GEOPHO-4179

Christoph Hartner, Hans Roth, Barbara Frischmuth, Andreas Unterweger und Julian Kolleritsch (v.l.). Fotos: geopho

Saubermacher-Eigentümer Hans Roth mit den Jury-Mitgliedern Barbara Frischmuth und Andreas Unterweger (v.l.). Für Hans Roth ist lesenswerte Literatur ebenso Teil dieser lebenswerten Umwelt: „In der Steiermark und ganz Österreich gibt es viele Nachwuchstalente, die im Verborgenen schöpferisch tätig sind. Mit dem rotahorn möchten wir diesen Literaturschaffenden eine gesellschaftliche Blatt-Form bieten.“

Saubermacher-Eigentümer Hans Roth mit den Jury-Mitgliedern Barbara Frischmuth und Andreas Unterweger (v.l.). Für Hans Roth ist lesenswerte Literatur ebenso Teil dieser lebenswerten Umwelt: „In der Steiermark und ganz Österreich gibt es viele Nachwuchstalente, die im Verborgenen schöpferisch tätig sind. Mit dem rotahorn möchten wir diesen Literaturschaffenden eine gesellschaftliche Blatt-Form bieten.“

ROTAHORN: Literaturpreisträgerinnen 2020 stehen fest

Mittwoch, 09. September 2020

Nava Ebrahimi und Franziska Füchsl sind die Preisträgerinnen des Hans Roth Literaturpreises „rotahorn“ 2020. Sie überzeugten die Fachjury, bestehend aus den steirischen Autoren Barbara Frischmuth, Valerie Fritsch und Andreas Unterweger, dem Germanisten Julian Kolleritsch sowie den Kulturjournalisten Werner Krause, Christoph Hartner und Heinz Sichrovsky von ihrem literarischen Können.

Mit dem „rotahorn“ bereichert seit 2011 ein Literaturpreis, initiiert von Saubermacher-Gründer Hans Roth die österreichische Kulturlandschaft. Die Auswahl der Preisträger erfolgt in enger Zusammenarbeit mit der Literaturzeitschrift „manuskripte“. Die Gewinnerinnen Nava Ebrahimi und Franziska Füchsl wurden aus einer hochklassigen Shortlist talentierter Lyrik- und Prosa-Autoren ermittelt, die ein Naheverhältnis zu den „manuskripten“ pflegen.

Die Jury hob spezifische Qualitäten im Schaffen der Preisträgerinnen hervor: „Nava Ebrahimi schreibt sorgfältig konstruierte Erzählungen auf exakt formulierter sprachlicher Basis, die jeden ihrer Protagonisten mit seinem eigenen Akzent zu Wort kommen lässt. Ihre Plots und Figuren kreisen um die brandaktuellen Themen Herkunft und Identität, die sie in ihrer globalen Tragweite auszuleuchten weiß. Dabei gelingt der in Teheran geborenen Grazerin das Kunststück, Romane zu schreiben, die der Komplexität und Widersprüchlichkeit unserer Gegenwart gerecht werden und dennoch ein Lesevergnügen darstellen.“

„Franziska Füchsl ist eine sprachliche Feinmechanikerin, die im Grenzbereich von Lyrik und Prosa poetisches Neuland erschließt. Geschult an den Arbeiten von Oswald Egger und Peter Waterhouse verwebt die Oberösterreicherin rares Vokabular, grafisch-formale Elemente und rhythmische Hypersensibilität zu höchst eigenständigen sprachlichen Gebilden. Dinge werden zu Worten, und aus den Worten entsteht eine neue Welt – selbst wenn man die Worte nicht immer auf Anhieb versteht. Kurz: Eine belebende Abwechslung im Einheitsbrei der Gegenwartsbelletristik.“