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v.l.: Walter Mayer (Leiter Zentralküche, LKH Graz II, Stmk. KAGes), LR Johann Seitinger und Johann Schweiger (Bereich Seniorenverpflegung, Gaumenglück). Fotos: steiermark.at/Streibl

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Auch Bewohner in Pflegeheimen und Patienten in Krankenhäusern tragen entscheidend dazu bei, Tellerreste zu vermeiden, zum Beispiel durch bewusstes Bestellen oder Abbestellen von Menübestandteilen und Komponenten. Um auch diese Zielgruppe anzusprechen, machen Großküchen in ganz Österreich rund um den neu von der UNO ausgerufenen „Welttag gegen Lebensmittelverschwendung“ am 29. September auf das Thema Lebensmittelabfallvermeidung aufmerksam (nähere Infos: nixübrig.at).

Auch Bewohner in Pflegeheimen und Patienten in Krankenhäusern tragen entscheidend dazu bei, Tellerreste zu vermeiden, zum Beispiel durch bewusstes Bestellen oder Abbestellen von Menübestandteilen und Komponenten. Um auch diese Zielgruppe anzusprechen, machen Großküchen in ganz Österreich rund um den neu von der UNO ausgerufenen „Welttag gegen Lebensmittelverschwendung“ am 29. September auf das Thema Lebensmittelabfallvermeidung aufmerksam (nähere Infos: nixübrig.at).

„Es geht um eine gute Zusammenarbeit zwischen den Konsumenten, den Küchen, den Verarbeitungsbetrieben, dem Handel und den Lebensmittelproduzenten und Bauern. Geld und Ressourcen, die durch Abfallvermeidung eingespart werden, können in qualitativ hochwertige, regionale Produkte reinvestiert werden“, so Landesrat Johann Seitinger

„Es geht um eine gute Zusammenarbeit zwischen den Konsumenten, den Küchen, den Verarbeitungsbetrieben, dem Handel und den Lebensmittelproduzenten und Bauern. Geld und Ressourcen, die durch Abfallvermeidung eingespart werden, können in qualitativ hochwertige, regionale Produkte reinvestiert werden“, so Landesrat Johann Seitinger

NIX ÜBRIG für Verschwendung

Montag, 28. September 2020

Steirische Gesundheitsbetriebe: Gemeinsam für weniger Lebensmittelabfall!

„Abfallvermeidung ist ein wichtiger Schritt zum Klimaschutz! Auch als Land Steiermark haben wir hier eine Verantwortung: Allein im steirischen Restmüll landen jährlich fast 19.000 Tonnen an vermeidbaren Lebensmittelabfällen. Das wollen wir ändern –denn wir verschwenden damit nicht nur kostbare Produkte, sondern auch die Ressourcen, die in deren Produktion, Verarbeitung und Transport investiert wurden. Die Wertschätzung für Lebensmittel aus regionalen Betrieben und nachhaltiger Landwirtschaft ist nicht zuletzt in der Krise enorm gestiegen –das muss sich auch in einem sorgsameren Umgang mit den Produkten widerspiegeln,“ fasst Nachhaltigkeitslandesrat Johann Seitinger die Botschaft rund um den Ersten Welttag gegen Lebensmittelverschwendung zusammen.

Im Rahmen einer Aktionswoche von 28. September bis 4. Oktober unter dem Motto „Nix übrig für Verschwendung“ sagen 16 steirische Gesundheitseinrichtungen und 10 Betriebskantinen in Kooperation mit dem Land Steiermark und dem Bundesministerium für Klimaschutz, der Lebensmittelverschwendung den Kampf an und laden ihre Mitarbeiter aber auch die Kunden, Gäste, Patienten sowie Bewohner ein auch ihren Beitrag zu leisten.

