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Schulterschluss beim Ausbau der Radwege: Stadträtin Elke Kahr, Vizebürgermeister Mario Eustacchio, Bürgermeister Siegfried Nagl, Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer und Landeshauptmann-Stellvertreter Anton Lang (v. l.). Fotos: Stadt Graz / Fischer

Arbeiten nun an der Seite von Radverkehrsbeauftragten Helmut Spinka: Richard Wagner, Markus Tischberger und Markus Kronheim (v. l.). Im Hintergrund zu sehen: Das Logo der Radoffensive.

Arbeiten nun an der Seite von Radverkehrsbeauftragten Helmut Spinka: Richard Wagner, Markus Tischberger und Markus Kronheim (v. l.). Im Hintergrund zu sehen: Das Logo der Radoffensive.

Graz soll eine Fahrradhauptstadt Europas werden

Dienstag, 23. Juni 2020

Zu einer nicht alltäglichen Pressekonferenz, wie es Bürgermeister Siegfried Nagl bezeichnete, begrüßte das Stadtoberhaupt heute gemeinsam mit seinem Stellvertreter Mario Eustacchio, Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer, Landeshauptmann-Stellvertreter Anton Lang und Verkehrsstadträtin Elke Kahr. „Wer Großes vollbringen möchte, braucht nicht nur einen guten Plan, sondern auch Mitstreiterinnen und Mitstreiter“, erklärte Nagl und richtete seinen Dank an die Vertreter des Landes. Denn gemeinsam wird man in den kommenden zehn Jahren die wohl größte Radoffensive für den Großraum Graz umsetzen.

100 Millionen Euro oder 5 Millionen pro Partner (Stadt und Land) und Jahr werden investiert, um einem dezidierten Wunsch der Bevölkerung nachzukommen. „Die Menschen wollen mit dem Fahrrad fahren. Dabei geht es um Lebensqualität. Wir seitens der Politik müssen sie dabei mit der notwendigen Infrastruktur unterstützen“, betonte Nagl, der Graz gerne unter den Fahrrad-Hauptstädten Europas sehen will.

Sicherheit, Lebensqualität und Fairness
Der Radoffensive bzw. dem Masterplan „RADMOBIL Graz 2030“ liegt eine Radnetzstudie für den Kernballungsraum zugrunde. Diese wurde von TU Graz, PLANUM und Bike Citizen erarbeitet und nun druckfrisch  verfügbar. Ziel ist die Erhöhung der Verkehrssicherheit und die Verbesserung der Lebensqualität – und zwar für alle. Ein faires Miteinander steht im Vordergrund. Das unterstrich auch Vizebürgermeister Mario Eustacchio: „Man muss alle Verkehrsteilnehmer berücksichtigen, das Ganze mit Augenmaß betrachten, also die Gesamtsituation im Blick haben.“

120 Kilometer Radwegenetz gibt es derzeit in Graz, 200 Kilometer sollen bis 2030 dazukommen. 100 Kilometer Zufahrten, 50 Kilometer Verbindungswege mit bis zu zwei Metern Breite und weitere 50 Kilometer Radschnellwege mit 3,5 bis 4 Metern Breite.

„Diese Radwegoffensive ist ein Meilenstein in der Entwicklung der Landeshauptstadt Graz. Wir haben uns entschlossen, unseren Beitrag dazu zu leisten. Denn die sanfte Mobilität hat Einzug gehalten, der Klimaschutz ist in den Köpfen der Menschen angekommen“, zeigt sich Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer überzeugt. Sein Stellvertreter Anton Lang erklärte: „Wir leben in einer Zeit der Trendwende. Die Leute merken, dass sie mit dem Rad schneller voran kommen. Es ist also eine historische Zeit für den Alltagsradverkehr.“ Lang erinnerte auch an das Jahr 2016, in dem die Radverkehrsstrategie für das Land Steiermark beschlossen wurde. Klar war schon damals, dass diese nicht bei den Ortstafeln enden dürfe, sondern darüber hinaus reichen müsse.

Zeit ist reif für das Fahrrad
Davon ist auch Verkehrsstadträtin Elke Kahr überzeugt: „Graz verzeichnet aktuell einen Radverkehrsanteil von zwanzig Prozent. Der Wunsch nach einem Ausbau kam direkt von der Basis, also von der Bevölkerung. Die Politik muss das erkennen und aufnehmen. Denn es führt kein Weg daran vorbei. Die Zeit ist reif für das Rad.“ Die vorliegende Wegenetzstudie zeigt, wo sich die Radfahrer derzeit bewegen. Die Experten haben dabei eine Aufteilung in sechs Sektoren vorgenommen, Innenstadt und Graz-Umgebung zählen zum Beispiel dazu. Diese Sektoren werden nun wie Puzzleteile zusammengefügt und ein Gesamtplan daraus realisiert.