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Fotos: Heim Ruschitz

Die steirischen Sozialparnter (v.l.): AK-Präsident Josef Pesserl, ÖGB-Präsident Horst Schachner, IV-Präsident Georg Knill und WK-Präsident Josef Herk

Die steirischen Sozialparnter (v.l.): AK-Präsident Josef Pesserl, ÖGB-Präsident Horst Schachner, IV-Präsident Georg Knill und WK-Präsident Josef Herk

Josef Herk, Präsident WKO Steiermark: „Corona hat uns die Lücken in unserem Bildungs- und Betreuungssystem noch einmal mit aller Deutlichkeit aufgezeigt. Ziel muss es daher sein, die akuten Probleme, speziell was die Situation in diesem Sommer angeht, wo viele ihr Urlaubskontingent bereits aufgebraucht haben, mit möglichst großer Flexibilität zu lösen und für die Zukunft neu aufzustellen. Neun Wochen Sommerferien ohne flächendeckende Betreuungsangebote passen mit der gesellschaftlichen Realität schon lange nicht mehr zusammen. Wir plädieren aus diesem Grund für die Entwicklung eines umfassenden Summerschoolsystems, das nicht nur Lernschwächen und Bildungsdefizite avisiert, sondern, in Form von speziellen Projektwochen etwa, auch auf die Förderung von Neigungen und Talenten abzielt.“

Josef Herk, Präsident WKO Steiermark: „Corona hat uns die Lücken in unserem Bildungs- und Betreuungssystem noch einmal mit aller Deutlichkeit aufgezeigt. Ziel muss es daher sein, die akuten Probleme, speziell was die Situation in diesem Sommer angeht, wo viele ihr Urlaubskontingent bereits aufgebraucht haben, mit möglichst großer Flexibilität zu lösen und für die Zukunft neu aufzustellen. Neun Wochen Sommerferien ohne flächendeckende Betreuungsangebote passen mit der gesellschaftlichen Realität schon lange nicht mehr zusammen. Wir plädieren aus diesem Grund für die Entwicklung eines umfassenden Summerschoolsystems, das nicht nur Lernschwächen und Bildungsdefizite avisiert, sondern, in Form von speziellen Projektwochen etwa, auch auf die Förderung von Neigungen und Talenten abzielt.“

Horst Schachner, Vorsitzender ÖGB Steiermark: „Laut der neuen AK-Nachhilfestudie bekommt ein Viertel aller steirischen Schulkinder Nachhilfe, tausende weitere sind aus Kostengründen aber davon ausgeschlossen. Es wäre wichtig, das hier mit AKtiv Lernen vorgelebte Prinzip aufzugreifen. Hochwertige Betreuungsangebote für Kinder vom Kindergarten bis zum Ende der Pflichtschule sollten kostengünstig bzw. für sozial Bedürftige kostenfrei flächendeckend in der Steiermark angeboten werden. In Zeiten wie diesen müssen die ohnedies über die Maßen geforderten Familien entlastet werden – auch um einen drohenden sozialen Bildungs-Gap zu vermeiden. Gerade im Hinblick auf den Fachkräftemangel fordert der ÖGB eine weitere HTL für den Großraum Graz und den obersteirischen Raum sowie mehr Mittel für die Schulen, besonders für die Neuen Mittelschulen.“

Horst Schachner, Vorsitzender ÖGB Steiermark: „Laut der neuen AK-Nachhilfestudie bekommt ein Viertel aller steirischen Schulkinder Nachhilfe, tausende weitere sind aus Kostengründen aber davon ausgeschlossen. Es wäre wichtig, das hier mit AKtiv Lernen vorgelebte Prinzip aufzugreifen. Hochwertige Betreuungsangebote für Kinder vom Kindergarten bis zum Ende der Pflichtschule sollten kostengünstig bzw. für sozial Bedürftige kostenfrei flächendeckend in der Steiermark angeboten werden. In Zeiten wie diesen müssen die ohnedies über die Maßen geforderten Familien entlastet werden – auch um einen drohenden sozialen Bildungs-Gap zu vermeiden. Gerade im Hinblick auf den Fachkräftemangel fordert der ÖGB eine weitere HTL für den Großraum Graz und den obersteirischen Raum sowie mehr Mittel für die Schulen, besonders für die Neuen Mittelschulen.“