Das LKH-Univ. Klinikum Graz, das LKH Hochsteiermark und das LKH Weststeiermark der Steiermärkische Krankenanstalten-gesellschaft (KAGes) beteiligen sich seit 2019 am Programm „United Against Waste“ und bemühen sich, ihre Lebensmittelabfälle zu reduzieren: „Wir versorgen unsere Patientinnen und Patienten nicht nur medizinisch, sondern diese werden auch von Frühstück, Mittagessen, Jause und Abendessen voll versorgt. Allein die Zentralküche am Standort Süd des LKH Graz produziert täglich rund 3.000 Mahlzeiten in verschiedensten Kostformen für die Patienten und Mitarbeiter an vier Standorten. Dementsprechend komplex sind unsere Verpflegungsstrukturen. Wechselnder Appetit und Gesundheitszustand sowie ein ständiges Kommen und Gehen der PatientInnen aufgrund von Entlassungen und Behandlungen erschweren die Planung zusätzlich “, berichtet Walter Mayer, Leiter der Zentralküche im LKH Graz II über die Herausforderungen bei der Lebensmittelabfallvermeidung in Krankenhäusern.

Dies führt dazu, dass am Ende des Tages in Gesundheitseinrichtungen viele noch genießbare Lebensmittel entsorgt werden müssen. Das Monitoring der Initiative United Against Waste in ganz Österreich aus dem Jahr 2019 hat gezeigt: Das Verhältnis von vermeidbarem Lebensmittelabfall im Vergleich zum ausgegebenen Essen lag 2019 in österreichischen Krankenhäusern (31 %) und Pflegeheimen (26 %) deutlich über jenem von klassischen Betriebsrestaurants (13 %) .

Durch den Vergleich und den Austausch mit anderen am Monitoringsystem teilnehmenden Gesundheitseinrichtungen können Problemstellen analysiert und dafür gezielt Lösungsmöglichkeiten erarbeitet werden. Zur Reduktion von Abfall können Betriebe an unterschiedlichen Stellschrauben drehen. So kann es sich lohnen, unterschiedliche Portionsgrößen anzubieten und eine freie Wahl der Beilagen oder Menükomponenten (Suppe, Salat oder Nachspeisen) zu ermöglichen. Auch die Speisenausgabe mittels Schöpfsystem ist ein Ansatz, um Retouren zu reduzieren, da das Stationspersonal bei Portionsgrößen und Menübestandteilen gezielt auf Tagesverfassung und unterschiedlichen Appetit eingehen kann.

Johann Schweiger, zuständig für den Bereich Seniorenverpflegung des steirischen Unternehmens „Gaumenglück“, das 550 Bewohnerinnen und Bewohner in sechs adcura-Seniorenwohnhäusern in der Steiermark verpflegt, erzählt: „Gerade in Pflegeheimen kommt dem Ausgabepersonal eine wichtige Rolle zu, da diese in direktem Kontakt mit den Bewohnerinnen und Bewohnern stehen. Wir setzen deshalb auf Schulungen des Personals zum Beispiel was den Einsatz adäquater Schöpfwerkzeuge für Saucen, Reis oder Suppen bei der Speisenausgabe betrifft und haben unsere Schöpfer auch mittels Farbsystem markiert. Wir achten zudem bereits bei der Menüplanung und bei Portionsgrößen auf die Bedürfnisse älterer Menschen“. Der Verlustgrad der adcura-Seniorenwohnhäuser liegt (basierend auf einer Auswertung vom 1. Halbjahr 2020) mit durchschnittlich 21 % deutlich unter dem Österreich-Schnitt von 26 % bei Pflegeheimen österreichweit.

„Es geht um eine gute Zusammenarbeit zwischen den Konsumenten, den Küchen, den Verarbeitungsbetrieben, dem Handel und den Lebensmittelproduzenten und Bauern. Geld und Ressourcen, die durch Abfallvermeidung eingespart werden, können in qualitativ hochwertige, regionale Produkte reinvestiert werden“, so Seitinger abschließend.