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Wahlzentrum in der Aula der alten Universität. Fotos: Heimo Ruschitz

Mario Kunasek, Claudia Klimt-Weithaler, Hermann Schützenhöfer, Michael Schickhofer, Sandra Krautwaschl, Niko Swatek

Mario Kunasek, Claudia Klimt-Weithaler, Hermann Schützenhöfer, Michael Schickhofer, Sandra Krautwaschl, Niko Swatek

Hermann Schützenhöfer ist es gelungen, bei der Landtagswahl 2019 (mit 36 Prozent) den historisch größten Abstand zwischen der steirischen ÖVP und der SPÖ zu erzielen.

Hermann Schützenhöfer ist es gelungen, bei der Landtagswahl 2019 (mit 36 Prozent) den historisch größten Abstand zwischen der steirischen ÖVP und der SPÖ zu erzielen.

Franz Voves überließ bekanntlich 2015 den Sessel des Landeshauptmannes in einer für seine Partei nicht nachvollziehbaren, einsamen Entscheidung und Horuckaktion kampflos Hermann Schützenhöfer.

Franz Voves überließ bekanntlich 2015 den Sessel des Landeshauptmannes in einer für seine Partei nicht nachvollziehbaren, einsamen Entscheidung und Horuckaktion kampflos Hermann Schützenhöfer.

Jubel in der ÖVP-Parteizentral ...

Jubel in der ÖVP-Parteizentral ...

Historischer ÖVP-Sieg bei Landtagswahl

Sonntag, 24. November 2019

Weichensteller und Steigbügelhalter dafür: Alt-LH Franz Voves im Jahr 2015

Michael Schickhofer (SPÖ): in Graz alles verloren
Mario Kunasek (FPÖ): nach größtem Gewinn 2015 nun größter Verlust
Grüne: verdoppeln Stimmen und Mandate
KPÖ: künftig 3 Mandate
Neos: souverän Einzug in Landtag geschafft

Das vorläufige Endergebnis (ohne Briefwahlstimmen): ÖVP 36,0 (2015: 28,54 %), SPÖ 22,9 (29,19 %), FPÖ 17,3 (27,13 %), Grüne 12,2 (6,42 %), KPÖ 6,1 (4,18 %), Neos 5,4 (2,53 %).

Nichts mit Schichtwechsel – oder doch?
Hermann Schützenhöfer ist es gelungen, bei der Landtagswahl 2019 (mit 36 Prozent) den historisch größten Abstand zwischen der steirischen ÖVP und der SPÖ zu erzielen. 22,9 Prozent Stimmenanteil sind das historisch schlechteste Ergebnis der steirischen Sozialdemokraten vor Auszählung der Briefwahlstimmen. Der Abstand beträgt unglaubliche 13 Prozent. Ein Debakel für die Schickhofer-SPÖ. „Schichtwechsel“, ließ Schickhofer plakatieren und wollte (jetzt Zukunft wählen) Hermann Schützenhöfer ablösen. Mit dem heutigen Ergebnis beginnen nun innerhalb der SPÖ die Spekulationen über einen Schichtwechsel an der steirischen SPÖ. Michael Schickhofer, der völlig unerfahren von Franz Voves 2015 zu seinem Nachfolger bestimmt wurde, will weitermachen, wie er in Interviews erklärt. Der Parteivorstand tagt am Montag, und man kann davon ausgehen, dass auch dort über einen Wechsel an der Spitze diskutiert wird.

Er war heute persönlich abwesend, aber sein Rücktritt 2015 Auslöser für Debatten unter den Wahlbeobachtern heute in der Aula der alten Universität in Graz. Gemeint ist Franz Voves. Er überließ bekanntlich 2015 den Sessel des Landeshauptmannes in einer für seine Partei nicht nachvollziehbaren, einsamen Entscheidung und Horuckaktion kampflos Hermann Schützenhöfer. Obwohl Voves trotz Stimmenverlusten 2015 mit der SPÖ stimmenstärkste Partei blieb und damit der Wahlsieger war. Mit einem Prozent weniger blieb Hermann Schützenhöfer also die Nummer 2. Durch das Geschenk von Franz Voves nützte Hermann Schützenhöfer die Gunst der Stunde. Er entwickelte sich bei seinen Auftritten zu einem anerkannten und geachteten Landeshauptmann. Michael Schickhofer hatte ein schweres Erbe übernommen und stieg völlig unerfahren durch Franz Voves eingesetzt zur Nummer 1 in der steirischen SPÖ auf. Das heutige Ergebnis bei der Landtagswahl zeigt, dass ihm bis jetzt noch viel zu einem „1er“ im Lande fehlt.

Wie wenig er als Spitzenkandidat überzeugte, das spiegelt sich auch im Ergebnis in der Landeshauptstadt Graz wider. Dort erzielte er mit 15 Prozent Stimmenanteil das schlechteste Ergebnis eines SPÖ-Spitzenkandidaten bei Landtagswahlen in der steirischen Landeshauptstadt.

Pikanterie am Rande: 2015 hatte Hermann Schützenhöfer für den ersten TV-Auftritt – dieser war knapp vor 16 Uhr – bereits eine Siegesrede vorbereitet. Denn steiermarkweit lag er bis zur Bekanntgabe des Ergebnisses von Graz mit der ÖVP vor der SPÖ. Praktisch auf dem Weg zum Interview erreichte dann Schützenhöfer die Info, dass Franz Voves mit seinem überaus guten Abschneiden in Graz – entgegen dem allgemein steirischen Trend – zum knappen Sieger der Landtagswahl wurde.

Zum ersten Mal war das Wahlzentrum in der Aula der alten Universität in Graz. Dort aufgebaut waren die Studios aller TV-Sender, die Österreich „zu bieten hat“ – angefangen vom ORF, über Puls24 und Kronen Zeitung, ATV, Kleine Zeitung TV bis hin zu Servus TV – und auch alle Radiosender waren vertreten. Es verstärkte sich mit dieser großen Inszenierung der Eindruck, dass die steirische Regionalwahl eine wichtige politische Entscheidung für Österreich darstellt. Erstmals gab es auch eine Wahlrunde in Graz mit Sebastian Kurz und Werner Kogler, moderiert im Puls24-Kronen-Zeitung-Studio.