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Präsentation des Forderungskatalogs (v.l.): Stefan Herker (Sportunion), Gerhard Widmann (ASKÖ), Barbara Muhr (Tennisverband), Wolfgang Bartosch (Fußballverband), Christian Purrer (ASVÖ) und Hermann Filipic (Eisschnelllaufverband).

Präsentation des Forderungskatalogs (v.l.): Stefan Herker (Sportunion), Gerhard Widmann (ASKÖ), Barbara Muhr (Tennisverband), Wolfgang Bartosch (Fußballverband), Christian Purrer (ASVÖ) und Hermann Filipic (Eisschnelllaufverband).

Wir müssen uns mehr bewegen

Dienstag, 03. Dezember 2019

Steirische Sportverbände fordern Verdoppelung des Sportbudgets

Drei Viertel der Erwachsenen sind sportlich inaktiv, Bewegungsmangel ist für fast 10 Prozent aller Mortalitätsfälle verantwortlich und mit der demografischen Alterung steigt auch die Pflegebedürftigkeit. Österreich erreicht in allen Altersgruppen nicht die Bewegungsempfehlungen der WHO, also 150 Minuten moderate Bewegung pro Woche. Und außerdem haben Österreicher bei vergleichbarer Lebenserwartung 15 gesunde Lebensjahre weniger, als die schwedische Bevölkerung. Nicht zuletzt, da der Anteil der öffentlichen Gesundheitsausgaben für präventive Maßnahmen in Österreich sehr gering ist.

Diese alarmierenden Zahlen und Tatsachen haben die steirischen 53 Sportverbände – angeführt von den drei Dachverbänden ASKÖ, ASVÖ und Sportunion – dazu bewogen, einen Forderungskatalog an die Landespolitik zu formulieren. „Wir fordern eine Verdoppelung des Sportbudgets von 7,7 Millionen Euro auf rund 15 Millionen Euro“, erläutert Sportunion-Steiermark-Präsident Stefan Herker bei der Präsentation vor Journalisten. Man wolle die Leistungen des Sports für viele Lebensbereiche sichtbarmachen und anerkennen. Barbara Muhr Präsidenten des Steirischen Tennisverbandes: „Mehr Bewegung ist der Schlüssel für eine gesunde Gesellschaft.“

Ein wichtiger Punkt sei die Sicherstellung der Finanzierbarkeit und der Verfügbarkeit leistbarer Sportinfrastruktur und Sportstätten für alle Sportarten. „Es kann nicht sein, dass beispielsweise eine Trainingsstunde in einer Sportart 216 Euro brutto kostet“, zeigt sich auch Hermann Filipic, Präsident des Steirischen Eisschnellaufverbandes, wenig erfreut über die derzeitige Situation. Es könnten zum Beispiel Schulsportanlagen durch eine entsprechende Öffnung in den Ferien besser genutzt werden.

Dass das Ehrenamt im Sport eine wichtige Rolle spielt, zeigt die Tatsache, dass in Österreich 576.000 Menschen im Sport ehrenamtlich arbeiten. „Wir wollen das Ehrenamt etwas in den Vordergrund stellen, auch durch Sicherstellung eines Angebots an entsprechenden Versicherungen zur Beschränkung des persönlichen Haftungsrisikos der ehrenamtlichen Sportfunktionäre“, so ASKÖ-Steiermark-Präsident Gerhard Widmann.

Und nicht zuletzt sei auch die Anerkennung der Bedeutung der Inklusion ein zentrales Anliegen. Christian Purrer, Präsident des ASVÖ Steiermark: „Wegen der Zielbestimmung im Steirischen Sportgesetz und der UN-Behindertenrechtskonvention gelten unsere Forderungen in besonderem Maße für das Miteinander von Menschen mit und ohne Beeinträchtigung im Sport im Sinne der Inklusion.“