Georg Knill, Präsident IV-Steiermark: Um Zukunftstechnologien vor Ort gestalten zu können, brauchen wir die weltweit besten Köpfe in der Steiermark. Der Wettbewerb um diese Spitzenkräfte ist ein internationaler geworden – wir stehen in Konkurrenz zu Regionen wie Silicon Valley, München oder Shanghai. Ein attraktives Umfeld für die Familien dieser Expertinnen und Experten und ganz besonders die Verfügbarkeit eines Schulplatzes an einer internationalen Schule entscheiden immer öfter über die ,Talent Attraction‘ von Regionen. Das Angebot in der Steiermark ist qualitativ gut, aber leider quantitativ nicht ausreichend, um den steigenden Bedarf abdecken zu können. Wir brauchen daher dringend den Ausbau des bilingualen Schulangebots, insbesondere der Möglichkeit des International Baccalaureate, in der Steiermark. Der geplante Schulausbau im Großraum Graz bietet die Chance, die Graz International Bilingual School (GIBS) auszubauen – diese sollten wir rasch ergreifen.“

Georg Knill, Präsident IV-Steiermark: Um Zukunftstechnologien vor Ort gestalten zu können, brauchen wir die weltweit besten Köpfe in der Steiermark. Der Wettbewerb um diese Spitzenkräfte ist ein internationaler geworden – wir stehen in Konkurrenz zu Regionen wie Silicon Valley, München oder Shanghai. Ein attraktives Umfeld für die Familien dieser Expertinnen und Experten und ganz besonders die Verfügbarkeit eines Schulplatzes an einer internationalen Schule entscheiden immer öfter über die ,Talent Attraction‘ von Regionen. Das Angebot in der Steiermark ist qualitativ gut, aber leider quantitativ nicht ausreichend, um den steigenden Bedarf abdecken zu können. Wir brauchen daher dringend den Ausbau des bilingualen Schulangebots, insbesondere der Möglichkeit des International Baccalaureate, in der Steiermark. Der geplante Schulausbau im Großraum Graz bietet die Chance, die Graz International Bilingual School (GIBS) auszubauen – diese sollten wir rasch ergreifen.“

Es mangelt an Kinderbetreuung im Sommer

Montag, 15. Juni 2020

AK, WKO, ÖGB und IV fordern rasche Lösungen

Heute gab es einen gemeinsamen Auftritt der steirischen Sozialpartner vor Journalisten in Graz mit Josef Pesserl (AK-Präsident), Josef Herk (WK-Präsident), Horst Schachner (ÖGB-Präsiden) und Georg Knill (IV-Präsident).

Es gäbe akuten Handlungsbedarf bei der Planungs- und Angebotssicherheit in der Kinderbetreuung im Sommer. Die Corona-Pandemie stellt Unternehmen und ihre Mitarbeiter vor enorme Herausforderungen. Besonders betroffen sind Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit Betreuungspflichten, für die sich die Sommermonate zum ernsthaften Problem zu entwickeln drohen. Durch den vielfach bereits konsumierten Urlaubsanspruch sowie den Wegfall der Großeltern als Betreuungspersonen sind Flexibilität und rasche Lösungen gefragt. Insbesonders um die Betreuung von Unter-3-Jährigen ist es schlecht bestellt.

Die steirischen Sozialpartner regen an:

Aktuelle Herausforderung meistern: Sommerbetreuung 2020 sicherstellen

Kurzfristig gilt es, das Sommerbetreuungsangebot 2020 flexibel zu gestalten, notfalls auch aufzustocken und rechtlich durch klare Vorgaben abzusichern. In der Steiermark stehen rd. 120.000 Beschäftigte vor der Herausforderung, ihre Kinder über die Sommermonate betreuen zu lassen. Niederschwellige und leistbare Betreuungsangebote an möglichst allen Standorten für mind. 4 – 6 Wochen sind Gebot der Stunde. Aus Sicht der steirischen Sozialpartner gilt es folgende Schritte zu setzen:

  • Rasch eine breite Allianz bilden – gemeinsame Verantwortungsübernahme durch Bund, Länder und Gemeinden für eine wichtige gesellschaftspolitische Aufgabe
  • Zuständigkeiten nicht aushebeln – aber eine gemeinsame, über die kompetenzrechtliche Realität hinausreichende Anstrengung, Kooperation und Koordination aller Stakeholder
  • Infrastruktur sichern – Öffnen der Pflichtschulgebäude im Sommer und kreative Lösungen im Rahmen der Schulraumüberlassung von Bundesschulen

Nutzerfreundliche Plattform zur Abbildung des gesamten Kinderbetreuungsangebotes

Um schnell und unkompliziert geeignete Betreuungsangebote finden zu können, sollte die bestehende steirische Plattform für Kinderbetreuungsangebote „Kinderdrehscheibe“ ausgebaut werden, die sowohl Landes- als auch Gemeindeangebote sowie private bzw. Sozialpartnerangebote umfasst. Erste auf Landesebene nun gestartete Initiativen werden seitens der Sozialpartner begrüßt.

