20170529-IMG_9856 1920x1080

„Das Projekt steht auch für alle Vereine, Selbsthilfegruppen, Sozialeinrichtungen etc. offen, die jetzt Kontakt zu Klienten und Klientinnen oder Mitgliedern suchen und ihnen helfen wollen. Alle sind eingeladen mitzumachen, um so viele Menschen wie möglich zu erreichen“, betont Stadtrat Robert Krotzer. Foto: Heimo Ruschitz

Telefon-Kette_Logo_rgb

Corona: Telefon-Kette für Risikogruppen in Graz

Dienstag, 24. März 2020

Robert Krotzer ruft weitere Vereine auf mitzumachen

Um so vielen Neuinfektionen und schweren oder lebensbedrohliche Verläufen wie möglich vorzubeugen, wurde in der letzten Woche das Projekt Grazer Telefon-Kette gegen COVID-19 initiiert. „Ziel ist es, möglichst viele Menschen aus der Hochrisikogruppe mit deutscher und nicht-deutscher Muttersprache zu erreichen und fundiert über Gefahren und Verhaltensregeln in der Corona-Krise aufzuklären“, sagt Gesundheitsstadtrat Robert Krotzer (KPÖ). Er sieht das Angebot als wichtige Ergänzung zu den Hotlines, die man kontaktieren kann. „In vielen Fällen ist das proaktive Anrufen einfach unerlässlich. Wir schließen damit eine leider klaffende Lücke der Corona-Information.“

„Das Projekt bietet ein Online-Training und Info-Materialen, um so viele Menschen aus der Hochrisikogruppe wie möglich anzurufen, ihr Infektionsrisiko in der Wohnumgebung einzuschätzen und hinsichtlich der effektiven Umsetzung von Schutzmaßnahmen zu beraten“, erklärt Projekt-Initiator Christoph Pammer vom Gesundheitszentrum MEDIUS. Pammer ist Public-Health-Experte und Sozialarbeiter und betreibt zusammen mit Alena Strauss von Jukus das Projektbüro im Home Office.

Zur Zielgruppe zählen „Menschen mit Menschen mit niedrigem Sozialstatus oder Migrationshintergrund, die älter als 65 Jahre sind oder an einer jener Erkrankungen leiden, die für einen schweren oder lebensbedrohlichen Verlauf von Covid-19 verantwortlich sind (Lungenerkrankungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs, Diabetes). Auch über 80jährige ohne Vorerkrankungen und ihre Angehörigen zählen dazu“, so Pammer. „Mit im Boot sind derzeit die Vereine Ikemba, Jukus, Omega, Zebra. Weitere sollen folgen“, schildert Krotzer. Auch SeniorInnen-Verbände und andere Vereine sollen eingebunden werden.

So kann man mitmachen

Zur Verfügung gestellt werden ein Online-Training (zwei Kurzfilme: 10 und 20 Minuten), ein Gesprächsleitfaden (derzeit Deutsch, Türkisch, BKS, Rumänisch – weitere Sprachen folgen) und das aktuelle Begleitmaterial an Infos (derzeit mit lokalen Beratungsmöglichkeiten für weitere möglich Problemlagen). Sogenannte „präventive Anrufe“ werden damit durch Mitarbeiter*innen von Gebietskörperschaften, Gesundheitseinrichtungen, Vereine für chronisch Kranke, Selbsthilfegruppen durch die Projektressourcen möglich. Das Projekt wird zudem vom Krisenstab der Stadt Graz unterstützt.

Alle Informationen finden sich auf der Projekthomepage www.thisispublichealth.at