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Zukünftig werden jährlich weitere steirische Reviere in das Projekt aufgenommen, um sukzessive die Wildunfall hot-spots auf steirischen Straßen entschärfen zu können. Neben der organisatorischen Abwicklung und der wissenschaftlich fundierten Beratung der Reviere und des STED unterliegt jede gesetzte Maßnahme genauesten Kontrollen. In enger Kooperation mit der Industrie wurden auf Basis wissenschaftlicher Grundlagendaten bereits deutliche Verbesserungen in der Leistung und Praxistauglichkeit bestehender Wildwarngeräte erreicht sowie vielversprechende Neuentwicklungen für die Zielvorgaben „aktiver Wildtierschutz“ und „Erhöhung der Verkehrssicherheit“ initiiert. Nur der kontrollierte und überwachte Einsatz technischer Maßnahmen kann zu umfangreichen praxisorientierten Erkenntnissen zu Montage, laufendem Betrieb, Vorzügen und Nachteilen der eingesetzten Geräte und Aufstellungsvarianten führen. Durch genaueste räumliche und zeitliche Aufzeichnung jedes Wildunfalls der steirischen Jägerinnen und Jäger wird eine bisher unerreichte Fülle und Detailgenauigkeit an Wildunfall-Informationen erreicht.

v.l.: Wolfgang Steiner (BOKU Wien), LH-Stv. Anton Lang, Tierschutzombudsfrau Barbara Fiala-Köck, Franz Zenz (STED-Chef) und Franz Mayr-Melnhof-Saurau (Landesjägermeister). LH-Stv. Anton Lang, Verkehrs- und Tierschutzreferent: „Heuer freut es mich ganz besonders unser Gemeinschaftsprojekt – mit der STED und der Landesjägerschaft - „Wildtierschutz und Verkehrssicherheit“ zu präsentieren. Wurde es doch vor Kurzem um eine bedeutende bzw. neuartige Facette erweitert. Wie schon im September vor Ort präsentiert, testen wir heuer im Rahmen dieses Projekts auf zwei Teststrecken neue Wildwarngeräte der Firma ANIMOT, die darauf abzielen nicht das Wild vor einer Straßenquerung zu warnen, sondern die Autofahrer vor der nahenden Gefahr. Die Sicherheit von Mensch und Tier im Straßenverkehr zu erhöhen hat oberste Priorität und so freut es mich als Verkehrs- und Tierschutzreferent des Landes dieses Projekt mit wissenschaftlicher Begleitung so in der Steiermark etabliert zu wissen. Ein Dank an alle Beteiligten für diese großartige und erfolgreiche Zusammenarbeit!“ Foto: Land Steiermark

v.l.: Wolfgang Steiner (BOKU Wien), LH-Stv. Anton Lang, Tierschutzombudsfrau Barbara Fiala-Köck, Franz Zenz (STED-Chef) und Franz Mayr-Melnhof-Saurau (Landesjägermeister). LH-Stv. Anton Lang, Verkehrs- und Tierschutzreferent: „Heuer freut es mich ganz besonders unser Gemeinschaftsprojekt – mit der STED und der Landesjägerschaft - „Wildtierschutz und Verkehrssicherheit“ zu präsentieren. Wurde es doch vor Kurzem um eine bedeutende bzw. neuartige Facette erweitert. Wie schon im September vor Ort präsentiert, testen wir heuer im Rahmen dieses Projekts auf zwei Teststrecken neue Wildwarngeräte der Firma ANIMOT, die darauf abzielen nicht das Wild vor einer Straßenquerung zu warnen, sondern die Autofahrer vor der nahenden Gefahr. Die Sicherheit von Mensch und Tier im Straßenverkehr zu erhöhen hat oberste Priorität und so freut es mich als Verkehrs- und Tierschutzreferent des Landes dieses Projekt mit wissenschaftlicher Begleitung so in der Steiermark etabliert zu wissen. Ein Dank an alle Beteiligten für diese großartige und erfolgreiche Zusammenarbeit!“ Foto: Land Steiermark

Die gute Kooperation des STED mit den steirischen Jägern, die maßgebliche Unterstützung durch Politik, Verwaltung, Tier- und Naturschutz, Wirtschaft und vielen anderen Interessensgruppen sichern dem Projekt in den Testgebieten eine hohe Datenqualität und wertvolle Informationen. Eine enge Verbindung mit weiteren nationalen und internationalen Forschungsprojekten ermöglicht den Wissensaustausch über die Landesgrenzen hinaus. Ziel des Projektes sind praxistaugliche Lösungen zur nachhaltigen Reduktion der Wildunfallzahlen und damit einhergehend eine Erhöhung der Verkehrssicherheit für Tier und Mensch.

