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Präsentierten den Blackout-Leitfaden für steirische Gemeinden (v.l.): Harald Eitner (Fachabteilung Katastrophenschutz), Armin Forstner (Vizepräsident Zivilschutzverband) LH-Stv. Michael Schickhofer, Martin Weber (Präsident Zivilschutzverband) und Edwin Benko (KIT Land Steiermark). Foto: Steiermark/Bektas

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Die Steiermark ist das erste Bundesland mit einem eigenen Blackout-Maßnahmenkatalog für die Gemeinden. Foto: Steiermark/Bektas

Die Steiermark ist das erste Bundesland mit einem eigenen Blackout-Maßnahmenkatalog für die Gemeinden. Foto: Steiermark/Bektas

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Was tun, wenn nichts mehr funktioniert?

Freitag, 04. Oktober 2019

Blackout-Vorsorge für den Krisenfall. Am 5. Oktober Zivilschutzprobealarm

Das Licht geht aus, der Kühlschrank funktioniert nicht mehr, Radio und Heizung fallen aus und das Handy sowie Festnetztelefone sind außer Betrieb – und das über mehrere Tage. „Ein Blackout ist ein großer Stromausfall mit massivsten Auswirkungen auf die gesamte Infrastruktur einer Region oder eines Landes“, betonte Katastrophenschutzreferent Landeshauptmann-Stellvertreter Michael Schickhofer heute bei der Präsentation des Blackout-Schutzplanes für die Steiermark.

Seit Juni dieses Jahres liefen die Testphasen für den Blackout-Schutzplan in den sechs steirischen Gemeinden Weiz, Feldbach, Tieschen, St. Gallen, Lannach und Werndorf. Nach einer umfassenden Evaluierungsphase wird der Blackout-Schutzplan nun allen steirischen Gemeinden und Städten zur Verfügung gestellt. Die Arbeitsmappe, mit der sich die Gemeinden in Zukunft auf ein Blackout vorbereiten werden, umfasst sieben Themenfelder – darunter vor allem die Eigenvorsorge, die Kommunikation, die Trinkwasserversorgung, die Gesundheitsversorgung, die Lebensmittelversorgung, das Krisenmanagement und wichtige Einrichtungen der Gemeinden.

Was die Bevölkerung heute noch nicht so richtig realisiert hat: Eines der größten Probleme während eines Blackouts ist neben der Wasser-, Lebensmittel- und Gesundheitsversorgung der Ausfall sämtlicher Kommunikationsmittel. Internet, Handys und Telefone würden binnen weniger Minuten oder Stunden nutzlos werden. „Um für den Fall lahmgelegter Kommunikation gerüstet zu sein, geht die Steiermark“, so Michael Schickhofer, „neue Wege. Gemeinsam mit dem Österreichischen Versuchssenderverband wird ein Konzept ausgearbeitet, das eine Notkommunikation ermöglichen wird. Damit werden die Einsatzkräfte in die Lage versetzt, auch in einer solchen Situation helfen zu können.“

„Wir wollen logischerweise keine Panik erzeugen, sondern die Bevölkerung sensibilisieren“, betonten und mahnten heute Martin Weber (Präsident Zivilschutzverband Steiermark), Armin Forstner (Vizepräsident Zivilschutzverband Steiermark), Harald Eitner (Fachabteilung für Katastrophenschutz und Landesverteidigung), Heribert Uhl (Geschäftsführer Zivilschutzverband Steiermark) und Edwin Benko (KIT Land Steiermark). „Die Bürger und Betroffenen müssen selbst Maßnahmen für den Krisenfall treffen und dafür erhalten die Haushalte einen Ratgeber vom Zivilschutzverband Steiermark“, so dessen Geschäftsführer Heribert Uhl. Per Checkliste kann man dann die einzelnen Maßnahmen durchgehen, die es in der Familie zu treffen gilt.

Einige Beispiele von derartigen Maßnahmen: Eine Lampe bleibt eingeschaltet, damit man merkt, wann der Strom wieder da ist. Kerzen, Streichhölzer, Taschenlampen bereit legen. Stolperfallen in der Wohnung, im Haus entfernen. Ganz wichtig: Wasservorräte überprüfen. Für Notfälle eine Selbsthilfebasis einrichten. Eine Medikamenten-Bestandsaufnahme vornehmen. Eine Ersatztoilette „einrichten“. Für die Haustiere vorsorgen. Möglichst zu Hause bleiben bzw. in seinem Wohnumfeld.

LH-Stv. Michael Schickhofer im O-Ton:

Und woran erkenne ich ein Blackout unter anderem? FI-Schalter und Sicherungen überprüfen. Kein Strom in der Nachbarschaft. Nur wenige Radiosender senden noch.

Im Fall eines Katastrophenszenarios ist den Anordnungen des Bürgermeisters oder seiner Organe Folge zu leisten. Das geht bis hin zur Bereitstellung vom eigenen PKW für Nottransporte.

Morgen am 5. Oktober 2019 wird in ganz Österreich zwischen 12:00 Uhr und 12:45 Uhr der jährliche bundesweite Zivilschutz-Probealarm durchgeführt. Es wird überall verlautbart, dass es sich um einen Probealarm handelt. Damit will man das Funktionieren des Warn- und Alarmsystems überprüfen, andererseits soll die Bevölkerung mit diesen Signalen vertraut gemacht werden.