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Damals schien die Welt noch in Ordnung: ÖVP-Wahlkampfauftakt in Kalsdorf ... Foto: STVP/Foto Fischer

Was muss danach passieren?

Donnerstag, 19. März 2020

So schnell kann’s gehen. Es war am 4. März, als Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer nach Kalsdorf zum Auftakt für die Gemeinderatswahlen am kommenden Sonntag, den 22. März, geladen hatte. Da bedrohte das Coronavirus China und in Europa scheinbar nur die Region um Mailand – schien also weit weg von Österreich, sodass wir uns davor sicher wähnten. Was wir nicht ahnten: Zu diesem Zeitpunkt war das Virus schon unter uns.

Nur wenige Tage später wurde die Katastrophe mit Tirol offensichtlich. Die Gemeinderatswahlen sind auf den St.-Nimmerleinstag verschoben. Seit einer Woche warten wir alle gebannt auf die tägliche Zahl der Neuinfektionen. Und die Opferzahlen sind deshalb so beängstigend, weil in diesen Wochen das Sterben jedes Einzelnen zu einer Spitzenmeldung in den Medien wird. Sonst hat uns das ziemlich „kaltgelassen“ und nur bei Unfällen oder Unglücken registrierten wir das Sterben.

Wann gehen die Zahlen endlich zurück? Wann wird das Aufatmen beginnen? Jeder vernünftige Mensch hält sich an die verordneten Maßnahmen, an die in den Medien immer wieder erinnert wird. Die Verantwortlichen sollten aber dennoch beginnen, uns, die Bürger, darüber zu informieren, was dann passieren muss, wenn die Maßnahmen gemildert oder aufgehoben werden. Denn was bedeutet das dann? Das Virus hat sich ja nicht vertschüsst. Wie mit der Ansteckungsgefahr umgehen? Die Angst wird bleiben, bis nicht ein wirksames Medikament oder gar eine Impfung dagegen gefunden sein wird. Diese vorbereitende Aufklärung ist ganz wichtig – das sollte man nicht betonen müssen.

War vor Wochen China täglich die Topmeldung, so hört man jetzt wenig darüber, wie und ob sich der Alltag dort normalisiert. Es wäre aber hilfreich, weil man am Beispiel der Chinesen lernen könnte.

Wen niemand auf der Rechnung gehabt hat – das sind nun die Zigtausenden, die nach Hause wollen und an der österreichischen Ostgrenze festzusitzen drohen. Es sind ungewollte „Flüchtlinge“, die durch Österreich so schnell wie möglich durch wollen, aber jetzt bangen müssen, ob das gelingt. Die Zahlen der Infektionen am Ostbalkan sind zur Zeit noch niedrig, doch leider täuscht dieser Umstand über die Zukunft hinweg. Wir halten Abstand vom Nachbarn, doch an der österreichischen Ostgrenze kümmern sich tausende Heimreisende nicht darum, haben gar keine Chance dazu.

Aber das Coronavirus bringt auch „unerwartet Positives“ mit sich. Was haben wir uns nicht darüber alteriert und geärgert, dass die sozialen Medien zu bedenklichen Entwicklungen in unserer Gesellschaft führen. Jetzt werden vermehrt deren positiven Möglichkeiten genutzt. Natürlich ist die Gefahr von Fakenews nicht verschwunden, aber es ist wohltuend, wenn man z.B. von Online-Kaffeerunden hört und anderen zwischenmenschlichen kreativen Online-Treffs.