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Foto: Georg Oberhumer

Caritas-Direktor Herbert Beiglböck, Ausstellungskurator Helmut P. Gaisbauer, Ausstellungskuratorin und Leiterin der Akademie Graz Astrid Kury, Leiterin des Museums für Geschichte Bettina Habsburg-Lothringen und Wolfgang Muchitsch, wissenschaftlicher Direktor des Universalmuseums Joanneum (v.l.). Foto: Universalmuseum Joanneum/N. Lackner

Caritas-Direktor Herbert Beiglböck, Ausstellungskurator Helmut P. Gaisbauer, Ausstellungskuratorin und Leiterin der Akademie Graz Astrid Kury, Leiterin des Museums für Geschichte Bettina Habsburg-Lothringen und Wolfgang Muchitsch, wissenschaftlicher Direktor des Universalmuseums Joanneum (v.l.). Foto: Universalmuseum Joanneum/N. Lackner

Die Ausstellung ist mit einer "Raum-in-Raum-Lösung" umgsetzt worden. Foto: Universalmuseum Joanneum/N. Lackner

Die Ausstellung ist mit einer "Raum-in-Raum-Lösung" umgsetzt worden. Foto: Universalmuseum Joanneum/N. Lackner

Fotos (3): Universalmuseum Joanneum/N. Lackner

Fotos (3): Universalmuseum Joanneum/N. Lackner

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„Die im Dunkeln sieht man nicht“

Freitag, 08. November 2019

Ausstellung „arm in Österreich“ im Grazer Museum für Geschichte

„Die Ausstellung beantwortet eine Frage, die mir am öftesten gestellt wird: Wer sind die Armen in Österreich?“, sagt Caritas-Direktor Herbert Beiglböck zur kürzlich eröffneten Ausstellung „arm in Österreich“ im Museum für Geschichte in Graz. Die Ausstellung wurde von der Caritas Steiermark initiiert und gemeinsam mit der Akademie Graz umgesetzt. Chefkuratorin Astrid Kury, Leiterin der Akademie Graz: „Wir geben Einsichten, wie sich Armut auswirkt und anfühlt. Wir konzentrieren uns dabei auf die Armut in Österreich, die Armut in einem reichen Land. Wobei die Prunkräume des Museums für Geschichte einen sehr produktiven Kontrast zum Thema der Ausstellung darstellen.“

In der kleinen, aber feinen Ausstellung finden sich auch berührende Kunstprojekte, wie „Wärmestube“ – ein Film über das Marienstüberl von Georg Oberhumer oder „Schwellen“ – eine Fotoserie in den Notschlafstellen von Kati Bruder.

Armut, das heißt ein Leben, mit dem niemand tauschen will. Arm sein heißt, nicht mehr selbstbestimmt entscheiden zu können. Arm sein heißt, dass Krisen nicht mehr bewältigbar sind. Armut macht über die Maße verwundbar. Armut beinhaltet aber auch das unbändige Ringen der Betroffenen um Unabhängigkeit und Lebensfreude. – So steht es im Katalog zur Ausstellung. „Uns geht es vor allem auch um ein Verstehen. Wir wollen zeigen, was Armut im Alltag bedeutet“, erläutert Astrid Kury. Weiters gibt die Ausstellung Einblicke in die Geschichte der Armut und zeigt Wege zur Vermeidung von Armut auf.

Der Grazer Altbürgermeister Alfred Stingl zitiert beim Rundgang durch die Ausstellung Bertolt Brecht: „Die im Dunkeln sieht man nicht“, sagte der deutsche Lyriker. Stingl: „An die Spitze der Armen in Österreich katapultieren sich die Alleinerzieherinnen. Armut wird bei uns ja größtenteils nicht sofort erkannt. Man sieht nicht auf der Straße, ob jemand arm ist.“

„Arm in Österreich“ ist ein Gemeinschaftsprojekt von Einrichtungen und Personen, die sich der Armutsbekämpfung widmen. Die Ausstellung beruht wesentlich auf der fachlichen Expertise von Helmut P. Gaisbauer, dem Leiter des internationalen Forschungszentrums für soziale und ethische Fragen in Salzburg, von Martin Schenk, Mitbegründer der Armutskonferenz, und von Franz Waltl, Bereichsleiter für Hilfe für Menschen in Not der Caritas Steiermark.

„arm in Österreich“
Zu sehen bis zum 15. Dezember im Museum für Geschichte

Kuratiert von: Astrid Kury (Akademie Graz), Helmut P. Gaisbauer (ifz/ZEA), Martin Schenk (Armutskonferenz) & Franz Waltl (Caritas Steiermark)

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