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Foto: Katharina Schiffl

Landesinnungsmeister Gerfried Kapaun: „Reinigungsarbeit ist lebensnotwendig: Wir müssen diese Branchen sichtbarer machen!“ Foto: Mathias Kniepeiss

Landesinnungsmeister Gerfried Kapaun: „Reinigungsarbeit ist lebensnotwendig: Wir müssen diese Branchen sichtbarer machen!“ Foto: Mathias Kniepeiss

Heute werden die „stillen Helden der Krise“ vor den Vorhang geholt. Foto: Katharina Schiffl

Heute werden die „stillen Helden der Krise“ vor den Vorhang geholt. Foto: Katharina Schiffl

Wenn Sauberkeit Leben rettet

Sonntag, 08. November 2020

Heute ist der „Tag der Reinigungsbranche“

Heute, am „Tag der Reinigungsbranche“, holt die zuständige Innung die stillen Helden der Krise vor den Vorhang: Professionelle Gebäudereiniger und Hausbetreuer sorgen für Hygiene und Sauberkeit und retten so während der Pandemie Leben – und das meist unsichtbar im Hintergrund. Doch das Bewusstsein der Bevölkerung für die systemrelevanten Leistungen der Reinigung steigt.

Ein Linienbus, eine Umkleidekabine im Schwimmbad, ein Operationssaal: Dass alles schön sauber ist, gilt als selbstverständlich. „Während einer Pandemie geht es um weit mehr als nur Sauberkeit: Die Hygienemaßnahmen, korrekt angewandt von eigens ausgebildeten Reinigungsprofis, retten Leben“, betont Gerfried Kapaun, Landesinnungsmeister der Chemischen Gewerbe und Denkmal-, Fassaden- und Gebäudereiniger. Das Bewusstsein für die Systemrelevanz des Reinigungsgewerbes steigt bei der Bevölkerung – obwohl diese unverzichtbare Arbeit meist unsichtbar passiert. Heute werden die „stillen Helden der Krise“ vor den Vorhang geholt.

Seit 2004 gibt es den Ehrentag für die Reinigungsbrache. Er geht zurück auf eine Romanfigur: In den Krimis von Gesine Schultz löst die Protagonistin Karo Rutkowsky knifflige Fälle – sie ist dabei Privatdetektivin und Reinigungsdame in Personalunion. Der 8. November ist ihr „Geburtstag“. „An diesem Tag feiern wir die Leistungen der Reinigungsunternehmen und zeigen, wie wichtig ihre Arbeit gerade in Zeiten wie diesen ist“, so Kapaun. Zur Branche gehören diverse Berufsgruppen: Während sich Hausbetreuer gewerbliche um Wohnhäuser kümmern, ist es im Bereich der Denkmal-, Fassaden- und Gebäudereiniger notwendig, einen Lehrabschluss als ReinigungstechnikerIn oder eine Meisterprüfung abzulegen.

Wissen und Know-how sind in der Branche zentral: Damit Orte wie Supermärkte oder Krankenhäuser nicht nur blitzblank, sondern virenfrei bleiben, braucht es Fachkräfte mit profunder Ausbildung. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Reinigungsbranche – 70 Prozent von ihnen sind Frauen – verfügen über Kenntnisse in Chemie und Desinfektion, wissen Bescheid über Hygienestandards wie auch über aktuelle Corona-Maßnahmen. In hochsensiblen Bereichen wie OP-Sälen, wird spezielle Schutzkleidung getragen und kontaminiertes Material fachgerecht entsorgt. „Diese Arbeit ist lebensnotwendig“, betont Kapaun.

Die Wertschätzung für professionelle Reinigungskräfte ist in den letzten Monaten stark gestiegen: In Deutschland hat etwa eine Forsa-Umfrage ergeben, dass 94 Prozent der Menschen Gebäudereinigung in der Corona-Krise für „wichtig“ halten. Dennoch bleibt der öffentliche Applaus wie etwa für das medizinische Personal oder Beschäftigte im Supermarkt oft aus. „Unsere Arbeit muss sichtbarer werden“, fordert Innungsmeister Gerfried Kapaun. Steiermarkweit gibt es rund 1.200 Betriebe in der Branche, die insgesamt rund 7.000 Mitarbeiter beschäftigen.