Kommentar

Foto: https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons

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Sonntag, 15. März 2020

Jetzt aber stopp!

Bisher waren die getroffenen Maßnahmen der Bundesregierung verständlich und nachvollziehbar. Jetzt aber geschieht allmählich zu viel des Guten.

Es ist der falsche Ansatz, den Menschen zu raten oder gar zu verordnen – nicht mehr hinaus in die Natur zu gehen. Denn genau das kann krank machen. Niemand wird zu einer Gruppenwanderung aufrufen, sondern die Menschen werden es machen wie bisher. Sie werden allein, zu zweit oder mit den Kindern spazieren, wandern oder Radfahren.

Bewegung in der Natur ist gerade in dieser Corona-Krise wichtig. Weil die Bewegung die Immunabwehr stärkt, das Wohlbefinden fördert – möglicherweise sogar eine Placebo-Wirkung hat, die Stimmung hebt. Natürlich wird man nirgends einkehren – sowieso bei sich bleiben, wie das jetzt gerne genannt wird. Jeder wird vernünftig handeln.

Aber zuhause zu bleiben – besonders dort, wo die Natur vor der Haustüre liegt – oder auch dort nicht mehr fahren, hinaus in die Natur, wo es keine Ansteckungsgefahr gibt, wo ja zum Glück nicht einer auf dem anderen klebt, wie in der Innenstadt oder in einem Shoppingcenter … das ist der falsche Rat.

Dagegen müssen wir uns wehren. Man sollte nur noch das Notwendigste erledigen, fordert die Regierung uns auf. Bewegung und Krafttanken in der Natur gehört dazu. Gerade für Menschen, die daraus viel Energie holen.

Zum Anhören:

Schauen wir zu unserem Nachbar Deutschland.

Die Deutschen sind bekannt dafür, dass sie Dinge konsequent angehen – und sie tun es auch jetzt. Aber dort erscheint Bundeskanzlerin Angela Merkel nicht im Stundentakt am Bildschirm oder vor den Mikrofonen – was Kurz und Co. in Österreich leider tun.

In Deutschland stehen die Experten im Vordergrund und sind am Wort. Die Bundeskanzlerin zeigt in Deutschland kein Verhalten, mit dem sie sich gleichsam selbst zur Chefärztin des Landes macht.

message-control, welche die Bürger zu Befehlsempfängern degradiert und mit Strafen droht, ist nicht der richtige Weg. Jeder von uns kann seinen Verstand und seine Vernunft gebrauchen.

Verfolgt man bei unserem Nachbarn die nationalen TV- und Radio-Sendungen, dann wird man auch dort ausreichend informiert. Aber man wird durch die Corona-News nicht erschlagen, in Panik versetzt oder droht gar, depressiv und krank zu werden. Da werden nicht stundenlange Sondersendungen angesetzt, die nichts Neues bringen. Da loben sich die großen Sendestationen nicht ständig selbst über den grünen Klee, wie gut sie informieren. Da wird ausführlich gesagt und gezeigt, was Sache ist – und das genügt.

So sollte es auch bei uns gehandhabt werden. Wir Österreicher sind mündige Bürger und keine „Sonderschüler“!