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„Größte Investition bisher“ „Wollen keine unliebsamen Nachbarn sein“

Mittwoch, 15. Januar 2020

Mayr-Melnhof: Neues Werk in Leoben um 130 Millionen Euro

Für ein neues Produktionswerk für Brettsperrholz nimmt die Mayr-Melnhof Holz AG, deren Wurzeln bis 1850 zurückreichen, 130 Millionen Euro in die Hand. Das neue Werk – Bauzeit: drei Jahre – wird auch ein Hochleistungsnachsortiert- und Hobelwerk sowie ein vollautomatisiertes Hochregallager umfassen. 350 Mitarbeiter gibt es bereits am Stammsitz in Leoben, mit dem künftigen Werk kommen 50 weitere dazu. „In einem weiteren Schritt wird man“, so Vorstandschef Richard Stralz in einem Gespräch mit der „Kleinen Zeitung“ (14.1.2020), „70 Millionen Euro für die Modernisierung des gesamten Sägewerks aufwenden.“ Für Leoben habe man sich auch deshalb entschieden, weil es viel regional verfügbares Holz gäbe und es von der Stadt Leoben, dem Bund, dem Land Steiermark mit der SFG zugesagte Unterstützung geben werde.

Die Rohstoffversorgung durch die steirischen Wälder, die bestehende Infrastruktur, gut ausgebildete Arbeitskräfte sowie die Schnittholzversorgung durch das direkt angrenzende Sägewerk machen Leoben zum optimalen Standort für diese Zukunftsinvestition, die mit dem CO2-neutralen Werkstoff Holz auch einen wichtigen Beitrag zu Nachhaltigkeit und zu aktivem Klimaschutz leistet,“ freut sich Richard Stralz, CEO der Mayr-Melnhof Holz Holding AG, über diesen Investitionsschub, der nicht nur die Wettbewerbsfähigkeit der Mayr Melnhof Holz Gruppe verbessern, sondern auch bestehende Arbeitsplätze sichern und neue schaffen wird.

Die Mayr-Melnhof Holz AG verfügt bereits über eine Brettsperrholzproduktion in Gaishorn. Deren Jahresproduktion lag zuletzt bei 70.000 Kubikmeter. Mit der Investition in Leoben will Mayr-Melnhof die stark steigende Nachfrage nach Holzbaulösungen im Wohn- und Industriebau erfüllen können. Vorstandschef Richard Stralz laut „Kleine Zeitung“: „Wir haben 2008 in Gaishorn eine erste Fertigung installiert, acht Jahre später noch einmal investiert und sehen jetzt aber, dass der Markt viel schneller wächst. Daher die Investition in die Ausweitung der Kapazitäten.“

Die Verfahren für die Errichtung sollen möglichst rasch über die Bühne gehen. Die entsprechenden Good-Will-Erklärungen von Seiten der Behörden gibt es.

Mayr-Melnhof wolle nicht als „unliebsamer Nachbar“ wahrgenommen werden. Daher wird es besondere Schallschutzfilter geben, weiters wird man logischerweise alle Emissionsvorschriften sehr genau einhalten. Das neue Werk wird auf dem ehemaligen Novopan-Gelände errichtet, das gekauft worden ist. Dort wurden früher Spanplatten gefertigt. Es gab auch eine Leimfabrik, die zu Geruchsbelästigungen geführt hat.

Trotz abschwächender Konjunktur zeigt sich Mayr-Melnhof überzeugt davon, dass die Nachfrage nach Holz als Zukunftsbaustoff – nicht zuletzt wegen der angepeilten Klimaziele – steigen wird.

Über Brettsperrholz
Brettsperrholz ist ein massives Holzbauelement, bei dem Schnittholz in mehreren Lagen kreuzweise dauerhaft zu Platten miteinander verklebt wird. Dieser kreuzweise ausgeführte Aufbau gewährleistet formstabile und steife Bauteile mit ausgezeichneten statischen und bauphysikalischen Eigenschaften. Der hohe Vorfertigungsgrad in der Fabrik macht Brettsperrholz zu einem optimalen, hochqualitativen Baumaterial. Holz kann heute in vielen Fällen herkömmliche CO2-intensive Baumaterialien wie Beton oder Stahl ersetzen und wirkt damit zweifach klimaschonend: einerseits durch die Bindung von CO2 im Holz selbst und andererseits durch die Vermeidung von CO2-Ausstoß bei den Herstellungsprozessen der herkömmlichen Baumaterialien, welche durch Holz ersetzt werden. Als natürlicher und nachwachsender Baustoff, leistet Brettsperrholz einen großen Beitrag zum aktiven Klimaschutz.

Mayr Melnhof Holz Holding AG
Zur Unternehmensgruppe (rund 2.000 Mitarbeiter) gehören drei Sägewerke mit angeschlossenen Pelletierungen in Leoben (AT), in Paskov (CZ) und in Efimovskij (RU). Die Holzweiterverarbeitung erfolgt an den Standorten in Gaishorn (AT), Reuthe (AT), Wismar (DE) und Olsberg (DE). 2018 wurde ein Konzernjahresumsatz von 684 Millionen Euro erzielt.