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Ausgearbeitet wurde in Kampus Auftrag von Experten des Gewaltschutzbeirates das österreichweit erste Maßnahmenpaket, das Menschen mit Behinderung vor Gewalt schützen soll. „Es geht nicht um Schuldzuweisungen, sondern um einen Schulterschluss, um die Situation der Betroffenen zu verbessern und das Bewusstsein für die Problematik zu schärfen“, so die Soziallandesrätin zur grundsätzlichen Absicht, die mit dem Maßnahmenbündel verknüpft ist. Foto: Peter Drechsler

Soziallandesrätin Doris Kampus hat das österreichweit erste Paket zum Gewaltschutz für Menschen mit Behinderung beauftragt. Foto: Land Steiermark

Soziallandesrätin Doris Kampus hat das österreichweit erste Paket zum Gewaltschutz für Menschen mit Behinderung beauftragt. Foto: Land Steiermark

Kampus: „Mehr Gewaltschutz für Menschen mit Behinderung“

Montag, 07. September 2020

Das Sozialressort des Landes Steiermark und der Gewaltschutzbeirat wenden sich im Auftrag von Soziallandesrätin Doris Kampus einem Thema zu, das bisher leider sehr oft im Dunkeln blieb: Menschen mit Behinderung als Opfer von Gewalt. Ausgangspunkt der Initiative war eine österreichweite Studie, die erschreckende Ergebnisse zutage gefördert hat – so haben acht von zehn Menschen mit Behinderung angegeben, körperliche Gewalt erfahren zu haben. „Diese Studie hat ein enormes und gleichzeitig verdecktes Problem sichtbar gemacht“, erläutert Soziallandesrätin Doris Kampus. Die Steiermark hat nun ein österreichweit einmaliges Maßnahmenpaket gegen Gewalt an Menschen mit Behinderung zusammengestellt, das sukzessive umgesetzt wird. Es besteht aus folgenden Kernelementen und wird nun Schritt für Schritt umgesetzt.

  • Beratungs- und Begleitungsangebote für Menschen mit Behinderung in Einrichtungen, insbesondere für Frauen mit Behinderung sowie leicht lesbares, das heißt barrierefreies Infomaterial – zum Beispiel werden Fragen behandelt wie: Was ist eigentlich ein Übergriff? Wie kann ich ihn selbst erkennen? Was kann ich dagegen tun?
  • Zusammenarbeit mit Transportunternehmen, die Menschen mit Behinderung befördern
  • Inklusive Medizin – Angebote für medizinisches, pflegerisches und therapeutisches Personal zur Gewaltprävention bei Menschen mit Behinderungen: Sensibilisierungskurse für den Umgang mit Menschen mit Behinderung
  • Informationsbroschüre „Gewaltschutz und Gewaltprävention“ für „Persönliche AssistentInnen“ im Umgang mit Menschen mit Behinderung sowie für Menschen mit Behinderung, die eine „Persönliche Assistenz“ in Anspruch nehmen (ebenfalls leicht lesbar und barrierefrei)
  • Elternberatungszentren – Spezialangebote für (werdende) Eltern von behinderten Kindern
  • Maßnahmen „Gewaltschutz“ in den Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe: Verpflichtende Konzepte zum Gewaltschutz bzw. zur sexualpädagogischen Erziehung
  • Maßnahmen für Pflegepersonen von behinderten Pflegekindern: Konzipierung eines Workshops für Pflegepersonen in Anstellung bei affido gemeinsam mit einer Gewaltschutzeinrichtung und weiteren Partnern