Die Autorin Simone Hirth gewinnt mit ihrem Text "Der Fettfleck" den mit 4.000 Euro dotierten 1. Preis beim 1. Österreichischen Literaturpries für Erzählungend des Stieglerhauses. Im Bild: Lukas Zeinler und Daniela Majer, Vorstände der Stieglerhaus - Gemeinnützige Privatstiftung, mit Simone Hirth (Mitte). Foto (c) Alois Rumpf

Die in Niederösterreich lebende Autorin Simone Hirth gewinnt mit ihrem Text "Der Fettfleck" den mit 4.000 Euro dotierten 1. Preis beim 1. Österreichischen Literaturpreis für Erzählungen des Stieglerhauses. Im Bild: Simone Hirth (Mitte) mit Lukas Zeinler und Daniela Majer, Vorstände der Stieglerhaus - Gemeinnützigen Privatstiftung. Fotos: Alois Rumpf

Klaus Maria Brandauer, Stargast bei der Literaturmatinee "Worte bewegen" und Stieglerhaus-Initiator August Schmölzer.

Klaus Maria Brandauer, Stargast bei der Literaturmatinee "Worte bewegen" und Stieglerhaus-Initiator August Schmölzer.

„Der Fettfleck“ von Simone Hirth gewinnt

Mittwoch, 16. September 2020

1. Österreichischer Literaturpreis für Erzählungen

310 Einsendungen erreichten das Stieglerhaus in St. Stefan ob Stainz nach der Ausschreibung für den „1. Österreichischen Literaturpreis für Erzählungen – Worte bewegen“ im Frühjahr 2020. Initiator Gerwig Epkes (Gründer der SWR-Bestenliste) hat die Einsendungen gesichtet und gemeinsam mit den Jurorinnen Nicola Steiner (Moderatorin des „Literaturclubs“ im Schweizer Fernsehen) und Daniela Strigl (Universität Wien) eine Shortlist von 15 Texten erstellt.

Im Rahmen einer Literaturmatinee wurden drei Hauptpreise und zwei Anerkennungspreise vergeben. Klaus Maria Brandauer lieh dem Siegertext „Der Fettfleck“ von Simone Hirth seine Stimme. Der Schauspieler ließ die vor den Trümmern ihrer Ehe stehende Ich-Erzählerin gleichsam holographisch im Raum erstehen. „Die Bedrohlichkeit, die dieser Text entwickelt, ist so subtil, wie die Grenzen zwischen verbaler und physischer Gewaltanwendung fließend sind“, heißt es in der Jurybegründung zum Siegertext. Insgesamt zeigte sich die Jury unter Leitung von Gerwig Epkes beeindruckt von der durchwegs hohen Qualität der Einsendungen.

Die ausgezeichneten Texte:

  1. Preis (4.000 Euro): Simone Hirth für die Erzählung „Der Fettfleck“
  2. Preis (2.000 Euro): Lukas Meschik für „The Same Fucking Ballpark oder Die Lenz-Dimension“
  3. Preis (1.000 Euro): Martin Peichl für „Die Entdeckung der Lichtempfindlichkeit“

Zwei Anerkennungspreise (je 500 Euro) gingen an Felicia Schätzer für den Text „Niemand ist niemandem nah“ und Wilhelm Kuehs für „Die Tiefe des Schweigens“.

Die ausgezeichneten Texte und weitere Shortlist-Erzählungen von Claudia Bitter, Ulrike Haidacher, Elisabeth Schmidauer und Irmi Wyskovsky liegen ab sofort in der Anthologie „Worte bewegen“ im Braumüller Verlag vor. „In dieser Zeit der Bebilderung durch soziale Medien, die unsere Fantasie immer weniger fordern, einer ansteigenden gesellschaftlichen Uniformität, ist Literatur ein Überlebensmittel“, schreibt Stieglerhaus-Initiator August Schmölzer im Vorwort zum Buch. „Literatur ist ein wichtiger kultureller Beitrag für eine pluralistische, verantwortungsbewusste, humane Gesellschaft.“