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Fotos: Styriarte / Nikola Milatovic

Vizekanzler Werner Kogler, Bundespräsident Alexander Van der Bellen und LH Hermann Schützenhöfer (v.l.)

Vizekanzler Werner Kogler, Bundespräsident Alexander Van der Bellen und LH Hermann Schützenhöfer (v.l.)

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„Wir sind alle eins“

Donnerstag, 02. Juli 2020

Launige Styriarte-Eröffnung mit sozialer Distanz

Diese Feststellung kam von den sechs singenden Musen von Parnass. Sie waren der Überraschungsact für das Premierenpublikum mit Bundespräsident Alexander Van der Bellen, Vizekanzler Werner Kogler, Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer und Kulturstadtrat Günter Riegler (alle vier mit ihren Partnerinnen). Beim „Parnass“ handelt es sich um einen Gebirgsstock in Griechenland, an seinem südwestlichen Fuß des Massivs liegt auch Delphi. Er ist dem Apollon geweiht, ist aber auch die Heimat der Musen und gilt als Sinnbild der Lyrik und der Kunst.

Von der Tribüne im hinteren Teil der Helmut-List-Halle stiegen die sechs Musen majestätisch hinunter zu den Irdischen („Wir sind alle eins“): ganz vorne die Politiker und dahinter das durch den Corona-Babyelefanten dezimiert zugelassene Publikum. Phasenweise kam launige Eröffnungsstimmung auf. Komponistin Flora Geißelbrecht und Librettist Thomas Höft hatten in Rekordzeit Szenen für sechs Frauenstimmen zusammengestellt. Dezent waren die Anspielungen auf das Konfliktfeld zwischen Politik und Kultur, das es schon immer gibt.

Als „Pausenfüller“ durften zwischen den schrillen Gesängen der Musen und der erfrischend aufspielenden alpenländischen Formation „Spafudla“ die fünf Festredner ans Pult: Styriarte-Intendant Mathis Huber, Stadtrat Günter Riegler, Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer, Vizekanzler Werner Kogler und Bundespräsident Alexander Van der Bellen. Ihre Wortspenden waren kurz und so kam man auch mit dem Zeitplan – ORF III übertrug – nicht ins Gedränge.

Gut, denn im Mittelpunkt stehen ja die Musik und neuerdings immer wieder Johann Joseph Fux (1660 – 1741), der Bub aus Hirtenfeld bei Graz, der zum Kaiserlichen Hofkomponisten aufgestiegen ist. Das fröhliche Quartett „Spafudla“ zerstörte aber mit seiner Darbietung Heimatromantik und falschen Lokalpatriotismus und spielte Fuxens Türkenmusik – in einer Mischung aus Jazz und Rock, aber auch Barock- und Volksmusik.

Eine Anekdote in Sachen Barock und Hofburg steuerte Präsident Van der Bellen bei. Bei seinem ersten offiziellen Arbeitstag in der Hofburg führte man ihn in sein Büro und dort erklärte man ihm: „In diesem Zimmer ist der Kaiser gestorben.“ Van der Bellen: „So sind’s halt die Wiener.“

Das eigentliche Eröffnungskonzert, das auch heute noch drei Mal aufgeführt wird (in der Helmut-List-Halle) bestritt das Festspielorchester unter der Leitung des Oboisten Alfredo Bernadini: acht Nummern aus Fuxens Musiktheater „Die Geschenke der Nacht“ – klangvolle Barockmusik mit Tenor Valerio Contaldo und Koloratursopran Maria Ladurner.

Programm-Infos: www.styriarte.com