der eigenen Konzerntochter mittelfristig selbstständig nicht überlebensfähig. Man hofft, dass man trotz der Fusionierung einen Großteil der Kunden halten wird können. Und es gibt auch die Überlegung, den Standort Wien als solchen nicht aufzugeben. Beobachter, die das Flair und die Atmosphäre in der Kundenbetreuung des Bankhauses Krentschker kennen, zweifeln daran, dass dies auf der Abwicklungs- und Betreuungsebene der Steiermärkischen möglich sein wird. Laut Geschäftsbericht 2018 der Steiermärkischen Sparkasse erwirtschaftete der Konzern mit 2.785 Mitarbeitern (im Headcount) eine Bilanzsumme von 15,766 Milliarden Euro.