WKO Mobilitäts Enquete 20.01.2020

Vortragende und Gastgeber. Fotos: Foto Fischer

Regionalstellenobmann Paul Spitzer

Regionalstellenobmann Paul Spitzer

300 Gäste im Europasaal der WKO Steiermark

300 Gäste im Europasaal der WKO Steiermark

Die Zukunft der Mobilität in Graz: Forderungen für einen zukunftsfitten Wirtschaftsraum

Dienstag, 21. Januar 2020

Mobilität ist nicht nur ein Grundbedürfnis jedes Menschen, sondern auch Basis für einen attraktiven Wirtschaftsraum. Aufgrund des enormen Wachstums ist der Großraum Graz besonders gefordert, damit der Ausbau der entsprechenden Infrastruktur nicht hinterherhinkt!

„Die stetige Weiterentwicklung und Verbesserung der Mobilität ist aus unserer Sicht eine Grundvoraussetzung, um als Wirtschafts- wie auch als Lebensraum attraktiv zu bleiben.“, erläutert Regionalstellenobmann Paul Spitzer und ergänzt: „In den letzten Jahren hielt aus unserer Sicht der Ausbau der Verkehrsinfrastruktur nicht mit dem Wachstum der Stadt mit.“

Über 300 Teilnehmer, unter Ihnen auch Landesrätin Barbara Eibinger-Miedl und WKO-Präsident Josef Herk, konnten sich am gestrigen Abend in sieben Impulsreferaten ein Bild über die Herausforderungen, aber auch über Lösungsansätze zur Sicherstellung einer funktionierenden Mobilität in Graz machen. Dabei wurde ein breiter Bogen von möglichen Metrolinien bis hin zu Begegnungszonen oder Radhighways gespannt.

Die WKO-Regionalstelle Graz setzt sich für eine rasche aber mit Weitblick angelegte Weiterentwicklung der bestehenden Verkehrsinfrastruktur unter Berücksichtigung aller Verkehrsteilnehmer ein. Dazu ist die Einbeziehung ökologischer Gesichtspunkte und moderner Technologien ebenso zu berücksichtigen wie die Bedürfnisse der Wirtschaft, um nachhaltig eine größtmögliche Freiheit in der individuellen Mobilität sicher zu stellen. Abgelehnt werden Verbote, vielmehr können nur positive Anreize zu einem nachhaltigen Ändern der Mobilitätsgewohnheiten in der Bevölkerung führen.

Und diese konkreten Themen sieht die WKO Graz als vorrangig:

Sicherstellung einer Kofinanzierung durch Land und Bund
„Wir fordern, dass auch für zukünftige Infrastrukturprojekte eine gemeinsame Finanzierung Stadt/Land/Bund gewährleistet wird. Die von der neuen Bundesregierung angesprochene ,Öffi Milliarde‘ darf nicht an Graz als zweitgrößte Stadt Österreichs vorbei gehen“, so Regionalstellenobmann Spitzer.

Umstieg für PendlerInnen attraktivieren
„Wir sehen in diesem Bereich den größten Hebel, um die Verkehrsspitzen in Graz in der Früh und nachmittags besser in den Griff zu bekommen“, erläutert Regionalstellenleiter Viktor Larissegger.

Ausbau des Straßenbahnnetzes vorantreiben
Aus Sicht der WKO Graz ist generell der Ausbau des Straßenbahnnetzes zu forcieren. „Konkret erwarten wir, dass ab sofort jedes Jahr neue Straßenbahnkilometer dazu kommen. Reininghaus, Smart City und die Entlastungsstrecke durch die Neutorgasse sind ja auf Schiene. Wir fordern in der Folge, bis 2030 auch die geplanten Linien nach Gösting und Straßgang zu realisieren und auch den zweigleisigen Ausbau der Linie 5 nach Puntigam zu verwirklichen“, so Spitzer.

Stadtseilbahn & U-Bahn
Das Projekt, zur Stärkung der Nord–Süd-Achse eine Seilbahn als zusätzliches innovatives Verkehrsmittel in Graz zu errichten, wird begrüßt, insbesondere, wenn diese im Süden bis nach Webling und im Norden bis zum geplanten Verkehrsknotenpunkt in Gösting reicht.

Radinfrastruktur und Parkgaragen
Die WKO Graz bekennt sich zum Ziel der Stadt, die Fahrradinfrastruktur in Graz auszubauen. Aufgrund des bestehenden Platzmangels ist jedoch aus Sicht der Regionalstelle gleichzeitig eine neue Strategie zur Förderung von Tiefgaragen im Zentrum von Graz auszuarbeiten.

Einführung eines dynamischen Parkleitsystems in Graz
40% der Kunden der Grazer Innenstadt kommen aus dem Umland. Um diese Besucher schneller zu freien Parkplätzen zu leiten und damit den Parkplatzsuchverkehr zu verringern, ist die Einführung eines dynamischen Leitsystems mit Integration aller vorhandenen Innenstadtgaragen, wie es dies in vielen europäischen Städten gibt, zu empfehlen.