Gunther Riedlsperger, Rebecca Prein, Bernhard Heinzlmaier c Krug

v. l.: Obmann Gunther Riedlsperger, Rebecca Prein, Jugendforscher und Sozialwissenschaftler Bernhard Heinzlmaier. Fotos: Werner Krug

Neujahrsempfang VM 2020 c Krug

v. l.: Geschäftsführer Herwig Kovacs, Wolfgang Wachschütz, Richard Milla

v. l.: Geschäftsführer Herwig Kovacs, Wolfgang Wachschütz, Richard Milla

Der Versicherungskunde von morgen

Montag, 03. Februar 2020

Beim Neujahrsempfang der steirischen Versicherungsmakler in der Alten Universität in Graz gab es nicht nur einen Blick in die Gegenwart und Vergangenheit (Obmann Gunther Riedlsperger informierte über die wichtigsten Leistungen und erfolgreichen Projekte der Fachgruppe und des Fachverbands), sondern auch einen spannenden Blick in die Zukunft. Unter dem Titel „Der Versicherungskunde von morgen“ referierte Jugendforscher und Sozialwissenschaftler Bernhard Heinzlmaier über Werte, Einstellungen und Ängste der jungen Generation.

Es war ein kurzweiliger Neujahrsempfang der Fachgruppe Versicherungsmakler und Berater in Versicherungsangelegenheiten der WKO Steiermark, der gestern Abend in Graz über die Bühne ging. Gunther Riedlsperger, Obmann der Fachgruppe sowie Fachverbandsobmann-Stellvertreter, konnte zahlreiche Ehrengäste aus der WKO Steiermark und der Versicherungswirtschaft begrüßen.

In seinem Bericht erläuterte Riedlsperger die Tätigkeitsbereiche der Fachgruppe und gab einen informativen Einblick in das Wirtschaftskammer-System. Im Konkreten informierte er über die drei Leistungsbereiche Der WKO: die Interessenvertretung, die Aus- und Weiterbildung und das (Rechts)Service.

Bezugnehmend auf die kommenden Wirtschaftskammer-Wahlen hob er das breite Ausbildungsspektrum, das die WKO Steiermark bietet, hervor (WIFI, Campus02, Talent Center) und die betonte die Wichtigkeit der Außenwirtschafts-Organisationen. Riedlsperger: „Die Pflichtmitgliedschaft bringt große Vorteile für Unternehmer. Daher appelliere ich an Sie: Nutzen Sie die Wirtschaftskammer-Wahlen von 3. bis 5. März!“

Blick in die Zukunft
Nach Grußworten von Spartenobmann Fritz Hinterschweiger und einer Videobotschaft aus Brüssel von Fachverbandsobmann Christoph Berghammer, war Jugendforscher und Sozialwissenschaftler Bernhard Heinzlmaier am Wort. In humoriger Art und Weise nahm er in seinem Vortrag den „Versicherungskunden von morgen“, also die Jugend unter 30 Jahren, unter die Lupe. Er sprach von der „Generation Z“, die durch starke Skepsis, Ängste und Unsicherheit geprägt sei. Vor allem zwei starke Gruppierungen des Jugendmilieus seien erkennbar: die adaptiv-pragmatischen (die neue gesellschaftliche Mitte, Sicherheitsfanatiker) und die digitalen Individualisten (unternehmerische Denker, Selbstständige, Freiheitsliebende). Diese unterscheiden sich sowohl in ihrer Absicht, beruflich ins Ausland zu gehen als auch in der Bereitschaft, exotische Gerichte zu probieren. „Die Jugend von heute ist eine Angstgesellschaft – sie hat Angst vor sozialen Abstiegen, vor Verlust der Freiheiten, vor dem Versagen oder vor ökologischen Katastrophen. Somit steigt das Bedürfnis nach Halt im Leben weiter extrem an. Bereits 75 % der Unter-30-Jährigen suchen den Halt im Leben“, so Heinzlmaier. Österreich sei eine Nation der Unsicheren und Ängstlichen – im Gegensatz zu Deutschland. „Das bedeutet, wir müssen der Jugend Dinge geben, die ihr Sicherheitsbedürfnis steigern. Und zwar auf allen Ebenen – egal, ob in der Politik, im Job oder bei Versicherungen.“

Freizeit, Familie und Freunde ist der jungen Generation laut Umfragen am wichtigsten – die Arbeit liegt hierbei nur im Mittelfeld. Eher hinten angesiedelt sind (institutionelle) Politik und Religion. Werte wie Sparsamkeit, Sauberkeit und Ordnung werden der Jugend wieder immer wichtiger, man besinne sich auf Traditionelles, um Stabilität ins Leben zu bringen. Heimat, Tracht und Tradition bekomme noch mehr Wertigkeit. „Die Vision der Zukunft ist für sie die Vergangenheit“, brachte es Heinzlmaier auf den Punkt.