Defizite im Bereich der Kinderbetreuung langfristig beheben

Vor allem im ländlichen Raum weist die Kinderbetreuungslandschaft nach wie vor Lücken auf – insbesondere um die Betreuung von unter 3-Jährigen ist es dabei schlecht bestellt. Um Eltern den Wiedereinstieg in die Erwerbstätigkeit zu erleichtern, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu fördern und qualifizierte Arbeitskräfte in den Regionen zu halten, sind zusätzliche Kinderbetreuungsplätze erforderlich – und das nicht nur im Sommer, sondern das ganze Jahr über.

Josef Herk, Präsident WKO Steiermark: „Corona hat uns die Lücken in unserem Bildungs- und Betreuungssystem noch einmal mit aller Deutlichkeit aufgezeigt. Ziel muss es daher sein, die akuten Probleme, speziell was die Situation in diesem Sommer angeht, wo viele ihr Urlaubskontingent bereits aufgebraucht haben, mit möglichst großer Flexibilität zu lösen und für die Zukunft neu aufzustellen. Neun Wochen Sommerferien ohne flächendeckende Betreuungsangebote passen mit der gesellschaftlichen Realität schon lange nicht mehr zusammen. Wir plädieren aus diesem Grund für die Entwicklung eines umfassenden Summerschoolsystems, das nicht nur Lernschwächen und Bildungsdefizite avisiert, sondern, in Form von speziellen Projektwochen etwa, auch auf die Förderung von Neigungen und Talenten abzielt.“

Josef Pesserl, Präsident AK Steiermark: „Die AK hat sofort auf die Corona-Situation reagiert und ihre Lernbetreuungs- und Freizeitangebote im Sommer ausgeweitet. AKtiv Lernen und die TUit-Workshops werden auf drei Wochen ausgedehnt. Und: AKtiv Lernen richtet sich erstmals auch an Kinder der 4. Volksschulklassen. Die neue AK-Nachhilfestudie zeigt nämlich, dass immer mehr Kinder vor einem Schulwechsel Nachhilfe erhalten, um ihre Noten zu verbessern. Wir appellieren daher dringend an die Politik, alle Maßnahmen zu treffen, um während der Sommerferien ein für alle leistbares Betreuungsangebot zu gewährleisten.“

Georg Knill, Präsident IV-Steiermark: Um Zukunftstechnologien vor Ort gestalten zu können, brauchen wir die weltweit besten Köpfe in der Steiermark. Der Wettbewerb um diese Spitzenkräfte ist ein internationaler geworden – wir stehen in Konkurrenz zu Regionen wie Silicon Valley, München oder Shanghai. Ein attraktives Umfeld für die Familien dieser Expertinnen und Experten und ganz besonders die Verfügbarkeit eines Schulplatzes an einer internationalen Schule entscheiden immer öfter über die ,Talent Attraction‘ von Regionen. Das Angebot in der Steiermark ist qualitativ gut, aber leider quantitativ nicht ausreichend, um den steigenden Bedarf abdecken zu können. Wir brauchen daher dringend den Ausbau des bilingualen Schulangebots, insbesondere der Möglichkeit des International Baccalaureate, in der Steiermark. Der geplante Schulausbau im Großraum Graz bietet die Chance, die Graz International Bilingual School (GIBS) auszubauen – diese sollten wir rasch ergreifen.“

Horst Schachner, Vorsitzender ÖGB Steiermark: „Laut der neuen AK-Nachhilfestudie bekommt ein Viertel aller steirischen Schulkinder Nachhilfe, tausende weitere sind aus Kostengründen aber davon ausgeschlossen. Es wäre wichtig, das hier mit AKtiv Lernen vorgelebte Prinzip aufzugreifen. Hochwertige Betreuungsangebote für Kinder vom Kindergarten bis zum Ende der Pflichtschule sollten kostengünstig bzw. für sozial Bedürftige kostenfrei flächendeckend in der Steiermark angeboten werden. In Zeiten wie diesen müssen die ohnedies über die Maßen geforderten Familien entlastet werden – auch um einen drohenden sozialen Bildungs-Gap zu vermeiden. Gerade im Hinblick auf den Fachkräftemangel fordert der ÖGB eine weitere HTL für den Großraum Graz und den obersteirischen Raum sowie mehr Mittel für die Schulen, besonders für die Neuen Mittelschulen.“