WL_Andreas Kindermann, CEO_1

Geschäftsführer Andreas Kindermann. Fotos: beigestellt

WL_Lederhäute

Stammwerk in Wollsdorf

Stammwerk in Wollsdorf

Smarte Lösungen

Dienstag, 26. November 2019

Wollsdorf Leder reagiert auf Wettbewerbsdruck

„Wir haben die Herausforderungen des Marktes angenommen und reagiert mit seiner neuen Strategie sowie einigen Innovationen auf den immer stärker werdenden Preis- und Wettbewerbsdruck“, erläutert Wollsdorf-Leder-Geschäftsführer Andreas Kindermann im Rahmen einer Pressekonferenz in Graz. „Der Umsatz in der Gruppe ist – wie im März dieses Jahres bereits angekündigt – um ca. 20 % auf ca. 130,5 Mio. Euro gesunken. Trotzdem ist es uns gelungen wieder ein leicht positives Wirtschaftsergebnis zu erzielen.“

Das Stammpersonal im Konzern mit durchschnittlich 1.200 Mitarbeitern ist gleichgeblieben. Das Eigenkapital ist gleichgeblieben. Wollsdorf Leder betreibt Standorte in Österreich, Kroatien, China, USA und neu in Uruguay und Mexiko. Kindermann: „Mit unseren neuen Standorten wurde es notwendig die Zuständigkeiten klar zu regeln. Dabei ging es darum, jeden Standort mit seinen besonderen Maschinen, Mitarbeitern, Zulieferanten innerhalb der Gruppe optimal einzusetzen und Synergien zu nutzen. Unser Stammwerk in Wollsdorf konzentriert sich auf europäische Rohware, unser neues Werk im mexikanischen León auf die amerikanische Rohware.“

Gemeinsam mit verschiedenen Entwicklungspartnern arbeitet das Team von Wollsdorf Leder an unterschiedlichen smarten Lösungen, die direkt in das Leder eingearbeitet werden und dem Benutzer zeitgemäße Anwendungen und ein komfortables Lederempfinden ermöglichen.

Moderne Funktionen, wie z.B. Heizungen, können mit neuesten Druck- und Laminierverfahren direkt in die Lederzurichtung integriert werden. Das bedeutet, dass die Funktion bzw. die Wärme nicht mehr durch das Leder zum Anwender gebracht werden muss, sondern direkt „im Leder“ erzeugt wird. Zukünftig wird sich daraus die direkte Interaktion zwischen Mensch und Material ergeben.

Schwierig einzuschätzen sei zurzeit der Ausblick auf das laufende Wirtschaftsjahr, so Kindermann. „Es könnte einen weiteren Rückgang im Automobilbereich geben. Dies ist darauf zurückzuführen, dass Kunden Leder durch preisgünstigeres Plastik ersetzen.“ Synthetisches Material aus Kunststoff werde als „veganes Produkt“ verkauft, die ökologischen Nachteile werden verschwiegen. Leder ist atmungsaktiv, kann Wasser aufnehmen, ist nicht brennbar (glimmt nur), dehnbar, passt sich an Oberflächen an, ist bruchfest und altert langsam und ist somit langzeitbeständig (bis zu Faktor 5 gegenüber synth. Ledern) und somit nachhaltig. Die Haut ist ein Nebenprodukt der Fleisch- und Milchindustrie, die Gerbung und Verarbeitung zu Leder ist ein ökologisch sinnvoller Upcycling Prozess.