kleinLR Lang Meine Luft - Reine Luft 2019 2020

Landesrat Anton Lang und der Leiter der Umweltabteilung, Hofrat Gerhard Semmelrock. Foto: Land Steiermark

Durchatmen in der Steiermark

Dienstag, 12. November 2019

Messungen zeigen Verbesserung der Luftqualität

von Helmut Dietl

Endlich: seit 2016 können die Bewohner der Grünen Mark erstmals wieder richtig durchatmen. Die erlaubten Feinstaub-Überschreitungstage werden seit damals strikt eingehalten. Das entsprechende Problem, insbesondere in Graz, scheint vorerst gebändigt – die Luft ist quasi wieder rein. Verkehrslandesrat Anton Lang zeigt sich darüber mehr als erfreut: „Es liegt uns sehr am Herzen, `Das Grüne Herz von Österreich` zu wahren. Die Luftqualität hierzulande hat sich gegenüber früheren Jahren erheblich verbessert.“ Der Feinstaub gefährdet bekanntlich ja die Gesundheit, da kleine Teilchen durch Nase und Luftröhre in den Körper gelangen. Diese können dort zu Entzündungen und im Extremfall bis zum Herzinfarkt oder Lungenkrebs führen. Ziel ist es daher – speziell in Ballungsräumen – die gesetzten Maßnahmen zur Emissionsreduzierung zu intensivieren. Die Grenzwerte für den Feinstaub als auch jene für Stickstoffdioxid sollen in weite Ferne rücken. „Hierbei zeigt sich deutlich, dass aber nur mittel- und langfristige Maßnahmen eine entsprechende Wirkung besitzen“, so Lang.

Die nunmehrige Luftverbesserung steht jedenfalls nahezu gänzlich in Zusammenhang des sogernannten Luftreinhalteprogrammes Steiermark. Man setzt dahingehend auf wissenschaftliche Unterstützung von Joanneum Research sowie auf fachliche Beratung aus den Bereichen Motorentechnik, Winterdienst, Landwirtschaft, Energie und Verkehr. Bisher wurden in Summe gut 50 Mio. Euro in die Verbesserung der steirischen Luftgüte investiert – nicht eingerechnet sind energietechnische Maßnahmen, wie etwa der Heizungsbereich. Jahr für Jahr werden hier ca. 39 Tonnen Feinstaub eingespart. „In diesem Zweig haben wir mit der Inbetriebnahme der Abwärmenutzung der SAPPI Gratkorn und dem Ausbau der Fernwärme in Graz sehr umweltschonende Leitprojekte installiert“, erläutert der Landesrat. Im Fokus steht aber weit mehr. Nämlich auch die Umstellung von alten Heizungsanlagen auf Fernwärme und moderne Heizsysteme. Aus diesem Grund wurde eine entsprechende Förderaktion des Landes bis Ende Februar 2020 mit 3 Millionen Euro verlängert. Um anhaltende Reduktionen der Schadstoffbelastungen zu erlangen sind ebenso Maßnahmen im Verkehrsbereich nötig: Geschwindigkeitsbeschränkungen, Fahrverbote für Alt-LKW, Förderung für Hybrid- und Erdgastaxis und Förderungen im Bereich E-Mobilität/E-Carsharing. Und vor allem nötig sind Schritte zur Attraktivierung des Öffentlichen Verkehrs sowie ein genereller Umstieg auf Alternativ- und Solarwärme. Kurzum: es bedarf noch viel Engagement, „Das Grüne Herz Österreichs“ tatsächlich zu wahren.

Meine Luft – Reine Luft 2019/20
Diese bereits bewährte Aktion führt das Umwelt- und Verkehrsressort zu Verbesserung der Luftgüte durch: Die Bewohner der Steiermark sollen zur Benutzung von Öffis animiert werden – insbesondere während der kalten Jahreszeit, zumal die Schadstoffbelastung im Winter steigt. Bei der Initiative „Meine Luft – Reine Luft“ fahren Fahrgäste an sämtlichen Freitagen mit der Stundenkarte steiermarkweit den ganzen Tag quasi kostenlos. Das Angebot „Stundenkarte = Tageskarte“ gilt im Zeitraum von Dezember 2019 bis Ende Februar 2020, immer freitags sowie in der Vorweihnachtszeit von 9. bis 24. Dezember 2019 täglich. Wer mitmacht, kann auch gewinnen: Mobilitätsgutscheine und einen E-Scooter.