Die gute Kooperation des STED mit den steirischen Jägern, die maßgebliche Unterstützung durch Politik, Verwaltung, Tier- und Naturschutz, Wirtschaft und vielen anderen Interessensgruppen sichern dem Projekt in den Testgebieten eine hohe Datenqualität und wertvolle Informationen. Eine enge Verbindung mit weiteren nationalen und internationalen Forschungsprojekten ermöglicht den Wissensaustausch über die Landesgrenzen hinaus. Ziel des Projektes sind praxistaugliche Lösungen zur nachhaltigen Reduktion der Wildunfallzahlen und damit einhergehend eine Erhöhung der Verkehrssicherheit für Tier und Mensch.

Projekt „Wildtierschutz und Verkehrssicherheit Steiermark 2020“

Donnerstag, 08. Oktober 2020

Laut Jagdstatistik sterben jährlich fast 100.000 Wildtiere durch Wildunfälle auf Österreichs Straßen. Neben vielen anderen Wildarten werden dabei auf steirischen Landes- und Gemeindestraßen jährlich mehr als 7.000 Unfälle mit Rehen verzeichnet. Vor allem bei Unfällen mit größeren Wildtieren kommt es dabei häufig zu schweren Sach- und Personenschäden, dem Verlust von oftmals geschützten Wildarten und unnötigem Tierleid. Laut Information mehrerer österreichischer Versicherungsträger ist ein durchschnittlicher PKW-Schaden bei einem Wildunfall mit ca. 1.600 Euro zu bemessen. Nur für Unfälle mit Rehwild ergibt sich so für Österreich bereits eine Schadenssumme von etwa 60 Millionen Euro. Der jährliche volkswirtschaftliche Schaden durch Wildunfälle wird auf über 160 Millionen Euro geschätzt. Hauptgründe für steigende Wildunfallzahlen sind die Einengung und Zerstückelung von Wildlebensräumen durch menschliche Nutzung, der Neu- und Ausbau von Verkehrswegen, die Zunahme des Straßenverkehrs und hohe Fahrgeschwindigkeiten.

Um die Zahl der Wildunfälle nachhaltig zu reduzieren, wurde 2014 ein Kooperationsprojekt zwischen dem Land Steiermark, der Steirischen Landesjägerschaft und der Universität für Bodenkultur Wien ins Leben gerufen. Neben dem Ziel die Wildverluste in der Steiermark maßgeblich zu verringern gilt es Erfahrungswerte der Unfallprävention in der Praxis zu sammeln und durch wissenschaftliche Analysen auszuwerten. Die Organisation des gesamten Forschungsprojektes und die wissenschaftlichen Untersuchungen werden durch die Universität für Bodenkultur Wien mittels Finanzierung durch die Abteilungen 13 (Tierschutz) und 16 (Verkehrssicherheit) sowie der Steirischen Landesjägerschaft durchgeführt.

Die Finanzierung von Maßnahmen wie z. B. Wildwarnreflektoren, die Wildtiere durch Signale vor einem sich nähernden Fahrzeug warnen, wird zu 2/3 vom Straßen-erhaltungsdienst (STED), zu 1/6 von der Steirischen Landesjägerschaft und zu 1/6 vom jeweiligen Jagdrevier getragen. Dabei werden auch lokale Kooperationen zwischen Jägerschaft und unterschiedlichen Partnern bzw. Sponsoren im Sinne der gemeinsamen Lösung einer Thematik gesucht. Die Montage der technischen Maßnahmen sowie deren Betreuung und Wartung auf Landesstraßen wird gemeinsam von den Revieren und der jeweils zuständigen Straßenmeisterei durchgeführt. Seit Projektstart wurden in bisher 6 Ausrüstungsphasen über 200 steirische Jagdreviere bearbeitet und über 37.500 moderne Wildwarnreflektoren sowie andere Präventionsmaßnahmen angekauft und an die Jagden bzw. Straßenmeistereien verteilt. Mit diesen Maßnahmen werden derzeit etwa 565km Landes- und 22km Gemeindestraßen abgesichert.

Zum Einsatz kommen neben neuesten optischen und akustischen Wildwarnreflektoren auch Duftstoffe und ökologische Begleitmaßnahmen. Dabei wurde gezeigt, dass durch die Umsetzung dieser Optimierungsmaßnahmen viele Unsicherheitsfaktoren im Umgang mit Wildwarnreflektoren ausgeräumt werden konnten. Obwohl die bisherigen Teststrecken erst vergleichsweise kurz bestehen, sind die positiven Trends in der Zusammenarbeit von lokalen Jägern und Straßendienst bereits erkennbar und erste Erfolge in der Wildunfallvermeidung sichtbar. Seit den ersten Gerätemontagen wurden auf ausgerüsteten Strecken durchschnittliche Rückgänge der Unfälle mit Rehwild von 30% bis zu 70% (je nach eingesetzter Maßnahme) im Vergleich zu den Vorjahren verzeichnet.