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Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer (l.) zeichnete Vizekanzler a.D. Josef Riegler (r.) mit dem Ehrenring des Landes Steiermark aus. Fotos: Land Steiermark / Robert Frankl

Ehrenring-Verleihung in der Aula der Alten Universität in Graz: LH Hermann Schützenhöfer, LH a.D. Waltraud Klasnic, Josef Riegler mit Gattin Antonia und LH a.D. Franz Voves (v.l.).

Ehrenring-Verleihung in der Aula der Alten Universität in Graz: LH Hermann Schützenhöfer, LH a.D. Waltraud Klasnic, Josef Riegler mit Gattin Antonia und LH a.D. Franz Voves (v.l.).

Ehrenring des Landes für Josef Riegler

Sonntag, 20. September 2020

In der Aula der Alten Universität in Graz überreichte Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer dem ehemaligen Vizekanzler Josef Riegler den Ehrenring des Landes Steiermark. Damit würdigte Landeshauptmann Schützenhöfer das Lebenswerk des in St. Peter ob Judenburg geborenen österreichischen Politikers. Im Rahmen der Überreichung betonte Schützenhöfer: „Deine Karriere und dein Lebenswerk sind in hohem Maße vorbildhaft und weisen ‚Staatssinn‘ im Sinne des Blicks auf das ‚Ganze‘ auf. Dieses Lebenswerk, das du heute noch beständig erweiterst, strahlt auch auf Deine steirische Heimat zurück und macht uns stolz. Ich und alle, die heute gekommen sind, danken dir für dein vielfältiges Wirken.“

Josef Riegler wuchs als zweites Kind einer steirischen Bergbauernfamilie im „Moschitzgraben“ in St. Peter ob Judenburg auf. Durch den frühen Verlust seines Vaters musste der Bergbauernbub schon in jungen Jahren hart arbeiten. Er besuchte die landwirtschaftliche Fachschule Grottenhof, maturierte an der Höheren Bundeslehranstalt für Landwirtschaft in Raumberg und studierte anschließend an der Universität für Bodenkultur in Wien. Während seiner Studienzeit engagierte sich Riegler auch in der Katholischen Hochschulgemeinde, wo der Grundstein für seine politische Karriere gelegt wurde. Die ersten Jahre nach beendetem Studium verbrachte Josef Riegler als Fachlehrer an verschiedenen landwirtschaftlichen Fachschulen und später Leiter der Fachschule in Stainz.

Als Direktor des Steirischen Bauernbundes schlug er endgültig den Weg als politischer Gestalter und Entscheidungsträger ein. Es folgten zwei Jahrzehnte auf dem politischen Parkett: 1975 zog Riegler als Abgeordneter in den Nationalrat an, wo er als Agrarsprecher der ÖVP fungierte. In den frühen Achtzigerjahren startete er, nun bereits als Direktor des Österreichischen Bauernbundes, ein groß angelegtes Aktionsprogramm unter dem Titel „Lebenschancen im ländlichen Raum“. Es folgte ein Intermezzo in der Landespolitik: 1983 wurde Riegler steirischer Landesrat für Land- und Forstwirtschaft sowie Wohnbauförderung, 1985 wurde er zum ersten Wohnbaulandesrat der Steiermark bestellt. 1987 wurde er als Minister für Land- und Forstwirtschaft in die Bundesregierung unter Kanzler Franz Vranitzky und Vizekanzler Alois Mock berufen. 1989 wurde er zum Bundesparteiobmann der ÖVP gewählt und übernahm in den Kabinetten Vranitzky II und Vranitzky III selbst die Funktion des Vizekanzlers bis zu seinem Ausscheiden aus der Bundesregierung im Jahr 1991.

„Du, lieber Josef Riegler, hast seinerzeit die Zeichen der Zeit erkannt und ins neue Jahrhundert geschaut. Es ist viel in Deinem Sinne passiert. Du hast nachhaltige Akzente für die Steiermark, Österreich und darüber hinaus gesetzt, wofür ich dir danke“, so der Landeshauptmann.