07.11.2019, AUT, Burg, Hofgasse, Graz, PRESSEFKONFERENZ - MICHAEL SCHICKHOFER, im Bild: Der Landeshauptmann-Stv. Michael Schickhofer (SPÖ); FOTOCREDIT: ERWIN SCHERIAU

LH-Stv. Schickhofer: „Heute Maßnahmen setzen, um die beste Gesundheitsversorgung morgen für alle zu ermöglichen. Weil Gesundheit kein Luxus sein darf“ . Fotos: Erwin Scheriau

07.11.2019, AUT, Burg, Hofgasse, Graz, PRESSEFKONFERENZ - MICHAEL SCHICKHOFER, im Bild: Der Landeshauptmann-Stv. Michael Schickhofer (SPÖ); FOTOCREDIT: ERWIN SCHERIAU

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JA zu Rottenmann, kein klares NEIN zu Stainach

Donnerstag, 07. November 2019

SPÖ-Spitzenkandidat Michael Schickhofer zum Leitspital-Projekt im Bezirk Liezen

Die Position von ÖVP-Chef Hermann Schützenhöfer und seinem Kronprinz Christopher Drexler zum geplanten Leitspital in Stainach bleibt unverändert: Das neue Leitspital werde dort gebaut, hieß es auch gestern bei der Präsentation des Wahlprogramms in der Skybar am Grazer Schlossberg. SPÖ-Chef Michael Schickhofer heute vor Journalisten in der Grazer Burg bei seiner Präsentation der künftigen Gesundheitspolitik im Land: „Die steirische SPÖ spricht sich im Bezirk Liezen für die zukunftsfähige Alternative des Leitspitals am Standort Rottenmann unter Einbeziehung der Standorte Schladming und Bad Aussee aus.“ Er wich jedoch der Antwort aus, ob diese Positionierung im Umkehrschluss ein klares NEIN zu Stainach beinhalte. Die FPÖ, KPÖ und Grüne sind seit der Präsentation des Leitspital-Projekts Stainach entschieden dagegen.

Sollte allerdings nicht er – was Meinungsforscher und politische Beobachter in den Raum stellen –, sondern Hermann Schützenhöfer mit der ÖVP bei der kommenden Landtagswahl Erster werden, dann werde die Umsetzung des SPÖ-Vorschlags schwierig werden, hält sich Schickhofer bedeckt.

„Wir befürchten, dass er in die Knie geht“, sagt Michael Fölsner, Obmann der Bürgerinitiative BISS. Diese hat bekanntlich 20.000 Unterschriften dem Land übergeben. Rund ein Viertel der 80.000 Bewohner von Liezen spricht sich damit gegen Stainach als Leitspital aus. Auch bei der Volksbefragung im April mit einer Beteiligung von mehr als 40 Prozent stimmten die Liezener zu zwei Drittel gegen das Projekt des Leitspitals in Stainach. Natürlich müsse es zu Veränderungen in der bestehenden Spitalsstruktur kommen, aber die Bürgerinitiative spricht sich klar für den weiteren Bestand der drei Standorte Schladming, Bad Aussee und Rottenmann aus.

Bis zum Bruch der Reformpartnerschaft stand auch die Schickhofer-SPÖ nach außen hin voll hinter dem Leitspital-Projekt in Stainach. Schickhofer begründet den Gesinnungsschwenk seiner Fraktion damit, dass die Schützenhöfer-ÖVP nach der Volksbefragung im vergangenen April das Leitspitalprojekt Stainach zur Koalitionsfrage gemacht hat. Eine damalige Abkehr der SPÖ vom Projekt hätte das Ende der SPÖ-ÖVP-Reformpartnerschaft bedeutet. Der Fortbestand war zum damaligen Zeitpunkt für die SPÖ offensichtlich wichtiger als das Ergebnis der Volksbefragung. In der heutigen Presseaussendung liest sich das so: „Für die steirische Sozialdemokratie ist daher klar, dass alle Änderungen in dieser Spitalsstruktur im Einvernehmen mit der jeweiligen Region und im Einvernehmen mit der Bevölkerung erfolgen müssen. Vor allem müssen Gespräche zwischen allen Beteiligten auf Augenhöhe erfolgen. Im Wissen, dass regionalpolitische Faktoren wie Arbeitsplätze und regionale Wertschöpfung dabei eine Rolle spielen, sind Veränderungen in diesem Bereich immer ganzheitlich zu betrachten und gemeinsam mit der Region durchzuführen.“

BISS-Obmann Michael Fölsner sieht für die Gesundheitsversorgung im Bezirk neben dem umstrittenen Leitspital-Projekt in Stainach aber noch ganz andere aktuelle Probleme in der Gesundheitsversorgung: „Ich erhalte praktisch täglich Mails, Anrufe von Altersheimen, Pflegeheimen, von Patienten, die über die mangelnde Versorgung berichten. Der Ärzte-Wochenenddienst funktioniere ganz schlecht, stundenlang müssten Patienten auf ärztliche Hilfe warten. Hausärzte seien völlig überlastet.“ In den nächsten Jahren wird die Zahl der frei niedergelassenen Ärzte in Liezen durch Pensionierungen und die damit die medizinische Versorgung weiter ausgedünnt. Trotz dringender Apelle und attraktiver Angebote gäbe es kaum Chancen auf Nachbesetzung dieser Ärztestellen. Der Konflikt um Stainach führe praktisch zu einem Stopp dringender Investitionen in Rottenmann und führe auch zur Verunsicherung in der Bevölkerung.

Weitere Details zu Schickhofers Vorschlägen für die Gesundheitsversorgung finden Sie hier

Und hier gibt’s das Video zur Pressekonferenz