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Foto: PERNDL+CO

Kurator Beat Gugger, Stadtrat Günter Riegler (Erster Vorsitzender Alpenverein Sektion Graz) und GrazMuseum-Direktor Otto Hochreiter (v.l.). Foto: Georg Schröck

Kurator Beat Gugger, Stadtrat Günter Riegler (Erster Vorsitzender Alpenverein Sektion Graz) und GrazMuseum-Direktor Otto Hochreiter (v.l.). Foto: Georg Schröck

STADT sucht BERG

Dienstag, 10. März 2020

150 Jahre Alpenverein Sektion Graz

Wer Mitglied im Alpenverein ist, ist vor allem an den Bergen Interessiert, das hat sich in der 150-jährigen wechselvollen Geschichte kaum geändert. Es sind daher auch die bergbegeisterten Grazer, die im Zentrum der Ausstellung „STADT sucht BERG“ im GrazMuseum stehen. Ganz in diesem Sinne äußerte sich heute Kulturstadtrat Günter Riegler bei der Vorstellung der Ausstellung, die ab Donnerstag den Besuchern offen steht. Eine offizielle Eröffnung wird es aufgrund des Corona-Virus nicht geben. Riegler selbst ist Erster Vorsitzender vom Alpenverein der Sektion Graz.

Bis heute ist die Sehnsucht nach den Bergen ist für viele Menschen eine Motivation, dem Alpenverein beizutreten. Für Stadtbewohner/-innen ist die Weite des Blicks vom Gipfel gegen den Horizont besonders eindrucksvoll. Als 1870 die Grazer Sektion des Alpenvereins gegründet wird, steht bald nicht nur die Naturerfahrung im Mittelpunkt, sondern auch die Gemeinschaft. Deutschnationale, antisemitische und nationalsozialistische Ideologien prägen das Vereinsleben bis nach dem Zweiten Weltkrieg. Erst Ende der 1940er-Jahre setzt eine Entwicklung ein, in welcher der sportliche Aspekt immer wichtiger wird. Heute stellt die gut 22 000 Mitglieder umfassende Grazer Sektion des Österreichischen Alpenvereins ein weitverzweigtes Wegenetz und den Aufbau und Betrieb von Hütten im Gebirge sicher. Diesen Wandel von der ideologischen Verbindung zum Dienst an der Allgemeinheit erzählt die Ausstellung im GrazMuseum.

Die Ausstellung benennt auch die Entwicklung in den 1930er-Jahren und die Nähe zu nationalsozialistischen Bewegungen – vor allem nach dem „Anschluss“ 1938. Ende der 1940er-Jahre setzte eine bis heute anhaltende Entwicklung ein, in der der sportliche Aspekt im Alpenverein immer wichtiger wird. Dieser spannende Wechsel in der Ausrichtung des Vereins lässt sich – wie im gesamtösterreichischen Verein – auch in der Sektion Graz gut beobachten.

Bereits der Titel der Ausstellung STADT sucht BERG unterstreicht die Wechselbeziehung des Urbanen zum Hochgebirge. Collagen aus Berg- und Stadtbildern empfangen die Besucher/-innen im Museum und geleiten sie vom Eingangsbereich über den Hof in die Gotische Halle.

Das zentrale erzählerische Mittel der Ausstellung sind Fotografien aus dem Fundus des Archivs des Alpenvereins in Innsbruck, des Archivs der Grazer Sektion, der Mitglieder der Sektion Graz und der Sammlung des GrazMuseums.